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Die DFL hat ihre Eckpunkte für die Wiederzulassung von Zuschauern in der Bundesliga präsentiert. Sie treffen organisierte Fans am wunden Punkt, findet Matthias Becker.

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Seit knapp fünf Monaten kämpfen sich Christian Seifert und die DFL-Klubs jetzt schon durch die Corona-Pandemie. Und auch beim nächsten Schritt, der möglichen Wieder-Zulassung von Fans in der neuen Bundesliga-Saison, halten sie sich ans bewährte Erfolgsrezept.

So demütig auftreten wie nötig, so gut vorbereitet sein wie möglich.

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Auf der Pressekonferenz nach der Mitgliederversammlung am Dienstag hat Seifert gebetsmühlenartig darauf verwiesen, dass man weiter abhängig ist von Politik und Behörden. Sobald die aber grünes Licht geben, will man mit eigenen Konzepten zur Stelle sein.

Die jetzt beschlossenen Eckpunkte hierfür sind keine Überraschung mehr, sondern eigentlich nur gesunder Menschenverstand: Reiseaktivitäten vermeiden, Abstandsregeln gewährleisten und Kontaktverfolgung ermöglichen – wer will da schon widersprechen in Zeiten wieder steigender Infektionszahlen?

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Dass vor allem über das Thema Alkoholverbot so intensiv diskutiert wird, ist aber kein gutes Zeichen. So wird das Bild vom saufenden, schwer kontrollierbaren Problem-Fan kultiviert.

Zwar nicht von Seifert selbst, es zeigt aber ein öffentlich weiterhin vorhandenes Misstrauen gegenüber Fußball-Fans. Dabei kann man längst nicht alle Anhänger über einen Kamm scheren. Und sehr viele haben gerade in den vergangenen Monaten bewiesen, dass sie sich einen Vertrauensvorschuss verdient hätten.

Diskussion über Massenaufläufe war unangebracht

Die weit verbreitete Ablehnung von Geisterspielen bei vielen Ultra-Gruppierungen hatte dazu geführt, dass öffentlich über Massenaufläufe vor den Stadien, über provozierte Spielabbrüche debattiert wurde.

Passiert ist in Deutschland: nahezu nichts! Viele der jetzt beschlossenen Maßnahmen treffen bei den organisierten Fans einen wunden Punkt: die Kürzung von Gäste-Kontingenten, die Abschaffung von Stehplätzen und personalisierte Tickets – aus dem Blickwinkel der Fan-Vertreter sind dass die Symptome einer weiteren Kommerzialisierung des Fußballs.

Sie werden deshalb auch jetzt sehr genau hinschauen. DFL-Boss Seifert hat am Dienstag versprochen, dass alle Maßnahmen sobald es möglich ist, zurückgenommen werden. An diesen Worten wird er sich messen lassen müssen. Dann kann die Krisensituation vielleicht sogar zur vertrauensbildenden Maßnahme werden.