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München - Jochen Schneider und Manuel Baum verurteilen die Beleidigungen gegen Youssoufa Moukoko aufs Schärfste. Der oder die Täter sollen ausfindig gemacht werden.

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Die Verantwortlichen von Schalke 04 haben sich nach den Beleidigungen gegen Youssoufa Moukoko tief geschockt präsentiert.

"Es ist natürlich aufs Schärfste zu verurteilen, was da passiert ist. Und es ist in der heutigen Zeit langsam auch nicht mehr in Worte zu fassen, was sich manche Menschen in unserer Gesellschaft erlauben", sagte Sport-Vorstand Jochen Schneider bei Sky.

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Borussia Dortmunds Supertalent Moukoko (15) hatte beim Revierderby in der U19-Bundesliga am Sonntagvormittag übelste Beleidigungen an den Kopf geworfen bekommen. Über den Livestream des Spiels auf dfb.tv war zu vernehmen, der rassistisch sowie als "Hurensohn" verunglimpfte Stürmer solle sich wahlweise "verpissen" oder gar "ins Grab legen".

Schneider will Täter ausfindig machen

"Es waren nicht so viele Zuschauer im Parkstadion, es waren exakt 300 mit personalisierten Tickets. Wir werden uns jetzt mit der Abteilung Fanbelange und unserem Sicherheitsdienst daran machen, denjenigen oder diejenigen ausfindig zu machen, die sich in der Form geäußert haben", erklärte Schneider. "Ich habe kurz Hans-Joachim Watzke (BVB-Geschäftsführer, Anm. d. Red.) geschrieben und mich in aller Form entschuldigt bei dem Spieler und bei Borussia Dortmund."

Schneider und auch Trainer Manuel Baum hatten sich das Derby selbst angeschaut, waren aber in der Halbzeit gegangen. Der Vorstand erklärte, dass er die Beleidigungen selbst nicht gehört habe.

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"Ich habe es erst weit nach Spielschluss mitbekommen. Wir haben uns in aller Form offiziell entschuldigt. Das ist aufs Schärfste zu verurteilen", sagte er. Baum ergänzte: "Ich finde es ganz wichtig, dass sich in so einer Situation der Verein ganz klar positioniert. Für mich hängt das Thema Werte ganz weit oben. Insofern war es die richtige Reaktion vom Verein auf die Äußerungen, die natürlich gar nicht gehen.

DFB verurteilt verbale Attacke

Auch der DFB verurteilte den Vorgang. Thomas Bergmann, für die A-Junioren-Bundesliga zuständiges Mitglied des DFB-Kontrollausschusses, sagte: "Der Deutsche Fußball-Bund duldet grundsätzlich keinerlei Rassismus auf seinen Plätzen und tritt jeglicher Form davon entschieden entgegen. Anfang der Woche wird der Kontrollausschuss Ermittlungen aufnehmen und den Vorfall untersuchen."

Verbandskollege Günter Distelrath reagierte ähnlich. Der Vize-Präsident forderte Konsequenzen. "Ich würde es begrüßen, wenn auch die unabhängige Sportgerichtsbarkeit hier ein klares Zeichen setzt", sagte der Präsident des Niedersächsischen und Norddeutschen Fußballverbandes, der beim DFB unter anderem für den Bereich Anti-Diskriminierung verantwortlich zeichnet.

"Die Beleidigungen gegen Youssoufa Moukoko sind unerträglich und absolut inakzeptabel", betonte Distelrath: "Wir fordern immer, genau hinzuhören und hinzuschauen. Das hier ist so ein Fall, bei dem wir uns gemeinsam positionieren und vor den Spieler stellen müssen."

Moukoko reagiert auf Beleidigungen

Die Königsblauen hatten sich bei Twitter bereits entschuldigt und die Beleidigungen "aufs Schärfste verurteilt." Man werde die "notwendigen Maßnahmen gemeinsam einleiten".

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Moukoko hatte sportlich auf die Aussagen reagiert und den BVB mit drei Toren im Alleingang zum 3:2-Sieg geschossen. Hinterher schrieb er in seiner Instagram-Story: "Ich bin stolz, mit dieser Hautfarbe geboren zu sein und werde immer stolz sein." In einem Post, in der er den Sieg feierte, schrieb er "Say no to racism" (Sag Nein zu Rassismus) dazu.

"So etwas hat in einem Bundesligaspiel nichts zu suchen und schon gar nicht in einem Spiel der U19", sagte Dortmunds Jugendkoordinator Lars Ricken den Ruhr-Nachrichten und ergänzte: "Das ist sehr traurig. Ich bin froh, dass wir eine sportliche Antwort auf dem Platz gegeben haben." 

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)