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München - Kapitän Marco Reus wird Borussia Dortmund noch länger fehlen. Braucht der BVB jetzt Ersatz? Die SPORT1-Redakteure Jonas Nohe und Holger Luhmann beleuchten Pro und Contra.

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Schon wieder BVB-Sorgen um Marco Reus!

Der Star-Angreifer von Borussia Dortmund wird jetzt von einer Sehnenentzündung an der bereits zuvor verletzten Adduktorenmuskulatur außer Gefecht gesetzt und fehlt Borussia Dortmund nach eigenen Angaben "auf unbestimmte Zeit".

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Müssen die BVB-Bosse jetzt nachrüsten? Die SPORT1-Redakteure Jonas Nohe und Holger Luhmann beleuchten Pro und Contra:

PRO: Der BVB braucht eine Alternative - selbst wenn Sancho bleibt

Jonas Nohe: Eine konkrete Zielsetzung für die neue Saison wollte BVB-Sportdirektor Michael Zorc am Donnerstag zumindest öffentlich nicht verkünden.

Klar ist aber: Im DFB-Pokal soll es auf jeden Fall weiter gehen als zuletzt mit dem Achtelfinal-Aus gegen Bremen, in der Champions League spielt ab der K.-o.-Phase immer auch das Losglück eine Rolle.

Und in der Bundesliga? Rein tabellarisch kann sich der BVB nur dadurch steigern, dass er den FC Bayern nach acht Titeln in Folge endlich vom Thron stürzt. Und nur das kann das Ziel sein.

Jonas Nohe
Jonas Nohe © SPORT1

Dass Marco Reus weiter "auf unbestimmte Zeit" ausfällt, ist dabei eine echte Hiobsbotschaft. Der Kapitän wird nicht nur fußballerisch, sondern auch als Anführer fehlen - und nicht zuletzt als hochkarätige Alternative in der Borussen-Offensive.

Denn: Von der ersten Pokalrunde Mitte September bis Weihnachten haben die BVB-Profis nur mit ihrem Verein wettbewerbsübergreifend 22 Pflichtspiele im Kalender stehen, Länderspiele noch nicht eingerechnet.

Für dieses Mammutprogramm braucht ein Verein mit den Ambitionen der Borussia - ob sie nun öffentlich verkündet werden oder nicht - einen breiteren Kader, als ihn die Dortmunder aktuell haben.

Im bevorzugten 3-4-3 von Lucien Favre sind drei Offensivpositionen zu besetzen. Ohne Reus, dessen Comeback in den Sternen steht, sind dafür in erster Linie Thorgan Hazard, Jadon Sancho, Julian Brandt, Erling Haaland und der hochtalentierte, aber noch sehr unerfahrene Giovanni Reyna vorgesehen.

Raphael Guerreiro wird auf der linken Seite eine Position weiter hinten gebraucht, solange Nico Schulz nicht endlich in Dortmund Fuß fasst. Sergio Gómez, Immanuel Pherai und der 15-jährige Youssoufa Moukoko, der frühestens Ende November sein Profidebüt feiern kann, sind (noch) keine echten Alternativen.

Zorcs oberste Priorität muss es daher in den kommenden Wochen sein, einen Sancho-Abgang zu verhindern. Aber auch bei einem Verbleib des Engländers täte der BVB gut daran, eine weitere Alternative für die Offensive zu verpflichten - möglichst eine, die auch als Haaland-Backup fungieren kann.

Dass Zorc selbst den Kader in der Offensive "durchaus okay aufgestellt" sieht, klingt nicht unbedingt danach, als würde sich Dortmunds sportlicher Leiter nicht zumindest Gedanken darüber machen.

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CONTRA: Der BVB sollte keinen Panikkauf erwägen

Holer Luhmann: Noch bevor Borussia Dortmund so richtig in die Vorbereitung auf die neue Saison einsteigt, musste der BVB am Donnerstag eine Hiobsbotschaft verkraften.

Keine Frage, dass Kapitän Marco Reus auf "unbestimmte Zeit" weiter ausfällt, tut der Borussia weh. Natürlich ist Reus ein Spieler, der das Potenzial des BVB auf ein anderes Niveau hebt und beim Angriff auf den FC Bayern dringend benötigt würde.

Und trotzdem: Einen Panikkauf sollten die BVB-Bosse nicht erwägen. Reus‘ Ausfall haben die Dortmunder schon in der Rückrunde der abgelaufenen Saison ordentlich kompensiert.

Holger Luhmann
Holger Luhmann © SPORT1

Die Offensive ist mit Sicherheit nicht der schwächste Mannschaftsteil. Mit Erling Haaland als vorderste Spitze sowie Julian Brandt, Jadon Sancho, Thorgan Hazard und Giovanni Reyna sind die Dortmunder offensiv gut bis sehr gut aufgestellt.

Hinzu kommen Neuzugang Jude Bellingham und Youssoufa Moukoko. Auch wenn die beiden Teenager - Bellingham ist 17, Moukoko 15 – natürlich Zeit brauchen und von ihnen nicht erwartet werden kann, dass sie den BVB zur Meisterschaft schießen.

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Gegen einen Transfer, um den weiteren Ausfall von Reus zu kompensieren, spricht vielmehr, dass Spieler dieses Formats nicht oder kaum auf dem Markt sind. Und wenn, müsste der BVB dafür tief in die Tasche greifen. Wenn Reus irgendwann hoffentlich doch wieder spielen kann, wäre das Überangebot in der Offensive nur noch größer.

Die Folge aus der neuen Reus-Diagnose muss eine andere sein: Der BVB darf den von Manchester United heftig umworbenen Sancho nun um keinen Preis verkaufen!

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