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München - Borussia Dortmund begeistert zum Liga-Start nicht zuletzt dank seiner Youngster-Power. Ist es wirklich ein Fingerzeig auch in Richtung FC Bayern und Meisterschaft?

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Natürlich gehörten die allergrößten Schlagzeilen zum Bundesliga-Saisonstart dem FC Bayern.

Dieses famose 8:0 gegen den FC Schalke 04, dazu ein gewisser Jamal Musiala, der mit 17 Jahren, 6 Monaten und 23 Tagen jüngster Torschütze in der Geschichte des Rekordmeisters wurde - das nötigte auch Borussia Dortmund gehörig Respekt ab, wie Sportdirektor Michael Zorc zugab: "Mich hat beeindruckt, mit welcher Gier sie nach einer Woche Mannschaftstraining schon wieder auf dem Platz waren."

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Und doch: Auch der BVB  schaffte es, an diesem 1. Spieltag in aller Munde zu sein. Zum einen dank eines ebenfalls bemerkenswert erspielten 3:0 gegen Borussia Mönchengladbach. Vor allem aber, weil dabei weitaus mehr als nur ein Teenager großen Anteil trug.

Es war eine Co-Produktion zweier 17-Jähriger, als Jude Bellingham den Ball im Strafraum zu Gio Reyna spitzelte, der dann eiskalt zur Führung versenkte.

BVB: Bellingham erneut historisch

Bellingham, kürzlich schon jüngster Torschütze überhaupt im DFB-Pokal, trat dabei ebenso historisch in Erscheinung. Mit 17 Jahren und 82 Tagen avancierte der Neuzugang von Birmingham City bei seinem Liga-Debüt zum jüngsten Assistgeber seit detaillierter Datenerfassung in der Bundesliga, ist jetzt sogar der jüngste Torschütze des BVB überhaupt in einem Pflichtspiel. 

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Danach schlug auch Top-Torjäger Erling Haaland (20) auf Anhieb wieder doppelt zu und adelte nach der Partie im norwegischen Fernsehen Reyna, der in seinem 15. Bundesligaspiel seinen ersten Treffer erzielte: "Er ist der amerikanische Traum."

Der gab das Lob flugs zurück: "Es macht so viel Spaß mit den Jungs in meinem Alter – wie Jude, Jadon (Sancho, Anm. d. Red.) oder Erling. Das gibt viel Energie und viel Spannung", so der Sohn des früheren Profis Claudio Reyna bei Sky.

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Und fügte an: "Es ist eine gute Truppe." Eine in ihrer Entwicklung bereits bemerkenswert abgezockte Truppe, die angesichts ihres jugendlichen Alters und ihrer Leichtigkeit eigentlich noch eine Rasselbande ist - und die Liga und Fans vielleicht doch ein bisschen Hoffnung darauf machen mag, dass die Bayern nicht erneut zur Meisterschaft spazieren.

Bayern-Boss Rummenigge beeindruckt vom BVB

"In Dortmund wird gut gearbeitet – die Mannschaft ist spannend. Das ist der Konkurrent Nummer 1 bei der Titelvergabe", sagte Karl-Heinz Rummenigge dazu bei Sky90.

Nun ist Bayerns Vorstandsboss weit davon entfernt, in Ehrfurcht zu erstarren. Doch angesichts einer langen kräftezehrenden Saison, die in Pandemiezeiten so schnell wie möglich durchgepeitscht wird, weiß auch er, dass es mitunter schnell in alle möglichen Richtungen gehen kann.

Der BVB-Kader weckt Fantasien - insbesondere wegen seiner Youngster. 

SPORT1-Experte Stefan Effenberg betonte im CHECK24 Doppelpass: "Sie konnten ihr Team zusammenhalten mit Sancho und Haaland – jetzt haben sie auch noch Bellingham dazu. Dortmund hat in diesem Jahr die Möglichkeit, die Meisterschaft zu gewinnen."

Effenberg: BVB wie Bayern beim 8:0 gegen Schalke

Ex-Profi Effenberg würde "das 3:0 gegen Gladbach fast gleichsetzen mit dem 8:0 der Bayern gegen Schalke. Und wenn Marco Reus und Julian Brandt dann noch von der Bank kommen... Warum soll der BVB den Bayern nicht mal ein Bein stellen? Da ist noch so viel Potenzial, sie haben die Power."

Mats Hummels widerspricht dem keineswegs.

"Die Mischung aus verschiedenen Typen, die Altersstruktur, was Trainingsarbeit und Professionalität angeht, da haben wir eine sehr gute Balance im Kader und viele Stärken, die wir auf den Platz bringen können", schwärmte der Abwehrchef bei Sky. "Und die ist besser als in der vergangenen Saison. Wir haben einen Haufen guter Fußballer. Wenn wir das in die richtige Form bringen, dann sind wir eine Top-Mannschaft."

Zumal der Nachwuchs auch selbst Ambitionen formuliert: "Ich bin bereit, um eine größere Rolle zu spielen. Ich glaube, ich kann der Mannschaft helfen und Tore schießen", sagte Reyna.

Sancho überlässt Haaland Elfmeter

Gladbachs Sportdirektor Max Eberl formulierte es im CHECK24 Doppelpass so: "Dortmund hat eine gute Mannschaft, die Bayern seit Jahren gefährlich wird. Sie waren gegen uns sehr effektiv. Gegen so eine Mannschaft darfst du dir natürlich keine Fehler erlauben."

Bestes Beispiel dafür war der dritten Gegentreffer der Fohlen, als Sancho den wie ein Büffel auf und davon stürmenden Haaland blitzschnell in Szene setzte. Zuvor hatten sich beide bei einem Strafstoß mehr oder weniger harmonisch gezeigt, nachdem Sancho dessen Ausführung schließlich doch dem Norweger mit einem Lächeln überließ - und darüber eben "nicht angefressen war", wie Effenberg beobachtete.

"Es zeigt das Selbstvertrauen in unserer Gruppe. Das ist eine gute Sache", kommentierte Haaland die Situation hinterher bei Viaplay Football.

Auch die Bayern sollen diese Stärken plus Team-Spirit zu spüren bekommen, Zorc nimmt sie dafür sogar als Leitbild nach ihrem 8:0 über Schalke: "Das ist sehr beeindruckend und auch vorbildlich für uns."

Mehr noch: "Die beste Mannschaft Europas und damit auch auf der Welt" zum Rivalen zu haben, heißt für BVB-Lenker keineswegs, "dass wir nicht ambitioniert sind."

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Reinier in BVB-Pipeline, Moukoko im Anflug 

Die Youngster - neben Haaland, Sancho, Bellingham und Senkrechtstarter Reyna ist auch noch Real-Leihgabe Reinier (18) zu nennen - nähren Dortmunds Heißhunger auf Erfolg. 

Und dann ist da ja auch noch Wundertüte Youssoufa Moukoko: Das 15 Jahre alte Mega-Eigengewächs schnürte beim Saisonauftakt in der U19 Bundesliga gegen Preußen Münster gleich mal einen Hattrick, schnuppert an der Schallmauer von 200 Toren im Jugendbereich.

Am 20. November wird Moukoko 16 Jahre alt und darf nach den DFL-Statuten auch bei den Profos eingesetzt werden.

Vielleicht gehören ihm und dem BVB einen Tag später bei der Partie gegen Hertha BSC dann schon die allergrößten Schlagzeilen.