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Fans dürfen zurück in die Stadien. Vor dem Liga-Start einigen sich die Bundesländer auf eine einheitliche Regelung. Bayern spielt wohl dennoch vor leeren Rängen.

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Stattliche Kulisse statt Geisterspiele!

Die Chefs der Staatskanzleien haben drei Tage vor dem Start der neuen Bundesliga-Saison Grünes Licht für eine Rückkehr der Fans in die Stadien erteilt.

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Bundesweit einheitlich dürfen bei Veranstaltungen mit mehr als 1000 Zuschauern nun 20 Prozent der Plätze besetzt werden. Es werden allerdings keine Zuschauer zu Veranstaltungen zugelassen, wenn die 7-Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohner am Austragungsort größer oder gleich 35 und das Infektionsgeschehen nicht klar eingrenzbar ist.

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Bayern-Spiel gegen Schalke wohl vor leeren Rängen

Daher droht der Saisonstart am Freitag zwischen Titelverteidiger Bayern München und Schalke 04 (Bundesliga: FC Bayern - FC Schalke 04, Freitag 20.30 Uhr im SPORT1-LIVETICKER) weiterhin vor leeren Rängen stattzufinden. Die 7-Tage-Inzidenz für München liegt aktuell bei 40,09.

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BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke begrüßte die Einigung der Bundesländer. "Ich möchte mich bei allen aus der Politik bedanken, die in den vergangenen Wochen an der heutigen Entscheidung mitgewirkt haben", sagte Watzke.

Watzke nimmt Klubs und Fans in die Pflicht

Der BVB-Boss betonte aber auch gleichzeitig "die große Verpflichtung, dass wir als Klubs gemeinsam mit den beteiligten Fans mit dieser Probezeit in den kommenden Wochen äußerst verantwortungsvoll umgehen". Die genehmigte Teilwiederzulassung von Zuschauern sei jedenfalls "ein ganz wichtiger Schritt für alle Fußballfans in Deutschland".

"Sportveranstaltungen leben von der Unterstützung der Fans, von der Atmosphäre mit Publikum - das gilt sowohl für Bundesligaspiele, als auch für den Amateur- und Breitensport", sagte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) und fügte an: "Mit sicheren Infektionsschutzkonzepten und Grenzen bei der Kapazität können die Vereine ihre Sportstätten jetzt endlich wieder mit Leben füllen. Dabei gilt: Hygienekonzepte, Schutzmaßnahmen und ein umsichtiges Vorgehen haben Priorität."

Das heißt: Das Abstandsgebot von 1,5 Metern muss eingehalten werden, in den Stadien herrscht Alkoholverbot. Zudem ist das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung bis zum Einnehmen des Sitz- oder Stehplatzes Pflicht.

Durch die Einigung ist die Gefahr eines Flickenteppichs vermieden. Tausende Zuschauer im kleinen Hexenkessel von Union Berlin, aber nur 300 im riesigen Stadiontempel von Borussia Dortmund: Das hätte Unverständnis hervorgerufen, Zwist und Spaltung drohten in Sport und Politik.

Am Dienstag wurden auch die letzten Abweichler davon überzeugt, mitzuziehen und der 20-Prozent-Lösung zuzustimmen. So gab auch Bayerns mächtiger Ministerpräsident Markus Söder seine ablehnende Haltung auf und machte sich für den nun beschlossenen "Probebetrieb" stark.

DFB-Präsident Keller: "Nicht nur für den Fußball eine gute Sache"

"Nicht nur für den Fußball, sondern auch für die Kultur und für andere Geschichten ist das eine gute Sache", sagte DFB-Präsident Fritz Keller. "Wir werden auch da versuchen, mit der Kraft und mit der Organisationsmöglichkeit, die wir im Fußball haben hier auch als Beispiel voranzugehen, um wieder Freude am Spiel wie Fußball zurückzugewinnen, um die Gemeinschaft, die uns eigentlich fehlt, wieder hinzukriegen."

Am Wochenende war der DFB-Pokal eine Art Testlauf für entsprechende Hygienekonzepte. In Dresden beispielsweise sahen 10.053 Zuschauer das 4:1 von Dynamo gegen den Hamburger SV, zum Spiel des 1. FC Magdeburg gegen Darmstadt 98 (2:3 n.V.) kamen 5000 Besucher. Nur 300 Zuschauer durften hingegen in NRW das 5:0 von Borussia Dortmund beim MSV Duisburg sehen.

Nach einer zweimonatigen Unterbrechung aufgrund der Corona-Pandemie hatte die Bundesliga den Spielbetrieb Mitte Mai ohne Zuschauer wieder aufgenommen. Letztes Spiel vor normaler Kulisse war das Duell zwischen dem FSV Mainz 05 und Fortuna Düsseldorf (1:1) am 8. März.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)