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München und Gelsenkirchen - Schalke 04 braucht vor dem Bundesliga-Saisonstart gegen den FC Bayern noch dringend Verstärkung. Anderenfalls droht S04 eine erneute Horror-Saison.

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Hinter dem FC Schalke 04 liegt eine Saison zum Vergessen. Nach nur einem Sieg in der Rückrunde beendeten die Königsblauen die Spielzeit 2019/20 auf Platz zwölf.

Auch finanziell ist der Verein alles andere als auf Rosen gebettet. Daher gilt in diesem Sommer: Kein Spieler ist unverkäuflich! Um eine erneute Horror-Saison zu verhindern, brauchen die Knappen vor dem Saisonstart am 18. September gegen den FC Bayern allerdings noch dringend Verstärkung. 

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McKennie-Leihe "wirtschaftlich sinnvollste" Option

Um einkaufen zu können, müssen die Blau-Weißen jedoch erst verkaufen. Das zeigt auch der Transfer von Weston McKennie zu Juventus Turin. Der US-Amerikaner entwickelte sich in den vergangenen Jahren bei den Knappen zu einem wichtigen Leistungsträger, durfte in diesem Sommer jedoch den Verein verlassen, um die finanziell angespannte Lage beim Traditionsklub zu entspannen.

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Für den 22 Jahre alten Mittelfeldspieler zahlt Juve eine Leihgebühr in Höhe von 4,5 Millionen Euro. Weitere 18,5 Millionen Euro werden bei Erreichen der Champions League fällig.

Die Summe kann nach entsprechendem sportlichen Erfolg der Bianconeri sogar auf insgesamt 30 Millionen Euro anwachsen. Ein guter Deal der Schalker um Sportvorstand Jochen Schneider, für den die Übereinkunft mit Juventus nach Gesprächen mit verschiedenen Vereinen - vor allem aus England - "die wirtschaftlich sinnvollste für Schalke und die sportliche attraktivste für Weston" ist.

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Die Leihe McKennies ändert aber nichts daran, dass Schalkes Kader wenige Wochen vor dem Saisonstart im DFB-Pokal am 13. September total unausgewogen ist. Im Mittelfeld herrscht auch nach dem Abgang des US-Amerikaners ein Überangebot. Zehn Spieler kämpfen um drei bis vier Stammplätze. Routinierte und teure Spieler wie Sebastian Rudy oder Nabil Bentaleb dürften sich auf Dauer nicht mit der Reservistenrolle anfreunden wollen.

Neuzugang soll für mehr Torgefahr sorgen

Das 1:0 im Test gegen Aris Saloniki zeigte zudem einmal mehr, dass es vorne im Sturm gewaltig klemmt. Zwar netzte in Ahmed Kutucu ein Stürmer, aber viel Durchschlagskraft entwickelten die Königsblauen gegen die Griechen nach vorne nicht. Dies soll die Verpflichtung von Vedad Ibisevic ändern. Mit dem Routinier ist sich Schalke einig, der 36-Jährige weilt bereits für den Medizincheck in Gelsenkirchen und soll im Lauf der nächsten 24 Stunden einen Ein-Jahres-Vertrag unterschreiben, bevor er am Donnerstag ins Training einsteigt.

David Wagner deutete bereits den Wechsel des Bosniers an: "Wir sind im Sturm nicht optimal besetzt, brauchen jemanden, der kopfballstark ist, den Ball halten und Tore machen kann. Diese Position wollen wir schon seit längerem besetzen. Daran arbeiten wir extrem hart." 

S04 auf Verteidigersuche

Auch auf beiden Abwehrseiten besteht Handlungsbedarf. Auf rechts hat Schalke aktuell keinen einzigen gelernten Verteidiger. Innenverteidiger Timo Becker, der letztes Jahr aus der U23 hochgezogen wurde, wird zurzeit dort getestet.

Gegen Saloniki lief auch Sebastian Rudy auf der Position des Rechtsverteidigers auf. "Er hat das gut gemacht", befand Wagner. Im Training in Längenfeld wurde zwischendurch sogar mit Alessandro Schöpf und Nassim Boujellab auf rechts geübt. Klar ist: Die Schalker brauchen einen Neuzugang für die rechte Abwehrseite.

Im Blickfeld der Knappen soll weiterhin Jonjoe Kenny stehen, der nach seinem Leihende zum FC Everton zurückgekehrt ist. Sportchef Schneider würde den Engländer gerne zurückholen und hat nach SPORT1-Informationen bereits erste Gespräche mit den Toffees über eine erneute Leihe geführt.

In die Karten spielen könnte den Schalkern, dass Everton-Trainer Carlo Ancelotti dem Vernehmen nach nicht vollends von Kenny überzeugt sein soll. Ob die Engländer jedoch bereit sind, den Defensivmann erneut zu verleihen, ist offen. 

Auch auf der linken Abwehrseite sucht S04 noch nach Verstärkung. In der abgelaufenen Saison hatte Routinier Bastian Oczipka diese Position inne. Der 31-Jährige verfügt über durchschnittliches Bundesliga-Niveau, dürfte aber nicht wieder 30 Spiele oder mehr machen. In Gesprächen ist der Klub deshalb mit Sead Kolasinac vom FC Arsenal. Die Verpflichtung des Ex-Schalkers ist aber aus verschiedenen Gründen nur schwer stemmbar.

Wahrscheinlicher ist, dass Rückkehrer Hamza Mendyl als zweiter Linksverteidiger in die Saison geht. "Für ihn ist es noch einmal die zweite Chance, sich zu beweisen. Der Trainer wollte ihn mal sehen. Jetzt liegt es an ihm, Gas zu geben", sagte Lizenzspieler-Chef Sascha Riether.