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Mainz - Nach der Szalai-Ausbootung verliert der kriselnde FSV Mainz 05 auch das zweite Saisonspiel gegen den VfB Stuttgart. Die Luft für FSV-Coach Achim Beierlorzer wird immer dünner.

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Nach der Meuterei im Training kommt der 1. FSV Mainz 05 auch in der Bundesliga immer mehr vom Kurs ab.

Drei Tage nach dem aufsehenerregenden Spielerstreik kassierten die Rheinhessen bei der  verdienten 1:4 (1:1)-Klatsche gegen Aufsteiger VfB Stuttgart die zweite Niederlage im zweiten Saisonspiel. Den Mainzern stehen weitere unruhige Tage bevor, Trainer Achim Beierlorzer muss sogar um seinen Job bangen. (Das Spiel im TICKER zum Nachlesen)

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FSV-Coach Beierlorzer angezählt

"Die Gesamtlage in Mainz ist bedenklich, das wissen wir auch", hatte Sportvorstand Rouven Schröder schon vor dem Spiel bei Sky gesagt: "Es ist ganz wichtig, dass wir in die Analyse gehen, und dabei wird es auch um den Trainer gehen." Nach der Pleite ergänzte er, dass Beierlorzers Zukunft in den kommenden Tagen thematisiert werde. "Wir werden Gespräche führen, aber ergebnisoffen."

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 Beierlorzer selbst machte sich indes keine Sorgen um seinen Job. "Zu 100 Prozent" sehe er seine Zukunft bei den Rheinhessen, sagte der FSV-Trainer nach Abpfiff. Sein Verhältnis zur Mannschaft beschrieb er als "absolut konstruktiv".

Mainz-Kapitän Latza wortkarg

Silas Wamangituka (45.), Daniel Didavi (61.), Mateo Klimowicz (80.) und Sasa Kalajdzic (86.) bescherten Stuttgart trotz der Gelb-Roten Karte gegen Pascal Stenzel in der Nachspielzeit (90.+1) den ersten Sieg nach der Rückkehr ins Oberhaus. Robin Quaison (13.) hatte Mainz in Führung gebracht. (Spielplan der Bundesliga 2020/21)

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FSV-Kapitän Danny Latza wollte sich nach dem Spiel nicht zu Szalai äußern: "Kein Kommentar." Seiner Meinung nach sei "das 1:3 der Knackpunkt" für die zweite Niederlage gewesen. Auf die Fragen, ob heute trotz der Querelen zuletzt eine Mannschaft auf dem Platz gestanden habe - und ob diese hinter Coach Beierlorzer stehe, entgegnete Latza nur kurz und knapp - zwei Mal mit "Ja!"

Auf Szalai-Ausbootung folgt zweite Saisonniederlage

Wer in Mainz nach dem knapp geschafften Klassenerhalt auf eine Aufbruchstimmung in der neuen Saison gehofft hatte, war in den vergangenen Tagen eines Besseren belehrt worden. Auf den Liga-Fehlstart mit dem 1:3 bei RB Leipzig folgte am Mittwoch der Eklat mit dem Trainingsstreik der Profis aus Unmut über die vorangegangene Aussortierung von Stürmer Adam Szalai. (Tabelle der Bundesliga)

Doch damit nicht genug der Krisenherde am Rhein: Wie Klubboss Stefan Hofmann am Freitag bestätigte, beschäftigt auch die Diskussion um eine mögliche Rückzahlung des gekürzten Gehalts während der Coronakrise den Verein. Zudem berichtete die Allgemeine Zeitung schon von einem schwelenden Konflikt zwischen dem Team und Trainer Beierlorzer, was Schröders Aussage am Samstag unterfütterte.

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Eine positive Nachricht gab es für die Rheinhessen zumindest von den Tribünen. Erstmals seit 202 Tagen waren wieder Zuschauer in der Opel Arena zugelassen. Die 3403 Fans sahen mutige Gäste, die den fahrigen Mainzern in der Anfangsphase sowohl spielerisch als auch kämpferisch klar überlegen waren. 

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VfB feiert 4:1-Auswärtssieg

Die 05er konnten sich kaum aus der eigenen Hälfte befreien - aber gleich die erste Chance der Platzherren verwandelte Quaison zur Führung. Zwar war der VfB auch nach dem Gegentreffer aus dem Nichts die spielbestimmende Mannschaft, gefährlicher blieb aber Mainz. Jean-Paul Boetius verpasste das 2:0 von der Strafraumkante nur knapp (25.).

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Stuttgart spielte sich immer wieder gefällig bis zum Sechzehner durch, machte aber zunächst zu wenig aus aussichtsreichen Gelegenheiten. Bestes Beispiel war Wamangituka, der aus guter Position deutlich verzog (36.). Kurz vor der Pause machte es der Kongolese jedoch besser und traf zum verdienten Ausgleich.

Auch nach dem Seitenwechsel war der VfB die aktivere Mannschaft. Didavi musste nach Vorarbeit von Kalajdzic nur noch zum 2:1 einschieben. Nur vier Minuten später ergab sich Karim Onisiwo (65.) die Chance zum Ausgleich, sein Schuss aus kurzer Distanz kullerte aber knapp am Tor vorbei. Auch der eingewechselte Levin Öztunali vergab eine weitere vielversprechende Gelegenheit (74.), ehe aber Klimowicz und Kalajdzic alle Zweifel am VfB-Erfolg beseitigten.

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mit Sport-Informations-Dienst (SID)