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München - Joshua Kimmich entscheidet den Supercup mit seiner Willensstärke. Sein Weg scheint schon vorbestimmt zu sein - doch selbst sein Trainer fürchtet seine Mentalität.

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Nach dem 3:2-Siegtreffer von Joshua Kimmich waren sich die meisten Fußball-Fans und -Experten einig: So ein Tor hatten sie noch nicht gesehen. 

Dass der Mittelfeldspieler des FC Bayern im Supercup gegen Borussia Dortmund in der 82. Spielminute im Mittelfeld den Ball eroberte - daran haben sich die Beobachter gewöhnt. Dass er wenige Sekunden später mit seinem Schuss aus kurzer Distanz an BVB-Keeper Marwin Hitz scheiterte - kann passieren. Doch dass Kimmich den Ball dann im liegen über Hitz hinwegarbeitete - das war außergewöhnlich. 

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Flick fürchtet "besondere" Mentalität von Kimmich

Ein Treffer des Willens, der einmal mehr die Stärken des 25-Jährigen offenbarte. Er führte die Bayern zum fünften Titel im Jahr 2020. Das Mentalitätsmonster ging einmal mehr voran und zeigte Siegeswillen, den nicht alle Akteure auf dem Platz verkörperten. 

"So lange ich ihn kenne, ist seine Mentalität besonders", adelte Bayern-Coach Hansi Flick seinen Lautsprecher nach der Partie am Mittwochabend: "Er ist auf einem richtig guten Weg, die Mannschaft zu prägen." 

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Nach dem Abgang von Thiago hat Kimmich seine Rolle endgültig im defensiven Mittelfeld gefunden und auch symbolisch die Nummer des Spaniers übernommen. Es wirkt, als könne er seine Führungsqualitäten von dort noch besser auf den Rasen bringen. Aber ein Problem bereitet diese Entwicklung seinem Trainer doch: "Ich frage mich, wann ich ihn mal schonen kann? Dann muss man mit seinem Ärger rechnen, aber es muss mal sein", sagte Flick. 

Der künftige Bayern-Kapitän und der Nationalelf?

Bei all dem Kopfzerbrechen, das Flick diese Frage noch bereiten wird - wohl fast alle Trainer der Welt hätten diese Problem gerne. Denn Kimmich steht kurz davor, eine ganze Ära an der Säbener Straße zu prägen, selten war es bei einem Spieler in seinem Alter so offensichtlich, dass er das Team in absehbarer Zeit wohl für viele Jahre als Kapitän aufs Feld führen wird. 

"Ich bin überzeugt, dass Joshua Kimmich eines Tages unser Kapitän wird. Das verkörpert er auf und außerhalb des Platzes, wie er nun wieder unter Beweis gestellt hat", hatte Bayern-Vorstand Karl-Heinz Rummenigge bereits im Mai gesagt. Flick sieht das mit Sicherheit nicht anders. Nur auf einen Zeitpunkt will er sich noch nicht festlegen. Er nennt es "ein Thema für die Zukunft". 

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Joachim Löw ist seinem ehemaligen Co-Trainer bei der deutschen Nationalmannschaft da schon ein bisschen voraus. Am 9. Oktober 2019 hatte der Bundestrainer Kimmich beim Testspiel gegen Argentinien (2:2) als Kapitän aufs Feld geschickt. Sein Schützling enttäuschte ihn nicht - nur mit der Binde hatte er noch so seine Probleme gehabt.

"Sie war ein bisschen groß, ist in der ersten Halbzeit immer wieder gerutscht. Da muss ich meinen linken Oberarm wohl ein bisschen aufpumpen", hatte er nach der Partie gesagt.

Fast ein Jahr später wirkt es so, als sollte Kimmich seinen linken Oberarm sehr bald aufpumpen.