Hans-Joahcim Watzke und Karl-Heinz Rummenigge führen ihre Klubs durch schwere Zeiten
Hans-Joahcim Watzke und Karl-Heinz Rummenigge führen ihre Klubs durch schwere Zeiten © Getty Images
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Der Fußball sieht sich in Zeiten von Corona häufig mit Vorwürfen konfrontiert. Zum Ärger von BVB-Boss Hans-Joachim Watzke und Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge.

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Die Rolle des Fußballs in der Gesellschaft hat sich in Corona-Zeiten zu einem hochbrisanten Thema entwickelt.

Die Klub-Bosse Karl-Heinz Rummenigge und Hans-Joachim Watzke verteidigen den Fußball in Deutschland nun mit klaren Worten. Von einer Sonderrolle könne auch in Zeiten von neuerlichen Kontakt-Beschränkungen und steigenden Fall-Zahlen in Deutschland keine Rede sein.

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Im Gegenteil: Bayerns Vorstands-Boss Rummenigge ist sogar der Meinung, dass der Fußball immer wieder für "Signalpolitik" benutzt wird - was er als "nicht fair" bezeichnet. 

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"Immer wieder heißt es, der Fußball genieße eine Sonderrolle. Davon kann aber überhaupt keine Rede sein", sagte der 65-Jährige in einem Doppelinterview mit Watzke in der Sport Bild. "Derzeit habe ich eher manchmal das Gefühl, dass dem Fußball Steine in den Weg gelegt werden, die teilweise nicht nachvollziehbar sind."

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Bonus für Fußball? "Nicht einmal im Ansatz"

Rummenigge sprach von einer frustrierenden Problematik und erklärte: "Ich finde es schlicht nicht in Ordnung, beim Fußball immer wieder Konflikte hineinzuinterpretieren."

Bayern muss seit der Corona-Pause in der Bundesliga ohne Fans spielen. "Unser Konzept ist insgesamt sehr gut, und wir hätten gerne die Chance, das auch einmal in der Allianz Arena unter Beweis stellen zu dürfen", sagte Rummenigge. 

Watzke, Geschäftsführer von Borussia Dortmund, pflichtete ihm bei: "Wir müssen festhalten: Der Fußball hat keinen Bonus - nicht einmal im Ansatz."

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Jede Entscheidung der Politiker, die er ausdrücklich nicht kritisieren wolle, sei ein zähes Ringen: "Wir müssen die Geisterspiele jetzt akzeptieren. Als Liga haben wir anfangs den Vorschlag gemacht, bis zu einem Inzidenzwert von 35 mit Zuschauern zu spielen, darüber nicht mehr. Trotz schlüssiger Konzepte." 

Verlieren die Fans das Interesse?

Der BVB hatte zuvor in einem offiziellen Statement darauf hingewiesen, dass von den Fußball-Spielen mit geringer Zuschauer-Auslastung in den Stadien zuletzt keinerlei nachweisliche Corona-Gefahr ausgegangen sei. 

Hintergrund: Die ausbleibenden Zuschauer-Einnahmen treffen auch Dortmund hart: "Es zehrt an den Nerven, wenn du siehst, dass das, was du in 15 Jahren wirtschaftlich aufgebaut hast, in einem Jahr plötzlich verschwindet", sagte Watzke, der betonte, dass man nun zumindest die Geisterspiele am Laufen halten müsse. 

"Wenn man uns die nun auch noch nehmen wollte, würden wir uns mit aller Macht wehren. Dann würden auch noch die TV-Gelder wegbrechen, dann ginge es jedem Klub an die Substanz", sagte der BVB-Boss. Bei einer weiteren Zwangspause in der Liga könne man "wirklich wirtschaftlich einpacken".

Und es gehe in der Fan-Frage auch nicht nur ums Geld: "Was mir Sorgen bereitet, ist die Entwicklung der Fußball-Kultur: dass die Menschen entemotionalisiert werden und möglicherweise das Interesse am Fußball verlieren, auch wenn irgendwann wieder Zuschauer zugelassen sind. Dieses Risiko dürfen wir nicht unterschätzen."