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München - Aufregung beim Saison-Auftaktspiel zwischen dem FC Bayern München und Schalke 04. Die Funktionäre beider Verein sorgten für Irritationen, die DFL reagiert.

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Keine Masken, kein Abstand: Vereinsverantwortliche des FC Bayern und von Schalke 04 saßen beim 8:0 des deutschen Rekordmeisters im Eröffnungsspiel der Bundesliga-Saison dicht an dicht - trotz Corona-Auflagen.

Und das an dem Tag, an dem in der bayerischen Landeshauptstadt über schärfere Maßnahmen nachgedacht wird, weil die kritische Grenze an Infektionen überschritten wurde. Fußball-Deutschland war irritiert und rätselte, wieso die Verantwortlichen so handelten.

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Bayerns Vorstandsmitglied Oliver Kahn löste nach dem Spiel das Rätsel. "Es gab keine Vorgaben, weil wir uns an die bayerische Verordnung gehalten haben, die das erlaubt", sagte der Bayern-Vorstand im ZDF.

Staatsrecht vor Verbandsrecht

"Die DFL ist hierzu im direkten Gespräch mit dem FC Bayern", teilte der Verband am Samstag auf SPORT1-Nachfrage mit. Intern wurde es durchaus kritisch gesehen, dass die Delegationen der Vereine so eng beieinander saßen - zumal das Hygienekonzept der DFL eine solche Ansammlung verbietet. 

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​Im öffentlichen Raum dürfen in Bayern Gruppen von bis zu zehn Personen zusammensitzen. Da Staatsrecht vor Verbandsrecht gilt, haben sowohl der Triple-Sieger als auch die Königsblauen gegen keine Vorlagen verstoßen. 

Andererseits bietet das von Prof. Dr. Tim Meyer aktualisierte Konzept, das den Klubs vor dem Bundesligastart zugesandt wurde, durchaus Mittel zur Bestrafung.

Dort heißt es: "Die Verantwortlichkeit der Clubs umfasst auch die Möglichkeit der Sanktionierung ihrer Spieler und anderer Arbeitnehmer auf Grundlage des Arbeitsvertrages für den Fall, dass diese außerhalb der unmittelbaren Vorbereirung, Organisation und Durchführung eines Spiels gegen Verhaltenspflichten aus dem Konzept verstoßen"  

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Clemens Tönnies auf der Tribüne

Beim Blick auf die königsblaue Delegation fiel eine weitere Besonderheit auf: Auch Ex-Schalke-Funktionär Clemens Tönnies verfolgte das Spiel auf der Tribüne.

Auch Ex-Schalke-Boss Clemens Tönnies verfolgte das Spiel auf der Tribüne
Auch Ex-Schalke-Boss Clemens Tönnies verfolgte das Spiel auf der Tribüne © Imago

Der von seinen Ämtern bei Schalke zurückgetretene Tönnies weilte auf Einladung von Uli Hoeneß in der Allianz Arena. Diese nahm er an, "weil er enge Freundschaften zum FCB-Präsidium pflegt", wie der Revierklub auf SPORT1-Nachfrage erklärte.

Im DFL-Konzept ist nicht verankert, dass Einladungen nur an Vereinsfunktionäre gehen dürfen.

Schalke-Fans zeigten sich auf Twitter verwundert bis verärgert darüber, dass Tönnies Teil der Schalker Delegation war.

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Tönnies war im Juni dieses Jahres von all seinen Ämtern zurückgetreten, nachdem im Stammwerk seiner Fleischwerke in Rheda-Wiedenbrück über 1000 Mitarbeiter mit den Coronavirus infiziert hatten. Bereits 2019 regte sich Widerstand gegen den damaligen Aufsichtsratsvorsitzenden, als er mit einer Äußerung über Afrika eine Rassismus-Debatte auslöste.