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Gelsenkirchen - Eine weitere Niederlage gegen Bremen könnte das Aus von David Wagner als Schalke-Trainer bedeuten. Das hätte Folgen für die königsblaue Kasse und Sportdirektor Schneider.

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Nach 17 sieglosen Spielen wird die Luft für David Wagner auf Schalke immer dünner. Das Heimspiel am Samstag im Kellerduell gegen Werder Bremenist für den angeschlagenen Trainer bereits ein Endspiel (‪Bundesliga: FC Schalke 04 - Werder Bremen am Samstag ab 18.30 Uhr‬ im LIVETICKER).

Stößt er den Bock nicht um, überlegen die S04-Bosse nach SPORT1-Informationen, schon am Wochenende die Reißleine zu ziehen.

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Sogar Sportchef Jochen Schneider, der stets zu Wagner hält, erhöht den Druck: "Ich erwarte eine deutliche Leistungssteigerung, die sich auch im Ergebnis widerspiegelt."

Heißt: Siegen oder fliegen!

Schalke geht zum Auftakt beim FC Bayern unter

Zum Bundesliga-Auftakt machen Schalke und Wagner mit dem Debakel bei den Bayern so weiter, wie sie aufgehört haben: mit Niederlagen. Das 0:8 war die höchste Bundesliga-Pleite seit 50 Jahren.

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Die Anzahl an Personen im elfköpfigen Aufsichtsrat, die Wagner kritisch sehen, ist nach der "Schande" von München (O-Ton Abwehrspieler Bastian Oczipka) gestiegen. Wie SPORT1 erfuhr, haben einige Personen im Klubumfeld Sportchef Schneider sogar nahegelegt, den Markt nach freien Trainern zu sondieren. Auf der Schalke-Liste stehen neben Sandro Schwarz (41, zuletzt Mainz) auch Eurofighter Marc Wilmots (51/zuletzt Iran).

Wagner und Schalke – ist am Wochenende schon alles vorbei? ‪Im Mai 2019 holte‬ Schneider den Ex-Huddersfield-Coach nach Gelsenkirchen, stattete ihn mit einem Vertrag bis 2022 aus.

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Wagner-Rauswurf wäre für Schalke teuer

Ein Wagner-Aus auf Schalke hätte weitreichende Folgen für S04. Ein vorzeitiger Abschied des 48-Jährigen würde den Knappen allen voran in wirtschaftlicher Hinsicht wehtun. Der Trainer hat einen hoch dotierten Vertrag, bei einer vorzeitigen Entlassung würde eine hohe Abfindungszahlung fällig.

Der klamme Pott-Klub (rund 200 Millionen Euro Schulden) müsste Wagner auszahlen und zudem das Gehalt eines möglichen Nachfolgers stemmen. Das würde den finanziellen Spielraum der Königsblauen noch mehr einschränken.

Zum anderen würde ein Wagner-Aus auch die kritischen Rufe an Schneider lauter werden lassen. Nicht nur nach außen, auch intern stellte sich der Sportvorstand immer wieder gegen die Kritik am Trainer. "Er ist der richtige Trainer für Schalke", betonte Schneider stets.

Schneider stärkt Wagner den Rücken

Der einfühlsame Schwabe hatte dabei immer die gute Hinserie der vergangenen Saison im Blick, als Schalke in 17 Ligaspielen mit 30 Punkten auf Rang fünf lag. "Wir haben uns diesen Trainer bewusst ausgesucht und haben in der vergangenen Saison auch sehr schnell den Fußball gespielt, für den der FC Schalke 04 stehen möchte", sagte er vor dem Saisonstart im SPORT1-Interview. "Dahin wollen wir zurück, und dahin kommen wir wieder zurück."

Allmählich wächst aber auch der Druck auf Schneider. Der Sportchef will sich eigentlich gegen die Mechanismen des Geschäfts wehren und hielt deshalb bis zuletzt zu seinem Wunschtrainer. Ehrenwert, aber nicht unbedingt zielführend.

"Wieso hat er (Schneider, Anm. d. Red.) Wagner die Vorbereitung gegeben und einen Neustart damit verhindert?", fragte ein aufgebrachter Fan auf Twitter.

Innerhalb des Aufsichtsrats wurde während der Sommerpause immer wieder die Frage gestellt, was denn im Falle einer hohen Auftaktklatsche gegen Bayern passiere. Schneider habe glaubhaft und überzeugend versichert, so heißt es, dass dieser Fall nicht eintrete und man gemeinsam mit Wagner die Wende schaffe.

Auch auf Schneider wächst der Druck. Gelingt seinem Wunschtrainer nicht der Turnaround und käme es zu einer vorzeitigen Entlassung, müsste dann sein nächster Schuss sitzen.