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München - Borussia Mönchengladbach will auf dem Transfermarkt kreativ sein. Die Verantwortlichen haben einige Talente im Blick - auf der ganzen Welt.

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Max Eberl hat die Richtung, die Borussia Mönchengladbach in diesem Sommer einschlagen soll, bereits vorgegeben: "Um dieses Jahr auf dem Transfermarkt Erfolg zu haben, muss man besonders kreativ sein."

Gladbachs Manager gilt bei Transfers durchaus als kreativ, sein jüngster Deal ist die Leihe - mit Kaufoption - des 21-jährigen Hannes Wolf von RB Leipzig. Die Verpflichtung dürfte eine weitere Marschrichtung vorgeben, denn die Fohlen befinden sich schon auf der Suche nach dem nächsten großen Talent. 

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Dieses könnten sie in Benicio Boaitey finden. Der 16 Jährige von West Ham United befand sich jüngst zu Gesprächen am Borussia-Park. Das gab der Engländer via Instagram bekannt. Er postete ein Foto, dass er aus einem Zimmer in der Geschäftsstelle aufnahm. Zu sehen sind Trainingsplatz und Stadion. 

Ob dieses Bild den Verantwortlichen der Gladbacher gefallen hat, ist zu bezweifeln. Noch weniger Anklang dürfte der Schnappschuss aber an der Säbener Straße gefunden haben. Boaitey soll nämlich laut Informationen von Sky Sport kurz vor einem Wechsel zum FC Bayern stehen. 

Gut möglich, dass jetzt die Borussia das Rennen um den schnellen Flügelstürmer macht. Es wäre ein weiterer kreativer und vor allem kostengünstiger Deal von Eberl. Boaitey hat bei den Hammers noch keinen Profivertrag unterschrieben, daher wird bei einem Transfer nur eine Ausbildungsentschädigung fällig. 

Der Spielstil von Aaronson erinnert an Havertz

Der englische Junioren-Nationalspieler ist allerdings nicht das einzige verheißungsvolle Talent, dass die Gladbacher jagen. 

Eine weitere Spur führt in die USA. Genauer gesagt nach Philadelphia. 

Beim ansässigen Klub Philadelphia Union kickt der 19-jährige Brenden Aaronson. Er gilt als eines der größten Talente der Vereinigten Staaten und gab bereits sein Debüt für die Nationalmannschaft. 

Der Spielstil des offensiven Mittelfeldspielers soll an den von Kai Havertz erinnern: Er ist technisch versiert, hat das Auge für den Mitspieler und einen gefährlicher Abschluss. Auch Aaronson könnte bei einem Marktwert von 1,3 Millionen Euro ein Schnäppchen werden, allerdings sind auch andere Klubs an ihm dran. Aus der Bundesliga soll es sich um die TSG Hoffenheim, Eintracht Frankfurt und den SC Freiburg handeln.

Die Borussia hat bei dem Talent allerdings ein Ass im Ärmel: Philadelphias Sportchef ist der Deutsche Ernst Tanner. Gladbachs Trainer Marco Rose kennt ihn noch aus seiner Zeit in Salzburg, wo Tanner als Nachwuchsleiter fungierte. 

Auch Jonathan David ist in den USA geboren und darf sich mit 20 Jahren bereits 12-maliger Nationalspieler nennen - allerdings läuft er für Kanada auf. In den 12 Partien erzielte der offensive Mittelfeldspieler beeindruckende elf Tore. 

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Auch bei seinem Klub KAA Gent brillierte David in der vergangenen Spielzeit mit 23 Pflichtspieltreffern. Wegen dieser Zahlen ist er allerdings auch eine deutlich teurere Option als Aaronson. Davids Marktwert liegt bei 22,5 Millionen Euro - er hat sein Talent bereits unter Beweis gestellt. 

Ähnlich verhält es sich mit Patson Daka. Der 21 Jahre alte Mittelstürmer aus Sambia geht derzeit für RB Salzburg auf Torejagd. Auch er ist unter 20 Millionen Euro wohl kaum zu bekommen.

Schlägt die Borussia beim FC Barcelona zu?

Um eine günstigere Lösung zu finden, richten die Scouts der Fohlen ihre Augen auch nach Katalonien. Dort wird mit Pedri Anfang August ein weiteres Top-Talent eintreffen. 

Der FC Barcelona hat den 17-Jährigen für fünf Millionen Euro von UD Las Palmas verpflichtet. Der Linksaußen würde sich bei Barca gern sofort durchsetzen, allerdings ist es gut möglich, dass die Katalanen ihre Neuverpflichtung zunächst ausleihen wollen. 

Sollte das Szenario eintreffen, will Gladbach den Spanier schnell von einem Wechsel in die Bundesliga überzeugen. 

Auch bei Pedri dürfte das Team von Rose eine gute Chance haben. Das liegt zum einen daran, dass der Klub sich in den vergangenen Jahren einen Namen damit gemacht hat, jungen Talenten die Chance auf den nächsten Schritt zu geben. Ein weiterer Grund ist die vergangene Spielzeit. 

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Durch den vierten Rang hat sich Gladbach für die Champions League qualifiziert. Die Supertalente könnten sich also gleich auf höchstem Niveau beweisen. 

Und außerdem gibt es da ja noch Eberl, der immer für eine kreative und clevere Verhandlung gut ist.