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München - Werder Bremen zittert sich in der Relegation in Heidenheim in die nächste Bundesligasaison. Dadurch wird nicht alles gut, meint SPORT1-Redakteur Martin van de Flierdt.

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Werder Bremen hat es also doch noch geschafft und bleibt Bundesligist, allen Nackenschlägen zum Trotz. "Scheiß Saison, gutes Ende", fasste Trainer Florian Kohfeldt die Spielzeit nach dem wilden 2:2-Remis seiner Mannschaft im Relegations-Rückspiel beim 1.FC Heidenheim treffend zusammen.

Nicht ohne darauf hinzuweisen, dass Werder "oft für tot erklärt worden" sei, offenkundig fälschlicherweise.

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Auch ich habe den Bremern in meinem Kommentar am 19. Mai, dem Tag nach dem ernüchternden 1:4 gegen Leverkusen im ersten Spiel nach der Corona-Pause, den Klassenerhalt nicht mehr zugetraut.

Dass sie bis zum Ende an eine Wende zum Guten geglaubt und dem dauerhaft hohen Druck am Ende getrotzt haben, verdient höchsten Respekt. Daher leiste ich gerne Abbitte und bekenne, dass ich daneben gelegen habe.

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Hätte sich allerdings Union Berlin am 34. Spieltag gegen Düsseldorf nicht dermaßen ins Zeug gelegt, wäre Werder schon seit einer Woche Zweitligist, und das verdientermaßen.

Unter dem Strich bleibt die Punktebilanz eines Absteigers

31 Punkte sind die Ausbeute eines Absteigers und wahrlich kein Ruhmesblatt. Die ungeheure Verletztenseuche war lange eine zu Recht angeführte Erklärung für den Misserfolg. Unter dem Strich blieb aber, dass vieles, was die Bremer in dieser Saison auf den Platz brachten, nicht bundesligatauglich war.

Die Abwehr offenbarte ein Tempodefizit und blieb bei jeder gegnerischen Standardsituation anfällig, das Spiel nach vorne mit den Ausnahmen Paderborn (5:1) und Köln (6:1) ausrechenbar und wenig durchschlagskräftig.

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Zweitligist Heidenheim reichten in der Relegation letztlich eine robuste Physis und Beharrlichkeit, um Werder dem Abgrund nahe zu bringen.

Und da hatten die Bremer personell mit Ausnahme der gesperrten Kevin Vogt (Hinspiel) und Niklas Moisander (Rückspiel) alle Mann an Bord.

Den Abstieg als GAU hat Werder also mit Ach und Krach vermieden. Souverän ist aber anders. Auf eine Neuauflage dieser – um im Duktus von Kohfeldt zu bleiben – Nahtoderfahrung wird der Bremer Anhang gerne verzichten. Die angekündigte Aufarbeitung dieser schlimmen Saison muss daher in die Tiefe gehen.