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Frankfurt am Main - Amin Younes wagt den Neustart bei Eintracht Frankfurt. In Neapel war der frühere Nationalspieler und Confed-Cup-Sieger in der Sackgasse angekommen.

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"Ich habe zwei gute Jahre in Neapel gehabt und mich als Spieler und Mensch weiterentwickelt."

Obwohl Amin Younes in seiner zweiten Saison bei der SSC Neapel keine Rolle mehr gespielt hat und nur rund 180 Minuten auf dem Platz stand, blickt der Deutsch-Libanese bei seiner offiziellen Vorstellung positiv auf die Zeit in der Serie A zurück.

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Während Ex-Trainer Carlo Ancelotti noch auf ihn setzte, bekam er von Nachfolger Gennaro Gattuso keine wirkliche Chance mehr. Karrieresackgasse wird so etwas im Fußballerjargon gerne genannt.

Ab sofort will seine er seine ins Stocken geratene Karriere aber bei Eintracht Frankfurt wieder ankurbeln.

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Younes bringt die fehlenden Eigenschaften mit

Der Anruf der Hessen kam zum richtigen Zeitpunkt für Younes. Trainer Adi Hütter hatte schon im Sommer bei der Suche nach Neuzugängen ein Profil gezeichnet: “Wir brauchen einen Außenspieler, der ein anderes Element in unser Spiel bringt. Einen der links und rechts spielen kann, einen, der ein gutes Dribbling hat, einen mit viel Spielverständnis."

Die Anlagen von Younes passen auf dem Papier perfekt dazu. Der gebürtige Düsseldorfer beschrieb seine Qualitäten: "Ich habe meine Stärken in der Offensive in Eins-gegen-Eins-Situationen. Ich bringe Beweglichkeit und Kreativität mit und entscheide mich im letzten Drittel gerne spontan."

Es liegt nun an Hütter diese besonderen Momente aus dem Bundesliga-Rückkehrer herauszukitzeln. Am 1. April 2012 startete die Bundesligakarriere des Amin Younes bei Borussia Mönchengladbach. Sechs Minuten vor dem Ende der Partie wechselte Trainer Lucien Favre den Offensivallrounder ein, die 1:2-Niederlage in Hannover konnte er aber nicht mehr verhindern.

Den ganz großen Durchbruch verpasste Younes aber sowohl in Gladbach als auch bei seiner ersten Leihstation 1. FC Kaiserslautern. Ein Wechsel zu Ajax Amsterdam musste her.

Nationalmannschaft weiter im Blick

Frank de Boer und Peter Bosz brachten ihn in seinen ersten beiden Jahren deutlich nach vorne. Nach 100 Pflichtspielen für den niederländischen Topklub standen 17 Tore und 25 Vorlagen auf dem Konto von Younes.

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Bundestrainer Joachim Löw hatte ihn 2017 ebenfalls im Blick und nahm ihn mit zum Confederations Cup, wo er einen Treffer erzielte und mit Leon Goretzka, Joshua Kimmich und weiteren Kollegen den Sieg feierte. “Wenn man so etwas erlebt hat, dann strebt man nach mehr. Es ist mein Wunsch und meine Hoffnung, wieder in der Nationalmannschaft spielen zu dürfen."

Allerdings ließ ihn ein Bruch in Amsterdam weit zurückfallen. Younes kam mit seinem damaligen Übungsleiter Erik ten Hag überhaupt nicht klar. Nachdem er eine ganz späte Einwechslung verweigerte, wurde der Dribbelkünstler suspendiert. “Es hat zwischen mir und dem Trainer nicht gepasst. Leider habe ich dann meine Einwechslung in der Nachspielzeit verweigert, weil ich enttäuscht war. Ich hätte nicht so emotional reagieren dürfen. Das war unprofessionell”, sagte Younes rückblickend im Spiegel.

Hütter sucht noch die richtige Position für Younes

Doch aus Fehlern hat der kleine Außenstürmer gelernt, ist seitdem in Neapel trotz langer Achillessehnenverletzung und regelmäßiger Bankzeiten deutlich gereift. Hütter freut sich auf ein "anderes" Element und erklärte, was den Neuzugang auszeichnet: “Er ist ein Eins-gegen-Eins-Spieler, ein sehr guter Junge, der Spielwitz mitbringt und auf allen offensiven Positionen agieren kann." Der Österreicher müsse allerdings noch prüfen, welche Position die beste für ihn sei.

Kann Younes die auch defensiv so fordernde Schienenposition auf rechts oder links bei der Eintracht bekleiden? Im System mit Dreierkette und hochstehenden Außenbahnspielern ist neben Glanzmomenten in der Offensive enorm viel Defensivarbeit nötig. "Ich hoffe, dass wir hohes Pressing spielen und Bälle früh gewinnen", zeigte sich Younes bereit für diese Herausforderung.

Younes: "Sehe mich als Allrounder"

Bei Ancelotti agierte er als Spielmacher und Stürmer, in Amsterdam als klassischer Flügelstürmer. Auf eine fixe Position wollte sich Younes daher nicht festlegen: "Ich viele Dinge dazugelernt und sehe mich als Allrounder." In Frankfurt kann er sich nun zwei Jahre - so lange läuft das Leihgeschäft - beweisen und für höhere Ziele anbieten.