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Bad Ragaz - Er trickst, lacht und schuftet. Nach dem geplatzten Wechsel ist Jadon Sancho im BVB-Trainingslager voll bei der Sache. Ein Bekenntnis bleibt aber noch aus.

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Viel frecher hätte er den Elfmeter gar nicht versenken können!

Am Ende einer 130-minütigen zweiten Trainingseinheit in Bad Ragaz schossen Jadon Sancho und seine Teamkollegen noch ein paar Strafstöße. (SPORT1 zeigt Dortmunds Testspiel beim SCR Altach am Mittwoch ab 16.55 Uhr im Free-TV und im Livestream auf SPORT1.de)

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Ins Tor stellte sich Ersatztorhüter Stefan Drljaca. Sancho legte sich die Kugel zurecht, nahm zwei kurze Schritte Anlauf und chippte den Ball dann rotzfrech in die Tormitte. Ein gekonnter Panenka-Trick, der den in die rechte Ecke springenden Drljaca alt aussehen ließ. Sancho wäre nicht Sancho, wenn er seinen Trick-Treffer anschließend nicht noch ausgiebig gefeiert hätte. Und so drehte der Flügelflitzer mit ausgestreckten Armen ab, ließ sich von den Mitspielern Gio Reyna und Erling Haaland feiern und hielt die beiden Hände an die Ohren.

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Der 20-jährige Shooting-Star, der bis zum Machtwort von BVB-Sportchef Michael Zorc ("Jadon wird nächste Saison bei uns spielen. Die Entscheidung ist definitiv.") vor einem Wechsel auf die Insel zu Manchester United gestanden hatte, zeigt sich beim Trainingslager im Schweizer Kurort gut aufgelegt. Er lacht auffällig viel, albert mit den Teamkollegen herum und hängt sich bei den Einheiten voll rein.

Sancho verrichtet sogar Defensivarbeit

Am Dienstagnachmittag verrichtete der englische Nationalspieler sogar - ohne zu murren - unliebsame Defensivarbeit, als Trainer Lucien Favre das gegnerische Konterspiel simulieren und die damit einhergehende Rückwärtsbewegung der BVB-Offensive trainieren ließ.

Streik-Profi Sancho? Denkste! Nachdem sich schon Pierre-Emerick Aubameyang und Ousmane Dembélé aus Dortmund weggestreikt hatten, gab es hier und da durchaus die Befürchtungen, dass es ihnen Sancho gleichmachen könnte.

Zorc sagte schon am Montag voller Zuversicht: "Wir sind natürlich zuletzt auch mit Jadon und seinem Berater im Austausch gewesen, wir haben ein sehr gutes Verhältnis miteinander. Aber die Entscheidung des Klubs wird sowohl von der Agentur als auch vom Spieler respektiert."

Der BVB rechnet also nicht mit einem neuen Fall Dembélé. Zur Erinnerung: Im Februar vergangenen Jahres hatte Klub-Boss Hans-Joachim Watzke klargestellt: "Der nächste, der es versucht, ist dran." Man habe eine klare Ansage gemacht, sagte der BVB-Geschäftsführer, "der nächste Spieler, der Zicken macht oder streiken will, den lassen wir schmoren."

Es macht in diesen Tagen in Bad Ragaz wahrlich nicht den Anschein, als wäre Sancho unglücklich mit der Entscheidung, mindestens für ein weiteres in Dortmund zu bleiben. Das liegt in Teilen sicherlich auch daran, dass der Vertrag mit dem Dortmunder Top-Scorer der abgelaufenen Runde (17 Liga-Tore, 17 Assist) schon im vergangenen Jahr heimlich bis 2023 verlängert wurde. Dementsprechend wurde auch das Gehalt des Flügelflitzers angepasst. Von einer Erhöhung von drei auf etwas mehr als sechs Millionen Euro ist die Rede.

Sancho selbst schweigt

Sanchos Mitspieler sind jedenfalls über dessen Verbleib erfreut. "Wir als Mannschaft bewerten seinen Verbleib als durchweg positiv", sagte etwa Mats Hummels. "Jadon ist ein herausragender Spieler, der noch jung ist. Er ist der Spieler, der in vielen Spielen den Unterschied macht. Er hat unbegrenztes Potenzial. Wenn er das ein Jahr oder sogar länger bei uns zeigen möchte, dann bin ich sehr glücklich darüber."

In England brodelt die Gerüchte-Küche indes weiter. Von einem großen Bluff ist auf der Insel die Rede. Zorcs Worte werden von Transferexperten als Verhandlungstaktik gedeutet.

Klar ist auch: So lange sich der gut aufgelegte, aber weiterhin schweigende Sancho selbst nicht zum BVB bekennt, wird das Wechsel-Theater, auch wenn es der BVB und Zorc eigentlich beendet haben, bis zum 5. Oktober (so lange läuft noch die Transferperiode) weitergehen.