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München - Nach seinem Treffer gegen Schalke, mit dem er zu Bayerns jüngstem Torschützen wurde, ist Jamal Musiala in aller Munde. SPORT1 stellt den bemerkenswerten Teenager vor.

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Nur neun Minuten benötigte Jamal Musiala, um eine echte Bayern-Ikone zu verdrängen.

In der 72. Minute wurde Musala gegen Schalke 04 eingewechselt und traf in der 81. Minute zum 8:0-Endstand. Mit seinen 17 Jahren, 6 Monaten und 23 Tagen wurde er zum jüngsten Torschützen in der ruhmreichen Geschichte des Rekordmeisters.

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Roque Santa Cruz war bis zu diesem Zeitpunkt Bayerns Super-Teenie.

Mit einem beherzten Solo samt präzisem Abschluss zeigte Musiala seine Veranlagung - und sorgte für ein breites Grinsen im Gesicht seines Trainers. (Diese Rekorde stellte Bayern gegen Schalke auf)

"Wir erhoffen uns von ihm, dass er das, was er andeutet, weiter zeigt", sagte Hansi Flick nach dem Premierentor des Teenagers, der gleichzeitig zum fünftjüngsten Torschützen der Bundesliga wurde. "Er soll von den Topspielern möglichst viel annehmen und aufnehmen."

Es war der zweite Auftritt in der Bundesliga für den offensiven Mittelfeldspieler, der in der vergangenen Saison bereits zu einem zweiminütigen Einsatz gegen den SC Freiburg gekommen war. 

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Musiala: Von der U17 bis in die Champions League

Vor einem Jahr hatte Bayerns Chefscout Marco Neppe den hoch veranlagten Teenager vom FC Chelsea nach München gelotst. Seitdem geht es für Musiala unaufhörlich aufwärts. In der U17 glänzte er, mit der Nummer 10 des Spielmachers auf dem Rücken, gleich mit Toren, bevor er sich unter Trainer Martín Demichelis in der U19 einen Stammplatz erspielte.

Nach dem Re-Start der 3. Liga fasste er auch bei Bayern II nachhaltig Fuß und erzielte gegen Zwickau einen Doppelpack als Joker. Bis zum Ende der Saison, die die "kleinen Bayern" als Meister abschlossen, bekam Musiala regelmäßig seine Einsatzzeiten.

Nachdem er auch in der Youth League seine Erfahrungen sammeln durfte, schnupperte Musiala gegen Freiburg erstmals Bundesligaluft. Beim 8:2-Triumph gegen den FC Barcelona saß der Youngster auf der Bank.

Dass der Offensivspieler bei all seinen Trainern gut ankommt, liegt nicht zuletzt an seiner Flexibilität. "Er ist clever, schnell, technisch stark und kann auf der Zehn, aber auch auf der Neun spielen", beschrieb sein damaliger Berater Bradley Hudson-Odoi bei Musialas Wechsel im Vorjahr die Stärken des Youngsters im Gespräch mit SPORT1. 

Deutschland oder England: Für wen entscheidet sich Musiala?

Während der Wechsel von Callum Hudson-Odoi, dem Bruder von Musialas früherem Berater, von Chelsea nach München platzte, sicherten sich die Bayern damals ein noch jüngeres Talent. Vor seinem Wechsel nach München 2019 hatte er acht Jahre in der Jugend des FC Chelsea gespielt.

"Der Moukoko des FC Bayern", titelte die tz im Februar, nachdem Musiala unter Cheftrainer Hansi Flick sogar im Training bei den Stars der ersten Mannschaft reinschnuppern durfte. Der Vergleich zu Dortmunds Youssoufa Moukoko drängt sich auf, hinkt gleichzeitig aber auch ein wenig.

Im Gegensatz zu BVB-Supertalent ist Musiala eher schmächtig und auch ein wenig schüchtern. Um sich bei den Bayern zu etablieren, muss er insbesondere körperlich noch zulegen. Dafür glänzt Musiala mit feiner Technik und Raffinesse, wirkt von seiner Spielanlage wie der junge Mehmet Scholl.

Musiala, der als Sohn einer Deutschen und eines Nigerianers in Stuttgart geboren wurde, könnte auf Sicht auch für die deutsche Nationalmannschaft interessant werden. "Ich würde mich auf jeden Fall um ihn bemühen. Aber das ist seine Entscheidung, er hat da auch klare Vorstellungen",  sagte Flick mit Blick auf Bundestrainer Joachim Löw.

Flick über Musiala: "Das ist ein weiter Weg"

Da Musiala auch im Besitz eines englischen Passes ist, ist längst nicht ausgemacht, dass er eines Tages für das DFB-Team spielt. Nach zwei Länderspielen für die deutsche U16 wechselte er zurück zu den Three Lions, wo er zuletzt für die U17 spielte.

"Er ist ein ausgezeichneter Spieler, der viel Tempo aufnehmen kann. Er hat im Training schon öfter bewiesen, was er heute gezeigt hat", freute sich Flick, der aber gleichzeitig auf die Bremse drückt: "Wir wollen ihn behutsam dahin führen, dass er uns noch mehr helfen kann. Das ist ein weiter Weg."

Macht er auf diesem Weg so weiter wie am Freitagabend, dann könnte er die eine oder andere Abkürzung nehmen.