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Uli Hoeneß warnt vor den Qualitäten von Borussia Dortmund. Außerdem geht er auf ein Problem der deutschen Klubs ein und spricht über die Corona-Situation.

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Der FC Bayern hat die deutsche Meisterschaft acht Mal in Folge gewonnen - und geht auch in die nächste Saison als Topfavorit. 

Ein Selbstläufer wird der neunte Titel für den deutschen Rekordchampion aber nicht, warnte Bayerns Ex-Präsident und Aufsichtsrats-Mitglied Uli Hoeneß im CHECK24 Doppelpass auf SPORT1. Der langjährige Bayern-Boss sieht einmal mehr Borussia Dortmund als schärfsten Verfolger an. Und geht davon aus, dass BVB in der kommenden Saison ein neues Level erreichen wird. 

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"Ich glaube, dass Dortmund dieses Jahr stärker spielt", sagte der 68-Jährige und erklärte seine These auch gleich: "Bis auf (Achraf) Hakimi haben sie keinen wichtigen Spieler verloren, ihre jungen, sehr talentierten Spieler gehalten. Erling Haaland ist ein Jahr älter, Jadon Sancho ist geblieben und ein Jahr älter." 

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Die hochtalentierten Spieler der Schwarz-Gelben hätten alle an Erfahrung gewonnen hätten - mit der neuen Reife sollten sie besser unterwegs sein, als in der Rückrunde der Vorsaison. Was also durchaus ein interessantes Titelrennen bedeuten könnte. 

Kritik an deutschen Klubs in Europa League

Wehklagen über die fehlende Spannung in der Bundesliga lässt Hoeneß ohnehin nicht zu. Ebenso wenig wie radikale Neuansätze zur Verteilung der TV-Gelder: "Angenommen, wir nehmen dem FC Bayern 50 Millionen Euro weg und verteilen sie an den Rest der Liga. 17 mal drei ist 51, jeder Verein bekommt also drei Millionen. Glaubt jemand, dass sich dann etwas ändern würde? Wenn man anfängt, sozialistisch zu denken und umzuverteilen, sträuben sich mir die Haare." 

Zum deutschen Abschneiden der deutschen Teams in Europa sagte der Bayern-Macher: "International würde ich mir keine Sorgen machen. Ich sehe eher ab Platz fünf, sechs ein großes Loch. In der Spitze sind wir europaweit wieder gut aufgestellt." 

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Vor allem die schlechte Bilanz vieler deutscher Vereine in der Europa League bemängelte er: "Die Europa League wird in Deutschland bei vielen Vereinen nicht ernst genug genommen. Er könnte wirtschaftlich interessant sein. Seit vielen Jahren gewinnt ihn oft der FC Sevilla, der in Spanien keine Rolle im Kampf um den Titel spielt."

Daran könnte man erkennen, dass man in diesem Wettbewerb erfolgreich sein könne, "wenn man sich auf etwas konzentriert, auch wenn Sevilla teilweise gegen gute Teams wie Manchester United oder Inter Mailand gespielt hat. In Deutschland wir für die Europapokal-Qualifikation hart gekämpft." Zu häufig schone man dann aber seine Spieler für die Liga, wenn man die Quali erstmal geschafft habe: "Das ist natürlich fatal." 

Fans mit Angst vor Rückkehr ins Stadion?

Auch zur Corona-Problematik im Profifußball äußerte sich Hoeneß und forderte noch "zwei, drei Monate Geduld". "Wir sollten weiterhin diszipliniert sein, damit in Deutschland die Zahlen wieder zurückgehen. Für die ewige Kritik, die jeden Montag bis Freitag in der Zeitung steht, habe ich überhaupt kein Verständnis", sagte Hoeneß.

"Wir müssen lernen, an das Ganze zu denken. Man muss vorausschauen und nicht kurzfristig nur ans Ego denken", ergänzte er. Er könne aber die Sorgen einiger Klubs nachvollziehen. "Wenn wir mehr als ein halbes Jahr nicht im vollen Stadion spielen können - bei uns fehlen auch 50 Millionen über die ganze Saison -, dann wird der ein oder andere Verein Probleme bekommen", sagte Hoeneß.  

Sorge bereite ihm auch, "ob die Leute, wenn es möglich ist, wieder alle kommen. Ob es dann ausverkaufte Stadien gibt oder ob die Leute ängstlich sind".