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München - Die Zukunft von David Alaba und Thiago ist offen. Hansi Flick kämpft mit aller Macht um ihren Verbleib und ergreift emotionale Mittel. SPORT1 sagt, wie seine Chancen stehen.

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"Ich werde mich mit allem, was ich habe, einsetzen, dass wir solche zwei Qualitätsspieler in unseren Reihen halten können." 

Hansi Flick freute sich über den 20. Pokalsieg der Vereinsgeschichte, aber in Cheftrainer-Manier blickte er bereits auf die nächste Aufgabe. Diese lautet auf dem Papier zwar Urlaub – und zwar dreizehntägig. Hinter den Kulissen wird Flick aber seinen Kampf um David Alaba und Thiago fortsetzen, deren Zukunft beim FC Bayern unsicher ist.  

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SPORT1 sagt, wie die Chancen der beiden Stars auf einen Verbleib stehen. 

Alaba hat sich unter Flick zum unverzichtbaren Innenverteidiger entwickelt. Sein Abgang wäre nicht nur menschlich ein enormer Verlust. Auch sportlich reicht Alaba in der Defensive derzeit kaum jemand das Wasser. Gegen Bayer 04 Leverkusen traf er mit einem sehenswerten Freistoß zum 1:0.  

"David hat ein Weltklasse-Tor gemacht. Er ist auf dieser Position zu einem ganz außergewöhnlichen Spieler gereift", lobte ihn Flick. "Er ist nicht nur auf dem Feld ein Spieler, der uns sehr gut tut. Auch außerhalb ist er sehr angesehen, weil er die Mannschaft durch seine positive Art motiviert und auch für einen Trainer sehr wichtig ist."  

Alaba flirtet mit Real Madrid und Barca

Die Bayern wollen mit ihrem Eigengewächs langfristig verlängern. Sein Vertrag läuft 2021 aus. Alaba flirtet mit dem FC Barcelona und Real Madrid. Einen Wechsel nach England hatte für ihn und sein Management um Berater Pini Zahavi zuletzt keine Priorität. Ein erstes Vertragsangebot lehnte die Alaba-Seite bereits vor Monaten ab. Zuletzt trafen sich beide Parteien zu Gesprächen in München. Es geht vor allem ums Gehalt. Alaba will in die Riege der Topverdiener aufsteigen.  

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Karl-Heinz Rummenigge sagte im SPORT1-Interview zuletzt: "Wir müssen jetzt versuchen, eine Lösung hinzubekommen, die für uns finanziell vertretbar ist." Soll heißen: Auch beim Alaba-Poker gibt es für die Bayern finanzielle Grenzen, denn der Vorstandsboss sagte auch: "Das entscheidende Kriterium innerhalb einer Mannschaft ist es, ein faires Gehaltsgefüge herzustellen, das der Leistung der einzelnen Spieler jeweils gerecht wird." 

Herzlich und emotional umarmte Flick Alaba am Samstagabend im Olympiastadion. Wenig später ließ ihn Alaba mit seinen Mitspielern hochjubeln.  

Zu einer möglichen Alaba-Verlängerung sagte Flick: "Ich würde mich total freuen, wenn wir ihn halten könnten. Ich bin sehr positiv, denn man kann auch in dem Verein, wo man ausgebildet wurde, seine Karriere beenden. Das kommt nicht mehr allzu oft vor, aber er könnte vorangehen. Der ganze Verein weiß, was er an ihm hat. Die Wertschätzung ist riesengroß." 

Tendenz: Beide Seiten werden sich einigen. Alaba bleibt den Münchnern erhalten. 

Effenberg: Thiago muss spielen

Anders ist die Ausgangslage bei Thiago. "Es schien alles fix. Nun setzt er sich offensichtlich damit auseinander, nochmal etwas Neues zu machen", bestätigte Rummenigge bei SPORT1

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Der Spanier führte zuletzt viele Gespräche mit Flick und auch bei ihnen war in Berlin zu beobachten, welch gute Bindung sie eint. Denn Flick nahm auch seinen Mittelfeldstrategen lange in den Arm.   

Trotzdem sagte SPORT1-Experte Stefan Effenberg im CHECK24 Doppelpass: "Thiago muss spielen, keine Frage. Ich habe aber nicht das Gefühl, dass bei Thiago das Vertrauen im Verein so groß ist." 

Der Cheftrainer weiß von Thiagos Wechselplänen. Ihn endgültig aufzugeben, kommt für den Bayern-Trainer allerdings nicht in Frage. Rund um das Pokalfinale am Samstag wirkte Thiago allerdings sehr emotional, bekam vom mitgereisten Bayern-Tross auch immer wieder lautstark Applaus, wenn er auf dem Weg in die Kabine war.  

Liverpool und Thiago: Interesse, noch keine Gespräche

"Für mich ist Thiago ein außergewöhnlicher Spieler. Das weiß er und das habe ich ihm auch nochmal so gesagt. Ich versuche, den Kader zusammenzuhalten. Ich weiß nicht, wie er sich entscheidet. Aber er identifiziert sich 100 Prozent mit dem Verein", beteuerte Flick. Doch er machte auch klar, dass es bei Thiago im Vergleich zu Alaba "nicht ganz so einfach" sei.  

Zuletzt kursierten Gerüchte um ein Thiago-Interesse des FC Liverpool. Konkrete Verhandlungen haben die Bayern aber noch mit keinem Verein geführt. Thiago 2021 kostenlos ziehen lassen zu müssen, ist für die Bayern-Bosse das Worst-Case-Szenario. Das Gleiche gilt für Alaba.  

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Dass Thiago nochmal eine Veränderung anstrebt, kann Flick indes nachvollziehen: "Wenn man in einem gewissen Alter ist, man in Spanien beim FC Barcelona und in Deutschland bei Bayern München gespielt hat und dann damit liebäugelt, das nochmal in einer anderen großen Liga mitzuerleben, dann ist das ganz normal und menschlich."  

Thomas Berthold, Weltmeister von 1990, sagte im CHECK24 Doppelpass: "Er ist ein herausragender Spieler und wohl der beste Techniker in Bayerns Mittelfeld. Wenn er aber nicht mehr mit 100 Prozent bei der Sache ist, dann ist es besser, eine Lösung zu finden." 

Flick wird sich dem widersetzen und versprach: "Ich versuche alles, damit er hierbleibt."   

Tendenz: Bei einem passenden Angebot wird Thiago nach Ablauf dieser Saison wechseln.