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Eintracht Frankfurt erlebte bei Union Berlin eine Horror-Anfangsphase. Abwehrchef Martin Hinteregger legt den Finger in die Wunde.

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Das 3:3 bei Union Berlin hat bei Eintracht Frankfurt Fragen hinterlassen.

Handelt es sich um einen gewonnenen Punkt? Waren es zwei verlorene Zähler? Die Hessen waren sich nicht sicher.

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Hinteregger kritisiert Eintracht-Fehler

"Wir haben zwei Fehler gemacht und zwei Gegentore bekommen – ganz einfach", ärgerte sich Martin Hinteregger nach der verkorksten Anfangsphase der Eintracht. 0:2 hieß es bereits nach sechs Minuten.

Individuelle Fehler noch und nöcher, die Frankfurter stolperten in Berlin-Köpenick von einer Verlegenheit in die andere. Hinteregger selbst ließ sich beim Elfmeter von seinem Gegenspieler Taiwo Awoniyi übertölpeln: "Ich weiß, dass er den Haken macht, aber ich hatte einen Denkfehler gehabt. Das war nicht gut."

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Bei aller berechtigten Selbstkritik ordnete Hinteregger die Gesamtlage der Eintracht richtig ein: "Die ersten Minuten verschlafen wir sehr oft. Ich habe keine Ahnung, warum das so ist. Aber wir müssen eine Lösung finden."

Rückstände sind bei den Frankfurtern, die mit zwölf Punkten im Mittelmaß angekommen sind, inzwischen Normalfall. In dieser Saison lag die Eintracht in sechs von neun Bundesligapartien im Rückstand. 

Die Bilanz lässt sich über die Jahre gesehen noch weiter schrauben: Unter Trainer Adi Hütter gerieten die Frankfurter seit dessen Amtsübernahme im August 2018 in 55 von 115 Begegnungen in Rückstand.

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Eintracht kassiert zu häufig das 0:1

Doch woran liegt diese Schlafmützigkeit?

Hinteregger persönlich erlebte in Berlin, wie nah Freud und Leid im Fußball zusammenliegen. Nach katastrophalen ersten 20 Minuten wurde der Linksfuß peu á peu stärker, am Ende stand eine Quote von 71 Prozent gewonnener Zweikämpfe.

Doch es war nicht der erste Patzer in dieser Saison, den sich der Österreicher erlaubt hat. Hinteregger gab zu: "Als Verteidiger ist es nicht viel wert, wenn du die ersten 20 Minuten schlecht und dann 70 Minuten gut gespielt hast."

Es ist diese Krux, die der Eintracht derzeit Schmerzen bereitet. Jeder Patzer führt direkt zu einem Gegentor, individuelle Fehler und Schlafmützigkeit verhindern einen Sprung nach oben in der Tabelle.

Hinteregger selbst sucht mehrere Wochen schon seine Topform. Der österreichische Nationalspieler wirkt seit seiner Verletzungspause in der Länderspielpause Anfang September gehemmt.

Hinteregger wartet auf erstes Saisontor

War Hinteregger in der vergangenen Saison mit neun Treffern noch einer der torgefährlichsten Innenverteidiger in Europa, so wartet er bislang noch auf ein Erfolgserlebnis.

Der 28-Jährige zählt in Topform zu den Akteuren, die Champions League-Niveau mitbringen. Derzeit unterlaufen ihm aber zu viele Patzer, die gewohnte Stabilität fehlt.

Wenn es bei der Eintracht hinten klingelt, dann ist auch der gebürtige Kärntener in den vergangenen Wochen nicht fern.

Frankfurt hinkt den Erwartungen hinterher

So blieben ihm nach dem 3:3 in Berlin nur noch deutliche Worte: "Das Ergebnis fühlt sich an wie eine Niederlage."

André Silva etwa sprach zuletzt im Interview mit SPORT1 von seinen Königsklassen-Träumen, im Hessenland ist die Europapokal-Sehnsucht groß.

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Fest steht: Die Eintracht fühlt sich im Tabellen-Mittelfeld, aktuell auf Rang neun mit zwölf Punkten, sichtlich unwohl. "Wenn man unsere Ambitionen hat, dann ist das Ergebnis zu wenig. Wir brauchen jetzt Siege", forderte Hinteregger.

Dafür aber muss die Eintracht ihre Patzer-Quote schnellstmöglich reduzieren. Ansonsten droht dauerhaft graues Bundesliga-Mittelmaß.