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München - SPORT1-Experte Stefan Effenberg ist fassungslos nach dem Fiasko von Schalke 04 gegen den FC Bayern. Dem BVB traut er sogar den Titel zu - auch wegen der Youngster.

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Liebe Fußball-Freunde,

das Debakel des FC Schalke 04 gegen den FC Bayern hat mich mit diesem Ergebnis denn doch überrascht: Es steht am Ende 0:8, da kannst du doch nicht als Kapitän wie Schalkes Benjamin Stambouli hingehen und sagen: Mit dieser Mentalität werden wir in Zukunft noch Spiele gewinnen.

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Da siehst du doch, was da kaputt ist auf Schalke, wenn ein Kapitän so etwas ausspricht... Was denken denn da die anderen 25 Spieler, die hinten dranstehen und so etwas hören?

Schalke hat ja noch nicht mal Zweikämpfe geführt. Wenn ein Spiel so gegen mich läuft, dann tu ich wenigstens noch jemandem weh...

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Was sollen denn die Fans denken, die das sehen, mit ihrer Arbeitermentalität, Schweiß und Blut? Die leiden doch mit, und dann sehen die sowas.

Tönnies im Stadion unverständlich

Unverständlich ist für mich außerdem, dass Clemens Tönnies (früherer Aufsichtsratsboss, Anm. d. Red.) trotz seines Aus' auf Schalke im Stadion war - nach allem, was zuvor gewesen war mit dem Rücktritt von allen Ämtern: Ich wäre an seiner Stelle nicht ins Stadion gegangen, wenn mich die Bayern und Uli Hoeneß eingeladen hätten.

Der Top-Favorit auf den Titel ist natürlich weiterhin Bayern. Aber ich bin davon überzeugt: Borussia Dortmund hat in diesem Jahr gute Chancen, die Meisterschaft zu gewinnen.

Sie konnten ihr Team zusammenhalten mit Jadon Sancho und Erling Haaland – jetzt haben sie auch noch Jude Bellingham dazubekommen. Die Qualität hat der BVB auf jeden Fall gesteigert, auch wenn es sich zeigen muss, ob es nach hinten raus reicht. 

Ich würde dieses Ergebnis mit dem 3:0 gegen Gladbach fast gleichsetzen mit dem 8:0 der Bayern gegen Schalke. Gladbach hat ja auch enorme Qualität. Und wenn Marco Reus und Julian Brandt dann noch von der Bank kommen...

BVB-Youngster begeistern

Ich fand auch Mats Hummels' Aussage nach dem Spiel positiv und offensiv, als er sagte: "Wir sind noch lange nicht am Ziel." Warum also soll der BVB den Bayern nicht mal ein Bein stellen? Da ist noch so viel Potenzial, sie haben die Power.

Bemerkenswert fand ich dabei auch, wie Sancho bei der Elfmetersituation Haaland den Ball überließ - er lächelte sogar und war nicht angefressen. Da siehst du doch, wie die Youngster miteinander umgehen. Sancho und sein Tempo, das ist ohnehin weltklasse.

Bayern muss noch was machen

Ich finde auch: In der Breite müssen die Bayern schon noch was machen und Qualität dazuholen, der Abgang von Thiago ist ein Verlust. Und auch Robert Lewandowski darf nicht ausfallen, das hat man ja gesehen in der vergangenen Saison.

Auch die Baustelle David Alaba und die Hängepartie mit seinem Berater um einen neuen Vertrag musst du jetzt zügig schließen.

Euer
Stefan Effenberg

Stefan Effenberg hat 2001 mit dem FC Bayern die Champions League gewonnen. Mit den Bayern und Borussia Mönchengladbach wurde er zudem mehrmals Deutscher Meister und Pokalsieger. Seit Sommer 2018 bildet der 52-Jährige mit Marcel Reif und Mario Basler das feste Experten-Team des CHECK24 Doppelpass.