Lesedauer: 4 Minuten

Sebastian Hoeneß wird Bundesliga-Trainer bei der TSG Hoffenheim. Vater Dieter Hoeneß begrüßt den Schritt bei SPORT1 gleich aus mehreren Gründen.

Anzeige

Und plötzlich ist Sebastian Hoeneß Bundesligatrainer. Am Montag gab die TSG Hoffenheim bekannt, dass der gebürtige Münchner in der kommenden Saison der neue Cheftrainer der Kraichgauer sein wird. Schon vor zwei Wochen hatte SPORT1 über einen Kontakt zwischen dem Verein und Hoeneß berichtet.

Der 38 Jahre alte Sohn des ehemaligen Hertha-Managers Dieter Hoeneß und Neffe von Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß hat einen Dreijahresvertrag erhalten und wird am Donnerstag erstmals vor Ort sein, um die Vorbereitung auf die neue, seine Premieren-Saison in der Bundesliga, aufzunehmen. (Holtkamp-Kolumne: Hoeneß ist Rosens klügster Schachzug)

Anzeige

Dieter Hoeneß: "Hoffenheim genau der richtige Klub"

"Ich freue mich für Sebastian, glaube, dass Hoffenheim genau der richtige Klub für seinen Einstieg in der Bundesliga ist. Mir fallen wenig Vereine dort ein, die ich für geeigneter halte für diesen nächsten Schritt", sagt der glückliche Vater, der von 1979 bis 1987 für die Bayern stürmte und heute unter anderem als Berater seines Sohnes fungiert, im Gespräch mit SPORT1.

Leicht fällt Sebastian Hoeneß, der in der Spielzeit 2006/2007 als Spieler bei der TSG unter Vertrag stand und zu acht Regionalliga-Einsätzen kam, der Abschied aus München nicht. Aber gegen die Bundesliga gab es keine Argumente, auch wenn er mit Bayern II überaus erfolgreich war und die alte Saison als Drittliga-Meister beendete.

"Ich habe immer gesagt, dass etwas Außergewöhnliches passieren muss, damit Sebastian den FC Bayern verlässt", erklärt Dieter Hoeneß die Entscheidung. "Er hat sich sehr wohl gefühlt im Verein und hat gerne mit Brazzo (Bayerns Sportvorstand Hasan Salihamidzic, d. Red.), Hansi Flick (Bayern-Trainer, d. Red.) und Jochen Sauer (Leiter der Nachwuchsabteilung des FC Bayern, d. Red.) zusammengearbeitet. Und natürlich sind ihm auch seine Spieler ans Herz gewachsen."

Doch der neue Arbeitgeber sorgt für zufriedene Gesichter im Hause Hoeneß. Die TSG sei ein Verein, der "sehr gepflegten und offensiven Fußball" spiele, gut aufgestellt sei und ein vernünftiges Umfeld habe, findet Dieter Hoeneß. Mit Mäzen Dietmar Hopp gäbe es zudem einen "Freund des Fußballs".

Angst vor den großen Fußstapfen eines Julian Nagelsmann habe Hoeneß junior nicht. Wenngleich Alfred Schreuder bei der TSG als der direkte Nagelsmann-Nachfolger nach nicht mal einem Jahr scheiterte (vom 1. Juli 2019 bis 9. Juni 2020 im Amt).

Meistgelesene Artikel

Der Umgang mit dem großen Namen

"Es ist eine Herausforderung, aber Sebastian ist es gewohnt an Leuten gemessen zu werden, das bringt schon der Name Hoeneß mit sich, das muss er in Kauf nehmen", sagt Dieter Hoeneß. Aber es würde nicht der Sohn von Dieter Hoeneß und auch nicht der Neffe von Uli Hoeneß zur TSG kommen, sondern Sebastian Hoeneß, "der schon einige Spuren hinterlassen hat und weiter dazu lernen wird."

Es gebe "keine Chance ohne Risiko", darüber müsse sich sein Sohn im Klaren sein. Es sei daher keine Frage gewesen, "dass Hoffenheim eine super Möglichkeit für ihn ist in der Bundesliga Fuß zu fassen."

Auch den Sprung vom U19-Trainer in die 3. Liga hatte Sebastian Hoeneß ja geschafft, und das "mit Bravour", wie Dieter Hoeneß betont.

Nachdem der Kontakt intensiver wurde, legten sich die TSG-Verantwortlichen relativ schnell auf den Meistertrainer der vergangenen Drittliga-Runde fest. Anschließend musste dann noch die Freigabe der Bayern her. "Das hat länger gedauert, doch das ist nur ein Indiz dafür, dass der Klub ihn ungern ziehen lassen wollte", erklärt Dieter Hoeneß. Man sei überaus zufrieden gewesen mit Sebastian Hoeneß' Arbeit. Oft seien drei, vier seiner Spieler im Kader der ersten Mannschaft gewesen, da müsse man weit zurückschauen, dass das der Fall war bei Bayern München.

Lotst Hoeneß Bayern-Spieler mit nach Hoffenheim?

Hoeneß' Händchen für junge Spieler, sein Umgang mit ihnen - auch das hatte Hoffenheims Verantwortliche überzeugt.

Zunächst wird Sebastian Hoeneß nur seinen Assistenten David Krecidlo mitbringen. Dass auch Spieler mitkommen, ist erstmal nicht geplant.

Doch wie SPORT1 weiß, soll Mittelfeldspieler Angelo Stiller durchaus ein Kandidat in Hoffenheim sein. Der 19-Jährige war in der abgelaufenen Rückrunde einer der Besten bei Bayern II, wird jedoch zunächst nicht - wie andere Mitspieler - zur ersten Mannschaft von Trainer Hansi Flick stoßen.

Vielleicht könnte hier ein Ausleihgeschäft die Lösung sein. Nach guter, alter Tradition zwischen der TSG und dem Rekordmeister. Denn in der Vergangenheit wurden auch schon David Alaba und Serge Gnabry nach Hoffenheim verliehen, bevor sie dann bei den Bayern zu Topstars wurden.