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München - Nach dem Abstieg mit dem VfB Stuttgart wechselt Benjamin Pavard zum FC Bayern - und kehrt nun als Triple-Sieger an alte Wirkungsstätte zurück. Flick erwartet einiges.

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Die 5 ist eine wichtige Zahl für Benjamin Pavard.

Sie ist nicht nur seine Rückennummer beim FC Bayern. Sie spielt auch eine ganz besondere Rolle, wenn der Franzose mit dem Rekordmeister am Samstag gegen den VfB Stuttgart an seine alte Wirkungsstätte zurückkehrt. (Bundesliga: VfB Stuttgart - FC Bayern München, Samstag 15.30 Uhr im LIVETICKER).

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Dann nämlich ist es genau 555 Tage her, dass Pavard sein letztes Spiel für die Schwaben in der heimischen Mercedes-Benz-Arena absolvierte. Ob Pavard gerne an diesen 23. Mai 2019 zurückdenkt, ist indes zu bezweifeln.

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Zur Erinnerung: Im Relegations-Hinspiel um den Bundesliga-Klassenerhalt hatte der VfB gegen den damaligen Zweiligisten Union Berlin nur 2:2 gespielt - ein 0:0 im Rückspiel vier Tage später besiegelte dann den Abstieg des VfB. (Service: Tabelle der Bundesliga)

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Pavard verlässt Stuttgart nach Abstieg

Pavard hätte sich sicherlich einen anderen Abschied gewünscht so kurz vor seinem Abgang zu den Bayern. Auf die Zeit in Stuttgart dürfte der Verteidiger trotzdem gern zurückblicken. Fünf Millionen Euro hatte der VfB im Jahr 2016 an den OSC Lille für die Dienste des damals 20-Jährigen gezahlt – viel Geld für einen Klub, der frisch aus der Bundesliga abgestiegen war.

Und auch mächtig viel Vorschusslorbeeren.

"Die Anfangszeit in Stuttgart war nicht immer leicht für ihn - raus aus der wohlbehüteten Familie, rein in ein komplett neues Umfeld im Ausland", erzählte der damalige Stuttgarter Spotvorstand Jan Schindelmeiser der dpa.

Und doch spielte sich Pavard in seiner Debütsaison schnell fest bei den Schwaben. Spätestens in seiner zweiten Saison war der Defensivstratege dann unverzichtbar. Sein internationaler Stern ging 2018 auf, als er als Stammspieler auf der Rechtsverteidigerposition mit Frankreich Weltmeister wurde.

Bemerkenswert: In Stuttgart hatte er vorher eigentlich die meiste Zeit als Innenverteidiger gewirkt.

Traumtor für Frankreich bei WM gegen Argentinien

Im WM-Achtelfinale gegen Argentinien gelang Pavard ein Traumtor, als er mit einem Kunstschuss aus der Distanz das zwischenzeitliche 2:2 markiert hatte - ein Treffer, der später von den Fans zum Tor der WM gewählt wurde.

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Ein Wechsel zu einem größeren Team im Anschluss des Turniers wäre eigentlich der logische Schritt – doch Pavard blieb noch ein Jahr in Stuttgart. Dabei hatte es 2018 bereits Gerüchte um die Bayern gegeben -  doch klargemacht wurde der Sommer-Wechsel zum Rekordmeister erst Anfang 2019.

"Ich verdanke Stuttgart sehr viel, dank ihnen konnte ich Weltmeister werden. Daher wollte ich nach dem WM-Titel noch ein Jahr länger bleiben. Das hat mich mental nach vorne gebracht", erklärte Pavard später sein Treueverhältnis am Neckar.

Dennoch fragten sich seinerzeit viele Experten: Wieso zahlt Bayern für einen Spieler, der mit seinem Verein aus der Bundesliga absteigt, eine Ausstiegsklausel von 35 Millionen Euro?

Pavard kontert bei FC Bayern die Kritiker

Doch Pavard lehrte seine Kritiker schnell eines Besseren. Nach anfänglichen Problemen fügte er sich schnell ins Team des Rekordmeisters ein und etablierte sich als Rechtsverteidiger.

Nebeneffekt für den FCB: Dadurch konnte Joshua Kimmich dauerhaft ins Mittelfeld vorrücken - auch wenn Pavard im Frühjahr im SPORT1-Interview erklärte, sich eigentlich eher in der Innenverteidigung zu sehen.

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In 32 Bundesliga-Spielen setzte der Franzose auch offensive Akzente, erzielte vier Tore und gab fünf Vorlagen. "Er hat eine herausragende vergangene Saison gespielt, sich enorm gesteigert", lobte Hansi Flick auf SPORT1-Nachfrage seinen Schützling während der Pressekonferenz vor dem anstehenden Stuttgart-Duell.

Dem FCB-Coach gefällt, dass Pavard sowohl offensiv als auch defensiv zu glänzen vermag: "Er gibt uns genau die Dinge, die wir im Spiel brauchen."

Akzente, die Flick sicherlich auch gerne beim Finalturnier der Champions League gesehen hätte. Doch aufgrund einer Bänderverletzung verpasste Pavard große Teile des Finalturniers.

Folge: Sowohl gegen den FC Chelsea im Achtelfinalrückspiel als auch bei der 8:2-Viertelfinal-Gala gegen den FC Barcelona gab Kimmich wieder den Rechtsverteidiger.

Im CL-Finale zur Zuschauer

Im Halbfinale gegen Olympique Lyon feierte Pavard dann zwar ein Kurz-Comeback, doch Flick setzte beim finalen 1:0-Triumph gegen Paris Saint-Germain auf die bewährten Kräfte - Pavard blieb ohne Einsatz.

Doch das dürfte ihn nicht besonders gestört haben, hat er doch nach nur einer Saison sein Ziel beim Rekordmeister bereits erreicht. "Ich bin hierhergekommen, um Titel zu gewinnen", hatte er er bei seiner Vorstellung erklärt.

Nun folgt also das Wiedersehen mit dem VfB. Es sieht gut aus, dass der zuletzt angeschlagene Franzose dabei von Beginn an ran darf. "Er hat einen Schlag bekommen, das sah schlimmer aus, als es war. Er wird dabei sein", erklärte Flick mit Blick auf das zurückliegende Champions-League-Spiel gegen Salzburg.

Der Trainer spekuliert dabei auf einen zusätzlichen Schub gegen die offensiv gefährlichen Schwaben. "Ich hoffe, dass er noch mal einen Tick motivierter ist", so Flick - auch angesichts der zuletzt anfälligen Bayern-Defensive (schon zwölf Gegentore in acht Ligaspielen).

Doch das sollte für den Titelhungrigen Weltmeister eigentlich ein Selbstläufer sein.