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München - Werder Bremen gibt nach dem Klassenerhalt den Verbleib von Florian Kohfeldt als Coach offiziell bekannt. Die Verantwortlichen nehmen ausführlich Stellung.

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Die drängendste Frage nach dem Klassenerhalt von Werder Bremen ist geklärt.

Florian Kohfeldt bleibt auch in der neuen Saison Trainer. Entsprechende SPORT1-Informationen bestätigten die Bremer Verantwortlichen am Freitag. Diese hatten ohnehin keinen Hehl daraus gemacht, mit Kohfeldt weitermachen zu wollen. Sein Vertrag läuft noch bis 2023.

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In einer 100-minütigen Pressekonferenz nahmen neben Kohfeldt auch die Geschäftsführer Frank Baumann, Klaus Filbry und Hubertus Hess-Grunewald sowie der Aufsichtsratsvorsitzende Marco Bode zur Situation Stellung - und erklärten Werders Plan für die Zukunft.

Kohfeldt betonte, dass er selbst "keine Forderungen gestellt" habe: "Durch die Saison hat sich die finanzielle und sportliche Situation geändert. Es wird im neuen Jahr ein anderer, intensiver Weg. Ich habe extrem viel Lust, diesen Weg zu gehen." Baumann und auch Kohfeldt deuteten an, dass es im Staff um den Cheftrainer Veränderungen geben könnte.

Die PK zum Nachlesen im TICKER.

+++ Kohfeldt über Vorbereitung +++

"Die mentale Belastung, der Druck, war auch bei den Spielern sehr hoch. Wir müssen uns erholen jetzt. Wir müssen einen Mittelweg finden aus einer ausreichenden Vorbereitung auf die neue Saison aber auch einer ausreichenden körperlichen und mentalen Erholung in der Sommerpause."

+++ Baumann über neue Zielsetzung +++

"Wir wollen demütig in die Saison gehen aber auch ambitioniert handeln. Eine Zielsetzung ist auch etwas, um etwas in der Mannschaft zu bewegen."

+++ Baumann über Rashica +++

"Wir haben viele Spieler, die bei anderen Klubs auf den Zetteln stehen. Wir haben keine Klauseln, die unsere Handlungsfähigkeit einschränkt. Wir können frei verhandeln. Wenn der Preis nicht unseren Vorstellungen entspricht, können wir auch Nein sagen."

"Bei Milot gibt es definitiv Bewegung. Wir sind mit einem Klub im Austausch. Aber auch andere Klubs haben Interesse signalisiert. Er steht bei vielen Klubs auf dem Zettel. Langsam kommt es wieder ins Rollen. Wir müssen davon ausgehen, dass Milot im nächsten Jahr nicht mehr bei uns spielt, werden ihn aber nicht unter Wert verkaufen. Es gibt mehrere Klubs mit Interesse, sowohl in der Bundesliga als auch im Ausland."

"Milot fühlt sich bereit für den nächsten Schritt. Ansonsten ist noch kein Spieler auf uns zugegangen, mit dem Ziel, wegzugehen."

+++ Baumann und Kohfeldt über eine mögliche Kruse-Rückkehr +++

"Ich habe häufiger gesagt, dass ich im Fußball nichts ausschließen möchte. Aber ich kommentiere auch weiterhin keine Gerüchte."

Kohfeldt dazu: "Ich mag Max, habe aber noch nicht über ihn nachgedacht. Es ist ein reines Gerücht. Deswegen sehe ich auch nicht, dass ich dazu Stellung beziehen sollte. Wir sind noch so am Anfang unserer Kaderplanung, dass noch nicht abzusehen ist, welchen Typen wir brauchen werden."

+++ Filbry über Finanzen +++

"Wir müssen sicherlich den ein oder anderen Spieler verkaufen. Aber wir haben ja auch eine Gesamtbudgetplanung. Wir müssen vorsichtig sein, weil wir nicht wissen, wie sich der Transfermarkt entwickelt. Der Handlungsspielraum ist sicherlich eingeschränkter."

+++ Kohfeldt über Vorbereitung +++

"Es wird sich was ändern. Wir haben im letzten Jahr mit Tests begonnen, das werden wir auch wieder tun. Wir werden ein stückweit die Spezifik verändern. Wir haben eine Woche allgemeine Athletik trainiert, bevor wir zum Fußballerischen übergegangen sind. Diesen Block wird es in diesem Jahr nicht so geben."

+++ Bode über personelle Veränderungen +++

"Der Aufsichtsrat ist einheitlich und geschlossen zu der Auffassung gekommen, dass wir diesen Weg gehen wollen, wie wir ihn heute besprochen haben. Wir haben in der Saison diese Krise schon kritisch und konstruktiv begleitet. Da gab es Kontroversen. Meinungen werden auch beeinflusst von Ergebnissen. Wir sind aber sehr geschlossen. Der Kreis ist sehr funktionsfähig."

+++ Baumann über Gehaltsverzicht +++

"Insgesamt haben wir das Thema Gehaltsverzicht für die abgelaufene Saison besprochen. Wir wollten abwarten, wie sich die Corona-Situation weiter entwickelt. Wir haben große Mindereinnahmen durch Corona. Die Spieler wissen, dass ihre Gehälter durch die Einnahmen finanziert werden. Und wenn diese weniger sind, werden wir mit den Spielern reden. Je nachdem, wie groß die Mindereinnahmen sind, werden wir in die Gespräche gehen. Die Spieler haben in dieser Saison freiwillig auf einen Teil ihrer Gehälter verzichtet."

+++ Baumann über möglichen Teammanager +++

"Ich bin ein bisschen erstaunt, ich will nicht sagen entsetzt. Wir haben seit Ewigkeiten einen Teammanager, der sich um das Team-Management kümmert, auch um Spielerbelange. Aber es gibt Überlegungen, ob wir uns weiter ergänzen. Eine Position wie Sebastian Kehl in Dortmund (Lizenzspielerchef, Anm. d. Red.) zum Beispiel."

+++ Baumann über Ablenkungen +++

"Ich werde gut durch meine Mitarbeiter entlastet. Aber wir müssen schauen, was wirklich wichtig ist. Nebenkriegsschauplätze haben vom Wesentlichen abgelenkt, wie von Florian erklärt. Das hat Zeit und Energie gekostet."

+++ Baumann über Kohfeldt +++

"Die Analyse lief ja schon in der kompletten Saison. Wir tauschen uns ständig aus. Mir war immer klar, dass Florian auch für die neue Saison der richtige Trainer für Werder Bremen ist. Die Qualitäten von Flo waren mir immer klar. Ich habe auch gegen den öffentlichen Druck meine Überzeugung zum Ausdruck gebracht. Diese Überzeugung haben wir auch am Dienstag Florian gegenüber zum Ausdruck bringen können."

+++ Baumann über Veränderungen +++

"Wir machen uns nach jeder Saison Gedanken, wie wir unser Team, unseren Staff, besetzen möchten. Auch im letzten Jahr haben wir Dinge im Trainerteam verändert. Das ist ein Prozess, der nach jeder Saison umgesetzt wird."

+++ Kohfeldt über Entscheidungsfindung +++

"Gewinnen gegen Heidenheim, Bier trinken, schlafen. Ein Gespräch mit Frank - und dann war ich eigentlich durch."

+++ Kohfeldt über Kruses Abgang +++

"Mit Max hat uns jemanden verlassen, der sehr respektvoll, aber auch sehr klar seine Meinung gegenüber dem Trainer geäußert. Vom Führungsteam haben wir mit Füllkrug und Möhwald zwei Akteure, die das im Naturell haben. Ich bin nach wie vor ein junger Trainer. Die Spieler sollen sich trauen, offen und kritisch mit mir zu reden. Das hat uns in dieser Saison vielleicht manchmal gefehlt."

+++ Kohfeldt über seine Person +++

Hat er an Rücktritt gedacht zwischendurch? "Nein, habe ich nicht. Ich habe den vollen Fokus auf die Spiele gerichtet. Das war nicht einfach, das zu schaffen."

Über das angebliche Interesse anderer Vereine: "Ich habe nur mit Werder gesprochen, mit niemandem anders."

+++ Bode über Duo+++

"Wir sind froh, dass wir Leo (Bittencourt) und Ömer (Toprak) haben. Ömer wird sehr, sehr ehrgeizig sein, zu zeigen, was er kann."

+++ Baumann über Spielerverkäufe +++

"Wir sind in einer finanziellen Situation, in der wir offen sagen müssen: Es ist kein Spieler unverkäuflich. Aber wir müssen auch keinen Spieler unter Wert abgeben. Wir werden vielleicht den ein oder anderen Stammspieler verlieren. Das ist wohl auch finanziell notwendig. Durch die Kaufpflicht von Toprak und Bittencourt haben wir ja auch schon Geld ausgegeben."

"Es ist eine Chance für junge Spieler, sich anzubieten. Das wird auch weiter unser Weg sein. Eine gute Mischung mit jungen Talenten. Aber die Erwartungshaltung an unsere jungen Spieler hängen wir nicht zu hoch."

+++ Kohfeldt über Trainingsstart +++

"Ein Vorteil, den wir dieses Jahr haben: Es gab kein Turnier. Das heißt alle Spieler unseres Kernkaders werden zum Trainingsstart da sein."

+++ Kohfeldt über Transfers +++

"Man darf nicht die Erwartung haben, dass in den nächsten zwei Wochen der Kader steht. Das kann aber kein Verein außer Bayern München. Wir müssen die Momente abpassen, in dem es die besten Möglichkeiten für uns gibt. Gerne so schnell wie möglich, aber wichtiger: So gut wie möglich."

+++ Kohfeldt über Kader +++

"Wir haben auch über mögliche Transfers geredet. Wir sind durchaus den Kader durchgegangen. Es gibt sehr viele Unwägbarkeiten in diesem Jahr. Das kann aber auch eine Chance sein. Wir haben Ideen, wie wir den Kader gestalten können."

+++ Filbry über 30-Millionen-Minus +++

"Wir haben ein KfW-Darlehen beantragt. Wir sind relativ lange durchfinanziert. Wir müssen abwarten, wie sich der Transfermarkt entwickelt. Wir müssen diese beiden Themen im Blick haben, um zu wissen, wie wir auf der Transferseite aktiv werden können. Wir können nicht sagen, dass uns intern die Hände gebunden sind, müssen aber auch abwarten, ob sich gewisse Themen auf dem Transfermarkt realisieren lassen."

"Es wird den ein oder anderen Spieler geben, der verkauft werden wird."

Das Minus beziehe sich auf die Saison 19/20 und 20/21. "Das prognostiziert sich über Mindereinnahmen."

+++ Kohfeldt mit emotionaler Ansage +++

"Ich hoffe, dass alle noch aufnahmefähig sind. Mir ist eine Botschaft vorab wichtig. Jeder der meine Verbundenheit zu Werder Bremen kennt, weiß, wie schwere Nächte ich hatte, zu denken, dass Bremen mit mir absteigt."

"Ich habe auch viele Fehler gemacht in diesem Jahr. Ich muss mich unglaublich bedanken, bei allen, die hier neben mir sitzen, die mir über neun Monate extern wie intern den Rücken gestärkt haben. Neben der persönlichen Stärkung für mich haben sie dadurch nie einen Zweifel gelassen im Binnenverhältnis zwischen Mannschaft und Trainer."

"Allerspätestens nach dem 2:2 gegen Freiburg war der Abstiegskampf auf der Agenda. Ich möchte mich auch bei der Mannschaft bedanken. Denn auch sie hat mich bis zum letzten Spiel nicht infrage gestellt. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Ich möchte mich auch bei den Mitarbeitern von Werder Bremen bedanken. Sie haben uns gezeigt, wie sehr sie an uns glauben. Das hat uns sehr motiviert und sehr geholfen."

"Ich möchte mich auch bei den Bremern bedanken für unglaublich viele Nachrichten, Blumengrüße und persönliche Nachrichten. Ich weiß das extrem zu schätzen."

"Ich habe nie Forderungen gestellt und meinen Verbleib an Bedingungen knüpfen, und dass ich sonst den Verein verlassen würde. Durch die Saison ist eine veränderte Saison entstanden. Natürlich im finanziellen Rahmen, aber auch durch unsere sportlich katastrophale Saison. In diesen Gesprächen, in denen ich zurecht Rede und Antwort stehen musste, haben wir festgestellt, dass wir diesen neuen Weg auch der richtige Trainer bin. Und ich sitze auch hier. Ein Weg, der deutlich mehr den Entwicklungsschritt beinhaltet als zuletzt. Ich habe sehr viel Energie und sehr viel Lust, diesen Weg zu gehen. Das werde ich nach einem zweiwöchigen Urlaub auch angehen."

Selbstkritik: "Trainingssteuerung und Überbelastung liegt im Endeffekt bei mir. Das wird mir nicht mehr passieren. Es war getrieben von einem Ehrgeiz, das athletische Level anzupassen an eine andere Spielweise. Die Mannschaft war dazu nicht bereit."

Das Team um das Team: "Jeder, der auf die Mannschaft einwirkt, hat einen Einfluss auf die Mannschaft. Ich wollte maximale Fachkompetenz. Was dabei auf der Strecke blieb, war die Teamfähigkeit. Das hat sehr viel Kraft gekostet für mich. In den letzten drei Monaten war es eine hervorragende Teamleistung des Staffs."

"Wir sind eine Mannschaft, die wenn sie fit ist, davon lebt, taktisch flexibel zu sein. Zu zwei Dritteln der Saison war das Thema Flexibilität nicht möglich. Das war aufgrund unserer Saison aber nicht möglich, das war ein großes Problem. Wenn wir den Kader einigermaßen zu Verfügung waren, waren im Spiel gegen den Ball eine solide Bundesligamannschaft. Im Strafraum waren wir in der Verteidigung nicht gut genug. Wir haben im letzten Drittel nicht immer die Effektivität gehabt, die wir uns gewünscht haben."

+++ Baumann führt Verletzungen als Hauptursache an +++

Baumann spricht: Im Fußball zählen Fakten und Ergebnisse. Wir haben eine historisch schlechte Saison gespielt und hatten viele Probleme. Als Geschäftsführer Fußball bin ich für die Rahmenbedingungen im sportlichen Bereich verantwortlich. Ich übernehme die Gesamtverantwortung für die Saison. Ich bin in der Lage, Fehler öffentlich einzustehen. Wir haben unser Ziel Europa absolut verfehlt. Wir haben Fehler gemacht. Mit Zusammenhalt haben wir uns aus einer mehrmals aussichtslosen Lage gerettet."

"Wir haben alle relevanten Bereiche kritisch analysierend aufgearbeitet. Wir haben Daten mit der letzten Saison und anderen Bundesligisten verglichen. Das gibt auch Rückschlüsse auf taktische Leistungen. Auch die Entscheidungen während der Saison wurden analysiert. Welche Fehleinschätzungen wurden getroffen, welche Symptome haben sich ergeben?"

"Wir hatten ein katastrophales Mitteldrittel. Die Hauptursachen lagen in der Vorbereitung, im ersten Drittel der Saison. Nach der Coronopause haben wir gezeigt, was in der Mannschaft steckt."

"Wir wollten besser werden als letzte Saison. Aber wir waren in einigen Bereichen aber zu ambitioniert und zu ehrgeizig. Der Überehrgeiz hat zu Fehlern und internen Problemen geführt und viel Kraft und Energie verursacht. Die Verletzungsseuche war nachweislich die Hauptursache für unsere Probleme. Über die gesamte Saison hatten wir etwa 2000 Ausfalltage."

"Allerdings müssen wir auch feststellen: Seit unseren Personalentscheidungen im Februar sind nahezu keine Verletzungen mehr dazugekommen. Vor der Coronapause waren wir im athletischen Bereich nicht wettbewerbsfähig. Da haben die meisten Spieler ihre erste Vorbereitung absolviert. Wir hatten durch die Ausfälle einen Qualitätsverlust zu verzeichnen. Es kam zu taktischen Einschränkungen, auch das Nachlegen während eines Spiels war nicht mehr möglich."

"In dieser Saison konnten wir nie wirklich trainieren als Mannschaft. Eine Stärke unseres Trainers, die Trainingsarbeit, konnte überhaupt nicht zum Tragen kommen."

"Eine weitere Folge war die Verunsicherung und das fehlende Selbstvertrauen. Wer unerwartet in den Abstiegskampf rutscht, kommt ins Zweifeln."

"Wir haben, nachdem wir uns von langjährigen Mitarbeitern getrennt haben, klare positive Erfolge gesehen."

Baumann über Transfers: "Wir haben den Kader im letzten Jahr mit Ausnahme von Max weitestgehend zusammenhalten können. Wir wussten, dass wir Max nicht Eins zu Eins ersetzen können."

"Im Winter mussten wir spät reagieren mit Toprak, Selke, Lang. Viele Ideen sind nicht aufgegangen, einige Erwartungen sind nicht erfüllt worden. Bei Toprak und Füllkrug lag das aber auch an Verletzungen."

"Wir sind vor der Saison ein finanzielles Risiko gegangen. Auch wenn wir die Spieler häufig in Schutz genommen haben, wissen wir auch, dass sie Mitschuld tragen an unserer mäßigen Saison."

"Standardsituationen sind rein den Spielern zuzuschreiben. Das hat nichts mit den Trainern zu tun. Die Spieler waren immer auf alles vorbereitet. Da waren wir nicht konsequent beim Verteidigen der Standardsituationen."

"Alle Spieler sind hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Die Führungsspieler konnten keinen Halt und Stabilität gegeben. Viele Führungsspieler, wenig wirklich dominante Typen. Was uns auch gefehlt hat, ist ein Gegenpol wie Max, der dem Trainer mal die Sicht der Mannschaft hinweist. Aber hier hat uns nicht nur Max gefehlt, sondern auch Niklas Füllkrug. In der Rückschau hätten wir vielleicht auch über die Veränderung des Themas Zielsetzung reden müssen, um die Sinne noch mehr zu schärfen."

"Wir werden durch die PK keine Aufbruchstimmung verbreiten können. Was wir aber versprechen können, ist, dass wir aus dieser Saison sehr viel gelernt haben. Wir sind aber von der Konstellation und dem Weg absolut überzeugt, von dem wir im - Gegensatz zu vielen Teilen aus Bremen - bundesweit sehr viel Anerkennung bekommen. Wir werden auch weitere Entscheidungen treffen in den nächsten Wochen."

"Wir müssen wieder der einfallsreiche Herausforderer werden wie in den vergangenen drei Jahren. Wir wollen eine junge, entwicklungsfähige Mannschaft. Wir werden auch über weitere personelle Veränderungen im Trainerteam und Staff nachdenken."

+++ Bode: Werder muss Werder bleiben +++

Bode: "Den Klassenerhalt in diesem Jahr haben wir mit sehr viel Glück, sehr viel Zusammenerhalt, aber auch mit der Hilfe von Union Berlin geschafft. Uns ist klar, dass wir all diejenigen, die denken, es gibt nur "Weiter so" oder "Köpfe rollen", nicht glücklich machen. Aber wir denken nicht so. Ein reines "Weiter so" darf es nicht geben, wir müssen uns verändern. Wir müssen aus unseren Fehlern lernen. Man sollte nur nicht ständig die gleichen machen. Wir müssen besser werden.

Wir müssen uns aber auch treu bleiben. Unseren Werten, unserer Philosophie. Werder muss Werder bleiben. Das ist auch eine wichtige Botschaft. Wir im Aufsichtsrat waren an allen Gesprächen beteiligt. Wir sind geschlossen zu der Überzeugung gekommen, mit den Erkenntnissen aus der Krisensaison, dass wir mit diesem Führungsteam weiter machen wollen. Mit der Geschäftsführung, mit Frank Baumann."

Bode erklärt: "Wir haben auch nicht alles falsch gemacht."

Über die Trainerpersonalie sagt er: "Es gab kontroverse und kritische Diskussionen darüber. Aber es gab nie eine Abstimmung über Florian, und wir haben immer ein gemeinsames Ergebnis gefunden."

+++ "Relegation war Nahtoderfahrung" +++

Hubertus Hess-Grunewald: "Auch für das Präsidium waren die letzten Tage und die Saison überhaupt schwierig. Wir haben am Dienstag eine lange Präsidiumsmitglied über mehrere Stunden gehabt. Wir haben die Saison sehr, sehr kritisch Revue passieren lassen. Es herrschte aber eine große Erleichterung, dass wir die Relegation geschafft und wir uns durchgesetzt war. Das war eine sportliche Nahtoderfahrung."

Das Präsidium stehe hinter den getroffenen Entscheidung und trage diese mit. "Die Entscheidungen sollen uns in eine bessere Zukunft führen."

+++ Kohfeldt bleibt Trainer +++

Klaus Filbry: "Für die vergangene Saison übernehmen wir gemeinsam die Verantwortung. Wir haben unsere Ziele ohne Wenn und Aber nicht erreicht. Wir wollen sicherstellen, dass so eine Saison nicht wieder passiert. Wir haben das intensiv analysiert. Vor allem Frank und Florian, aber auch in der Geschäftsführung. Wir haben die Saison auf allen Ebenen kritisch diskutiert."

Filbry erklärt: "In der personellen Konstellation, wie wir hier sitzen, werden wir weiterarbeiten." Das heißt: Florian Kohfeldt bleibt, wie von SPORT1 berichtet, Werder-Trainer. Und auch Frank Baumann wird weitermachen.

+++ Verantwortlichen sind da +++

Die Verantwortlichen betreten die Büne, die PK kann losgehen.

+++ Baumann stärkte Kohfeldt den Rücken +++

"Wir haben Florian immer das Vertrauen ausgesprochen und das auch in schwierigen Phasen öffentlich dokumentiert. Fast alle haben uns gesagt, wir werden das so nicht schaffen, wir brauchen einen neuen Impuls, einen neuen Trainer", sagte Geschäftsführer Sport Frank Baumann am Montag.

Doch Florian Kohfeldt habe "gezeigt, dass er auch solche Situationen meistern kann." Deswegen sei er der festen Überzeugung, dass dieser weiter Lust verspürt "den Weg weiterzugehen. Florian hat genug Kraft und Power, um das auch in der neuen Saison mit aller Überzeugung und Energie anzugehen."