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Frankfurt am Main - Eintracht Frankfurts sang- und klanglose Pleite im Testspiel gegen Zweitliga-Aufsteiger Würzburg wirft Fragen auf. SPORT1 liefert die Erkenntnisse.

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Als kurz vor dem Ende des Testspiels die Frankfurter Eintracht einen schmeichelhaften Elfmeter zugesprochen bekam, war sie da.

Die einzige wirklich große Chance bei einem schwachen Auftritt gegen Würzburg. Es passte zum Auftritt der Hessen, dass dieser Strafstoß erschreckend harmlos geschossen und somit problemlos entschärft wurde. Weshalb die erfahrenen Profis den verunsicherten und bei der ersten Mannschaft weitestgehend aussortierten Jabez Makanda rangelassen haben, blieb ein Geheimnis bei dieser hochverdienten 0:3-Niederlage gegen den Zweitligisten. 

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Der junge Angreifer war letztendlich das Ende einer Kette, die enttäuschte.

"Ich habe ein paar Eindrücke gesammelt und mir ein Bild gemacht", sagte Trainer Adi Hütter nach Abpfiff. Wer den ehrgeizigen Coach kennt, der weiß genau, wie sehr ihn eine solche Pleite wurmt. Würzburg hätte das Ergebnis noch deutlicher in die Höhe schrauben können, die Eintracht enttäuschte an diesem verregneten Nachmittag zum Vergessen. 

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Für die Startelf am kommenden Wochenende in Köln konnte sich kaum einer der etablierten Profis anbieten. Ob Timothy Chandler, Danny da Costa oder Erik Durm: Das Bemühen war den Routiniers nicht abzusprechen, doch es fehlte an klaren und zielstrebigen Aktionen. Mit Ausnahme des engagierten Dominik Kohr und des jungen Brasilianers Tuta, der trotz Eigentores und gelegentlichen Fehlpässen überzeugte, trat kaum ein Akteur positiv in Erscheinung. Die Gewinner des Spiels saßen somit auf der Bank (Makoto Hasebe und Sebastian Rode) oder waren auf Länderspielreise. 

Hrustic und Younes benötigen noch Zeit 

Die drei späten Herbst-Neuzugänge konnten ebenfalls noch nicht glänzen. Torhüter Markus Schubert, auf Leihbasis vom FC Schalke 04 gekommen, segelte vor dem 0:1 bei einem Eckball am Ball vorbei und verriet Schwächen in der Spieleröffnung. 

Ajdin Hrustic musste den Unterschied zwischen der niederländischen und deutschen Fußballwelt ziemlich schnell kennenlernen. Die Würzburger ließen dem Australier keine Zeit bei der Ballannahme, die technisch feinen Aktionen wurden mit Körperlichkeit und Robustheit unterbunden und die Standardsituationen kamen nicht gefährlich an. "Das Ergebnis war nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben. Für mich war wichtig, 90 Minuten mit meinen neuen Mitspielern auf dem Platz zu stehen", sagte Hrustic zwar.

Amin Younes (am Ball) tauchte bei seinem Debüt in der zweiten Halbzeit völlig ab.
Amin Younes (am Ball) tauchte bei seinem Debüt in der zweiten Halbzeit völlig ab. © Imago

Doch er wird Zeit benötigen - wie auch Königstransfer Amin Younes. Der 27-Jährige deutete sein Können vereinzelt an, setzte zu einigen verheißungsvollen Dribblings an, tauchte dann aber im zweiten Durchgang völlig ab. “Es ist wichtig, dass ich Spielpraxis sammeln kann. Es ging für mich darum, dass ich 90 Minuten in Körper und Beine bekomme. Der Rest kommt von alleine”, zog Younes bei Sky Fazit.

Hütters erste Elf mit viel Qualität

Er bekleidete zusammen mit Hrustic die Zentrale, die Automatismen griffen in einer zusammengewürfelten Elf, die so in der Bundesliga niemals zusammenspielen wird, noch nicht.  

Für die Neuzugänge wird es harte Arbeit, sich in die erste Elf zu kämpfen. Younes lässt sich davon nicht beirren und äußert sich kämpferisch: "Wer glaubt, dass man ohne Konkurrenz in der Bundesliga spielen kann, der hat sich geschnitten. Ich gebe aber weiter Gas und will in Zukunft wichtig sein." Doch dafür werden sich Younes und Hrustic weiter strecken und ihre Defizite beseitigen müssen. Die Qualität in Frankfurt – sie ist hoch geworden.