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München - Real Madrid statt FC Bayern - Robert Lewandowski wäre fast in Spanien gelandet, wie sein Ex-Berater Cezary Kucharski bestätigt. Er verrät auch, wie ihn der BVB vor Bayern warnte.

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Auch dank Robert Lewandowski erlebt der FC Bayern nach dem Triple-Gewinn 2013 die vielleicht erfolgreichste Phase in seiner glorreichen Vereinsgeschichte.

2020 holte der Rekordchampion den achten nationalen Titel in Serie, der erneute Dreifach-Sieg mit Meisterschaft, Pokal-Gewinn und Champions-League-Triumph könnte zum erst zweiten Mal in der Vereinsgeschichte gelingen. (Champions League: FC Bayern - FC Chelsea, Sa. ab 21 Uhr im LIVETICKER)

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Im Sommer 2014 wechselte Lewandowski ablösefrei von Borussia Dortmund zum FCB. Doch statt in München wäre der Pole um ein Haar bei Real Madrid gelandet - wie sein damaliger polnischer Berater Cezary Kucharski (betreute Lewandowski von 2008 bis 2017) jetzt bei SPORT1 bestätigt hat.

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Lewandowski-Berater bestätigt Real-Angebot

Denn der Goalgetter stand unmittelbar vor einem Wechsel zu den Königlichen. "Ich hatte Verhandlungen mit Real geführt. Der Klub wollte Robert verpflichten", verriet Kucharski nun.

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Die Verhandlungen seien "sehr konkret" gewesen "und die Einigung war schnell erreicht", erinnert sich der Lewandowski-Berater.

Das polnische Portal onet sport enthüllte zuletzt das Angebot der Königlichen, welches dem Polen offenbar vorlag.

Das Portal präsentierte Screenshots des Vertrags, der Lewandowski bei einer Laufzeit von sechs Jahren und einem Jahresgehalt von 8,6 Millionen Euro plus Bonuszahlungen insgesamt 75,5 Millionen Euro hätte einbringen können (nach SPORT1-Informationen verdiente er in den Anfängen seiner Karriere bei Znicz Pruszkow 600 Euro im Monat).

Allerdings hatte sich der Stürmer im Dezember 2013 schon mit den Bayern auf einen Transfer verständigt - das Real-Angebot brachte ihn aber in letzter Minute ins Grübeln.

BVB warnte Lewandowski vor dem FC Bayern

Borussia Dortmund wollte damals offenbar unbedingt verhindern, dass Lewandowski zum großen Konkurrenten Bayern wechselt. "Ja, das war so", bekräftigt Kucharski: "Alle beim BVB haben versucht, Robert davon zu überzeugen, dass Bayern eine schlechte Wahl für ihn ist."

Pep Guardiola, so wurde Lewandowski damals erzählt, spiele "ein System ohne Stürmer" und die Bayern würden ihn nur verpflichten, "weil sie den BVB schwächen wollen".

Die ganze Presse in Deutschland und Polen "war gegen mich", sagt Kucharski rückblickend auf diese Zeit.

Bayerns Versprechen geben den Ausschlag

Warum hat sich Lewandowski damals dennoch für Bayern entschieden? "Weil er im richtigen Moment verstanden hat, dass dieser Klub die beste Wahl ist und er eine Garantie hat, für viele Jahre die Nummer 9 zu tragen", berichtet sein Berater.

"Ich habe direkt mit Karl-Heinz Rummenigge (Vorstandsvorsitzender des FC Bayern, Anm. d. Red.) und Jan-Christian Dreesen (stellvertretender Vorstandsvorsitzender des FC Bayern, Anm. d. Red.) die Verhandlungen geführt und Uli Hoeneß (damals Präsident des FC Bayern, Anm. d. Red.) brachte die Gespräche zu Ende", erinnert sich Kucharski.

Letztlich soll das Versprechen der Bayern, Lewandowski als Stürmer Nummer eins einzuplanen, den Ausschlag für einen Wechsel zum Rekordmeister gegeben haben. Zudem bekam er beim FCB das Trikot mit der Nummer 9 zugesichert.

Anders sah das offenbar bei Real aus. Dort fürchtete Lewandowski, sich mit der Rolle als Backup von Karim Benzema zufriedengeben zu müssen - der Franzose hätte auch seine Rückennummer 9 nicht abgetreten.

Lewandowski-Seite hält Wort

Am Ende bekam Bayern also einen der besten Stürmer der Welt ablösefrei.

"Ich bin von der alten Schule, wenn ich jemandem mein Wort und die Hand gegeben habe, dann kann diese Person sich darauf verlassen", betont Lewandowskis Berater und sagt zu den Schlagzeilen rund um den Transfer: "Ein wenig Theater und Emotion gab es, aber mein Ziel war es immer, mein Wort zu halten, das ich Bayern gegeben hatte."