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München - Beim ersten Auftritt nach dem Triple fordert Hansi Flick wiederholt Verstärkungen und sagt, dass die erneute Meisterschaft für den FC Bayern kein Selbstläufer wird.

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Gut gelaunt, braun gebrannt und sichtlich erholt erschien Hansi Flick am Mittwoch in der Erlebnis-Welt des FC Bayern.

In den Händen hielt der Triple-Sieger den legendären, silberfarbenen und blank-polierten Henkelpott und brachte diesen an den Ort, wo er hingehört: Nach München - neben den DFB-Pokal und die Meisterschale von 2019/20.

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Damit war es mit der Reminiszenz aber auch schon wieder vorbei, denn für den Bayern-Coach war damit die unglaubliche Erfolgsgeschichte der vergangenen Saison endgültig abgehakt. "Wir haben unsere Ziele erreicht, haben auch entsprechend gefeiert - aber jetzt ist es vorbei", sagte Flick. "Jetzt fokussieren wir uns auf neue Ziele."

Flick: "Es gibt keine Motivationsprobleme"

Dass sein Team nach dem beeindruckenden Dreifach-Erfolg jetzt in ein Loch fallen könnte, ist für den Bayern-Coach nicht vorstellbar. "Ich bin von meiner Mannschaft überzeugt, habe wahnsinniges Vertrauen in sie und sehe da überhaupt kein Problem. Die Spieler wollen den Erfolg bestätigen. Es gibt keine Motivationsprobleme", bekräftigte Flick vielmehr.

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Dafür aber andere Probleme: Vor dem Bundesliga-Start am 18. September gegen den FC Schalke 04 weiß der 55-Jährige noch gar nicht, mit wem er überhaupt planen kann. So ist etwa die Zukunft von Thiago und David Alaba immer noch offen. 

"Die Situation ist nicht ganz einfach. Ich weiß nicht, wer uns verlässt oder wer noch dazu kommt. Das ist nicht ganz optimal", sagte Flick. "Solange beide aber im Kader sind, plane ich auch mit ihnen", fügte er an.

Ungewisse Zukunft bei Thiago und Alaba

Laut SPORT1-Informationen sind die Münchner Verantwortlichen bei Alaba optimistisch, dass der Österreicher seinen 2021 auslaufenden Vertrag verlängern wird. Bei Thiago hingegen deutet alles auf einen Abschied hin. Nichtsdestotrotz wird Alaba am Freitag zum ersten Mannschaftstraining erwartet, Thiago hat noch Nations-League-Sonderurlaub bis nächste Woche.

Die aktuelle Kaderzusammenstellung stellt den ehrgeizigen Flick nicht zufrieden: "Wir haben mit Ivan - so ist eben aktuell der Stand - Philippe und Alvaro drei Spieler mit großer Qualität verloren. Ivan und Philippe haben vor allem in der Champions-League-Endrunde gezeigt, welche Qualität sie haben. Aber es ist jetzt so entschieden, dass wir auf die drei nicht mehr zurückgreifen. Wie gesagt: Wir wollen wieder Qualität auf ihren Positionen reinbekommen. Ich bin da guter Hoffnung."

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Mit Sportdirektor Hasan Salihamidzic sei er auch "im regen Austausch", und forderte daher wiederholt Verstärkungen, da "alle drei, vier Tage ein Spiel ansteht. Gerade nachdem wir Qualität verloren haben, müssen wir nachlegen und das geht nur mit qualitativ guten Spielern", so der Bayern-Coach. "Der Kader muss aufgrund der Belastungssteuerung in der Breite gut aufgestellt sind", schob er nach.

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Bayern-Coach warnt: Meisterschaft kein Selbstläufer

Flick tut gut daran, sich so offensiv zu positionieren, denn der Bayern-Trainer wird sich an den Erfolgen messen lassen müssen. Und so kommt es nicht von ungefähr, dass Flick mahnende Worte vorausschickt.

"Bei Bayern München will man immer Meister werden, aber das wird dieses Jahr verdammt schwer. Die anderen Mannschaften wie Dortmund, Gladbach und Leipzig hatten eine gute Vorbereitung. Wir kommen aus der Champions League und einem zweiwöchigen Urlaub. Ich denke aber, dass wir nicht allzu viel verloren haben und hoffe, dass wir unser Selbstvertrauen mitnehmen können. Denn die ersten Spiele sind wichtig. Es geht jetzt Schlag auf Schlag bis Weihnachten."

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Erschwerend kommt hinzu, dass Neuzugang Tanguy Nianzou bis zu acht Wochen fehlen wird. "Diese Zeit fehlt ihm natürlich, um sich mit unserem Spielsystem anzufreunden. Schade. Er ist ein junger Spieler mit enormem Potenzial", so Flick.

Flick fordert Qualität - Sané allein reicht nicht

Immerhin ist Top-Transfer Leroy Sané auf dem Weg zu alter Stärke und konnte beim DFB-Team Spielpraxis auf hohem Niveau sammeln. Doch selbst ein Spieler seines Formats wird auch in München Zeit brauchen, um anzukommen, wie der Bayern-Coach verdeutlichte.

"Ich erwarte das, was er in Ansätzen bei den Länderspielen gezeigt hat, über 90 Minuten! Was ich mit dem Ball von ihm gesehen habe, war sehr vielversprechend", lobte Flick."Aber gerade bei uns geht es auch gegen den Ball sehr intensiv zur Sache. Unsere Spielweise, den Gegner früh und aktiv unter Druck zu setzen, wird schon eine große Umstellung für ihn."

Und so tut sich auch der Münchner Erfolgstrainer schwer ob der Zielvorgabe für die neue Saison: "Erst wenn der Kader komplett ist, kann ich eine Marschrichtung vorgeben." 

"Thiago oder nix", forderte einst Ex-Bayern-Trainer Pep Guardiola und bekam seinen Wunschspieler. Zu solcher einer Aussage ließ sich Flick trotz Fragen zu möglichen Verstärkungen aber nicht hinreißen - stellte aber mehrmals die Forderung nach Qualität. Denn nur diese bringt auch wieder Titel nach München.