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Frankfurt am Main - Eintracht Frankfurt stürzt die TSG Hoffenheim von der Spitze - und rockt die Liga. Die Entwicklung kommt nicht von ungefähr - SPORT1 nennt die Gründe.

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Dieser Gipfelsturm machte ihnen sichtlich Spaß - vor allem Bas Dost, der durch sein Siegtor beim 2:1 (0:1) von Eintracht Frankfurt zum Matchwinner avancierte und Tabellenführer TSG Hoffenheim von der Spitze stürzte.

Auch wenn der Sprung auf Platz 1 nur knapp drei Stunden währte, weil am Abend RB Leipzig durch ein 4:0 gegen den FC Schalke 04 die Top-Position übernahm - der starke Saisonstart mit sieben Zählern vor der Länderspielpause spricht für sich.

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Alles Zufall? Von wegen! Saisonübergreifend hat das Team von Trainer Adi Hütter in elf Partien bereits 24 von 33 möglichen Punkten gesammelt - nur einmal unterlagen die Frankfurter in diesem Zeitraum auf nationaler Ebene.

Der CHECK24 Doppelpass mit dem ehemaligen Köln-Geschäftsführer Armin Veh und Europameister Christian Ziege am Sonntag ab 11 Uhr im TV auf SPORT1

SPORT1 nennt die Gründe für den Höhenflug.

- Kostic-Ausfall kein Handicap

Gegen Hoffenheim stand mit Steven Zuber erstmals in dieser Saison ein Neuzugang in der Startelf. Der Schweizer vertrat den am Knie verletzten Filip Kostic und zeigte eine ordentliche Leistung, wie auch Hütter befand: "Steven war gegen seinen Ex-Verein besonders motiviert. Am ersten Tor war er mitbeteiligt, die Leistung war sehr erfreulich."

Doch eine Erkenntnis war noch viel wichtiger für den Coach: "Es ist gut für uns zu wissen, dass wir auch dann gewinnen können, wenn Kostic nicht spielt." (Spielplan der Bundesliga 2020/21)

Die Bundesliga-Highlights am Sonntag ab 9.30 Uhr in Bundesliga Pur im TV auf SPORT1 

Das Gerüst bei der Eintracht steht, die Abläufe sind einstudiert und durch die große Erfahrung können Rückschläge gut verdaut werden. In den rund 105 Minuten ohne Kostic hat die Eintracht schon fünf Treffer erzielt und Variabilität nachgewiesen.

Hütter spricht gerne von seiner Achse und wenn diese funktioniert, dann ist die Eintracht nur ganz schwer zu schlagen. Ein Vorteil: Alle Leistungsträger sind – Stand heute – geblieben, verlassen haben den Klub bislang eher Profis aus der zweiten Reihe.

- Starkes Sturmduo Dost / Silva

Als Büffelherde sollten Dost und André Silva noch nicht bezeichnet werden. Doch das Duo harmoniert immer besser zusammen. Beide haben jeweils zwei Saisontore in der Bundesliga erzielt, Dost inzwischen sogar schon zwei vorbereitet. Vor allem der Leistungssprung des Niederländers ist enorm.

"Bas hat sich den Applaus verdient abgeholt. Es ist bei ihm ein ganz klarer Unterschied zum letzten Jahr zu erkennen. Er befindet sich in einer anderen Verfassung und ist ein Strafraumstürmer, der auch mitarbeitet”, so Hütter. Er habe sich deshalb seine Treffer "verdient".

Silva fällt ebenfalls durch unermüdliche Arbeit auf, den Siegtreffer von Dost, neben dem auch Daichi Kamada (55.) traf, bereitete er gedankenschnell vor. Auch wenn beide Angreifer nicht als Sprinter daherkommen, tun sie dem Spiel der Frankfurter mit ihrem Fleiß, der Torgefahr und Wucht enorm gut.

- Abwehr harmoniert immer besser

Kevin Trapp im Tor, Makoto Hasebe als moderner Libero, David Abraham und Martin Hinteregger in der Innenverteidigung: Das Gespann ganz hinten verkörpert gehobenes Bundesliganiveau. (Tabelle der Bundesliga)

Die Eintracht lässt nur wenige Chancen zu, agiert in den Zweikämpfen sehr bissig und konsequent. Auch gegen Hoffenheim standen 56 Prozent gewonnene Duelle auf dem Statistikzettel. Wie in der Vorwoche schon der Hertha wurde so auch der TSG der Schneid in den direkten Duellen abgekauft.

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Und: Die Dreierkette ist so stabil, dass auch die verletzungsbedingte Auswechslung von Abraham gut durch den Bundesligadebütanten Tuta aufgefangen wurde. “Er hat das gut gemacht", lobte Hütter.

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- System passt zur Mannschaft

Hütter hatte im Januar dieses Jahres im Trainingslager in den USA die Viererkette einstudiert. Was in den ersten Wochen noch gut funktionierte, wurde Spieltag für Spieltag immer löchriger.

Nach dem Restart stellte Hütter aber wieder auf die gewohnte Dreierkette um, woraufhin Kompaktheit und Wucht ins Spiel der Hessen zurückkamen. Was am 26. Mai noch mit einem wilden 3:3 gegen den SC Freiburg begonnen hatte, wirkt nun viel stabiler.

Das Torverhältnis in den saisonübergreifend darauffolgenden zehn Bundesligapartien beträgt 21:11, die Rädchen greifen regelmäßig ineinander. "Es ist erfreulich, dass wir so lange ungeschlagen sind. Die Mannschaft hat Charakter und zeigt Emotionen. Sie machen mit der Wucht andere Dinge wett. Wir sind für die Gegner nicht einfach zu bespielen", fasste Hütter zusammen.

- Günstiger Saisonstart

Sieben Punkte aus den ersten drei Saisonspielen sind zwar gut, aber keine Sensation. Gegen Aufsteiger Arminia Bielefeld war die Eintracht klar favorisiert (und spielte nur Remis), die Duelle in Berlin und gegen Hoffenheim wurden zuvor als Spiele auf Augenhöhe deklariert.

Die Leistung der Frankfurter sollte damit aber nicht geschmälert werden. Das Team zeigt über einen längeren Zeitraum schon konstant gute Leistungen, zudem kann ohne Europapokal-Belastung noch besser gearbeitet werden.

In dieser Verfassung jedenfalls werden die Hessen auch nach der Länderspielpause schwer zu knacken sein.