Hannes Wolf (r., mit Marco Rose) erzielte sein erstes Bundesligator
Hannes Wolf (r., mit Marco Rose) erzielte sein erstes Bundesligator © Imago
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Mönchengladbach und München - Hannes Wolf schießt seine Ex-Kollegen von RB Leipzig von der Tabellenspitze. Der Gladbacher Matchwinner genießt nach langer Leidenszeit den Moment.

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Die Kreidestriche im Gesicht von Hannes Wolf zeugten vom großen Kampf der Gladbacher.

Dass ausgerechnet der von RB Leipzig ausgeliehene Angreifer mit seinem ersten Bundesligator beim 1:0 (0:0)-Erfolg für Borussia Mönchengladbach zum Matchwinner avancierte, sorgte für große Erleichterung am Niederrhein. (Service: Spielplan & Ergebnisse der Bundesliga)

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Ihm sei nach seinem Treffer in der 60. Minute "ein Stein vom Herzen" gefallen, meinte Wolf bei Sky: "Ich habe fast eineinhalb Jahre auf so einen Moment warten müssen. Ich freue mich, dass heute der Knoten geplatzt ist."

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Wolf kennt keine Gnade mit Ex-Kollegen

Mit seinem Treffer fügte Wolf seinen Ex-Kollegen die erste Saisoniederlage in der Bundesliga zu und schoss die Sachsen von der Spitze. Der Torjubel sei "überhaupt nicht schwer" gewesen, "weil ich mich als Spieler von Borussia Mönchengladbach sehe. Ich hoffe, dass ich längere Zeit hier bin als dieses Jahr".

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Der in Salzburg ausgebildete Österreicher war im vergangenen Sommer nach Leipzig gewechselt, konnte sich wegen den Folgen eines bei der U21-EM 2019 erlittenen Knöchelbruchs nicht wirklich durchsetzen. Nun gelang dem 21-Jährigen im elften Bundesligaspiel sein erstes Tor im deutschen Oberhaus.

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"Ich freue mich für ihn als Mensch, dass er ein Tor geschossen hat", sagte RB-Trainer Julian Nagelsmann, "weil er eine nicht so gute Phase in der Bundesliga hatte, seitdem er in Deutschland spielt. Ob er das jetzt unbedingt gegen uns machen musste ... - aber das ist sein Job. Er wird meines Wissens von Gladbach bezahlt, demnach sollte er auch versuchen, für Gladbach Tore zu schießen."

Er halte auch nichts davon, Leihspielern den Einsatz gegen den eigentlichen Klub zu verwehren. "Ich weiß, dass es diese Regelung gibt. Aber ich finde diese Regelung nicht gut", sagte der RB-Trainer. "Warum soll man gegen den Ex-Klub nicht spielen? Wenn man so viel Sorge hat, dass einen der Spieler zu einer Niederlage schießt, dann sollte man ihn vielleicht nicht verleihen, sondern behalten und spielen lassen." 

Wolf nach Remis gegen Real Madrid in der Kritik

Beim 2:2 gegen Real Madrid in der Champions League wurde Wolf in der Schlussphase eingewechselt, und musste sich hinterher für teils schlampig ausgespielte Konter einige kritische Worte anhören. Dennoch warf ihn Trainer Marco Rose gegen Leipzig von Beginn an ins kalte Wasser, erstmals seit dem ersten Spieltag stand Wolf bei den Fohlen wieder in der Startelf.

"Ich habe viele Jungs, die Tore machen können, Hannes ist einer davon. Er hat heute die Chance bekommen von Anfang an gegen seinen Heimatverein. Ich weiß, dass Hannes mit solchen Situationen gut umgehen kann, dass es ihn eher motiviert", erklärte Rose seinen Schachzug. "Er hat auf dem Platz die richtige Antwort gegeben, mit einer sehr guten Leistung."

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Nach einem sehenswerten Gladbacher Spielzug und einem Pass von Patrick Herrmann traf Wolf mit einem überlegten Schuss ins rechte untere Eck und schoss die Gladbacher damit im achten Anlauf zum ersten Sieg gegen RB Leipzig. Die Fohlen kletterten auf Rang vier, die um zwei Punkte besseren Leipziger rutschten auf Rang drei ab. Der FC Bayern hatte am Nachmittag mit einem 2:1-Sieg beim 1. FC Köln Platz eins übernommen. (Service: Tabelle der Bundesliga)

Gladbach-Matchwinner Wolf: "Spiel gibt Selbstvertrauen"

"Das Spiel gibt sicher Selbstvertrauen für die nächsten Wochen", meinte Wolf, der schon in der Salzburger Jugend mit seinem jetzigen Chefcoach zusammengearbeitet hat. "Er kennt mich seit ich 14 bin. Wir haben zusammen viel durchgemacht. Das ist ein bisschen Schicksal, dass wir jetzt wieder beim gleichen Verein zusammenarbeiten. Natürlich war das auch ein Grund dafür, hierherzukommen und den Schritt zu gehen."

Die starken Eindrücke aus der Vorbereitung konnte Wolf in der noch jungen Saison allerdings nicht immer bestätigen. "Er hat eine sehr gute Vorbereitung gespielt, danach wollte er vielleicht ein bisschen zu viel", urteilte Rose. "Nach seiner schweren Verletzung bekommt er jetzt hier bei uns die Chance, mehr zu spielen. Er bekommt auch nichts geschenkt. Das haben wir an den ersten Spieltagen gemerkt."

Wolf selbst sprach von einem "kleineren Tief". "Ich werde über Spielzeit versuchen, auf mein Top-Level zu kommen", sagte der Tor-Debütant. "Solche Momente helfen mir natürlich."