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Sinsheim - Der FC Bayern geht auf dem Zahnfleisch, Neuzugänge werden benötigt. Sportvorstand Hasan Salihamidzic muss sein Meisterstück wiederholen, findet SPORT1-Chefreporter Florian Plettenberg.

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Eines vorweg: Der FC Bayern hatte auch vor der Triple-Saison eine Kader-Diskussion.

Führungsspieler wie Robert Lewandowski und Joshua Kimmich forderten im Sommer 2019 Neuzugänge. Denn die Truppe war zu klein für allerhöchste Ansprüche. Das Ergebnis ist bekannt.

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Dieser Tage wiederholt sich das Spiel.

Dass der Kader (noch) zu schmal besetzt, steht außer Frage. 21 Feldspieler befinden sich derzeit in der Bayern-Auswahl. Darunter Javi Martínez und Michael Cuisance, die noch weg wollen. Rückkehrer Adrian Fein, der es derzeit nicht mal in den Kader schafft.

Talente wie Jamal Musiala, Chris Richards und Joshua Zirkzee, die - verständlicherweise - gegen attackierende Hoffenheimer noch an ihre Grenzen stoßen und Zeit brauchen. Paris-Versprechen Tanguy Nianzou, der verletzt ist.

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Deshalb werden und müssen die Bayern bis zum 5. Oktober noch was tun!

Doch in dieser Saison steht das Spielerbeschaffungs-Komitee um Sportvorstand Hasan Salihamidzic vor einer noch größeren Herausforderung als im letzten Jahr.

Bayern verpflichtet nicht um jeden Preis

Der Kader muss verstärkt werden, und das Festgeldkonto ist noch immer üppig gefüllt. Die Corona-Krise hat den Transfermarkt aber mächtig durcheinandergewirbelt.

Die Bayern könnten, aber wollen nicht um jeden Preis jeden Spieler verpflichten (wie Sergiño Dest, Ivan Perisic) oder verlängern (wie David Alaba).

Aus Bayern-Sicht werden faire und marktgerechte Angebote abgeben. Darüber hinaus bleibt der Klub eisern. Das ist vernünftig, aber gefährlich!

Bayerns Ziele hoch gesteckt

Ein 1:4 in Hoffenheim kann passieren. Die Flick-Elf war platt. Hoffenheim war topfit. Die Bayern waren unkonzentriert. Die TSG hochmotiviert.

Das Debakel (für Münchner Verhältnisse) moderierte Trainer Hansi Flick gekonnt weg. Getreu dem Motto: Abhaken, weitermachen.

Aber Flick weiß auch, dass selbst im verwöhnten Quadruple-Kosmos derlei Ergebnisse maximal einmal pro Halbjahr ad acta gelegt werden können.

In München sonnt sich niemand im Schatten von vier Titeln. Bestenfalls sollen sie in dieser Saison verteidigt werden. Aufgrund des Mammut-Programms samt ausbleibender Sommer-Vorbereitung scheint dieses Ziel fast utopisch. Gesteckt ist es trotzdem, weshalb Flick zu Recht Verstärkungen fordert.

Aktueller Kader reicht nicht für das Triple

Mit dem aktuellen Kader wird die Triple-Verteidigung ein Wunschziel bleiben, denn es zeigt sich bereits jetzt:

Corentin Tolisso und Cuisance sind nicht Thiago. Einen vielseitigen Thomas-Müller-Ersatz wie Philippe Coutinho und einen vierten Flügel-Backup wie Perisic gibt es nicht. Leroy Sané braucht nach langer Verletzung noch Zeit. Alaba steckt, vielleicht auch wegen des Vertragstheaters, mindestens im Mini-Formtief. 

Letztes Jahr verließen Mats Hummels, Renato Sanches, Rafinha, Franck Ribéry und Arjen Robben die Bayern. Kurz vor Toreschluss wurden Cuisance, Perisic und Coutinho fest verpflichtet oder zumindest ausgeliehen. Im Winter wurde mit Álvaro Odriozola zumindest ein guter Sparringspartner für die Trainingseinheiten verpflichtet.

Salihamidzic hat bewiesen, dass er unter Druck einen Kader zusammenstellen kann, der in puncto Qualität und Mentalität höchsten Zielen gerecht wird. Noch hat er sieben Tage Zeit, dieses Meisterstück zu wiederholen.