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München - Thiago soll seinen Vertrag beim FC Bayern nicht verlängern wollen. Ginge er vorzeitig, müssten die Bayern im Mittelfeld nachrüsten. Mit Kai Havertz?

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Geht er vorzeitig, erst 2021 - oder verlängert er doch noch?

Thiago hat beim FC Bayern einen unterschriftsreifen Vertrag bis 2023 vorliegen, zögert aber seit Wochen damit, diesen zu unterschreiben, obwohl ihn Cheftrainer Hansi Flick unbedingt behalten will.

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Warum? Laut Sport Bild hat sich der 29-jährige Spanier dazu entschieden, die Bayern trotz seines bis 2021 laufenden Vertrags vorzeitig zu verlassen. Detaillierte Hintergründe sind unklar.

Nach SPORT1-Informationen denkt Thiago tatsächlich an einen Abschied aus München. Hundertprozentig beschlossene Sache ist dieser aber noch nicht. Vereinsintern gibt es die vage Hoffnung, dass er sich doch noch zu einem Verbleib entscheidet.

Kann Havertz Thiago ersetzen?

Sollte Thiago dennoch bereits diesen Sommer gehen - eine andere Option wäre ein ablösefreier Wechsel im kommenden Jahr - müssten die Bayern für das Zentrum wohl nachrüsten. Joshua Kimmich und Leon Goretzka sind zwar gesetzt, Letzterer hatte in der Vergangenheit aber immer mal wieder mit Verletzungen zu kämpfen. Javi Martínez und Corentin Tolisso zählen zu den Verkaufskandidaten, Michael Cuisance braucht noch Zeit.

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Ein möglicher Thiago-Ersatz drängt sich daher umso mehr auf: Kai Havertz, sollte sich das Juwel von Bayer Leverkusen für einen Wechsel zu den Bayern entscheiden - spätestens 2021.

Aber kann Havertz Thiago ersetzen?

Der 37-malige spanische Nationalspieler ist in den Tiefen des zentralen Mittelfelds beheimatet. Havertz ist im Vergleich zu Thiago zwar der deutlich offensivere Spieler, hat aber zu Genüge bewiesen, dass er sowohl die Sechs, die Acht als auch die Position des Zehners beherrscht. 35 Prozent seiner Einsatzminuten absolvierte Havertz in dieser Saison im offensiven Mittelfeld. Zuletzt agierte er sogar fünfmal als Mittelstürmer für den verletzten Kevin Volland.

Thiago defensiver ausgerichtet als Havertz

Mit Havertz bekämen die Münchner nicht nur das derzeit größte deutsche Fußball-Versprechen seines Jahrgangs, sondern auch einen Offensiv-Allrounder. Kein Wunder, dass ihn Flick unbedingt nach München lotsen will.

Der CHECK24 Doppelpass mit BVB-Boss Hans-Joachim Watzke am Sonntag ab 11 Uhr im TV auf SPORT1

Thiago absolvierte 75 Prozent seiner Bundesliga-Minuten in der laufenden Saison im defensiven Mittelfeld. Unbestritten, dass er sein Spiel auf dieser Position beherrscht und perfektioniert hat wie kaum ein Zweiter. Eine Passgenauigkeit von 90 Prozent spricht für sich. Auch, dass er mit 109 Ballaktionen pro 90 Minuten ligaweit führend ist - Havertz kommt auf durchschnittlich 71 Ballaktionen. Zudem gewinnt Thiago im Schnitt 59 Prozent seiner Zweikämpfe, Havertz nur 39 Prozent.

Thiago kann Weltklasse verkörpern und für Stabilität sorgen. Aber auch für Gefahr, wenn er im Zentrum nicht geradlinig genug spielt, obwohl er eine 84-prozentige Erfolgsquote mit seinen Dribblings hat (Havertz: 45 Prozent). Aus Thiagos Edelfuß wird oftmals ein Leichtfuß, weshalb er sich in den Anfängen von Cheftrainer Flick seinen Stammplatz erst wieder erarbeiten musste, der bereits unter Niko Kovac gewackelt hatte.

In der laufenden Saison kommt Thiago in 35 Pflichtspieleinsätzen auf drei Tore und zwei Assists. In der Bundesliga ist er noch ohne Torvorlage. Die einen werfen ihm mangelnde Effizienz vor, andere feiern seine Bedeutung als Passgeber, der Tore einleitet.

Nur Lewandowski 2020 an mehr Toren beteiligt

Dem gegenüber stehen Kimmich (45 Pflichtspiele/6 Tore/12 Assists), Goretzka (32 Pflichtspiele/8 Tore/10 Assists) und Havertz (41 Pflichtspiele/16 Tore/9 Assists). Dem 21-jährigen Leverkusener gelangen allein in der zweiten Saisonhälfte 15 seiner 18 Torbeteiligungen in der laufenden Spielzeit. Nur Robert Lewandowski war in der Rückrunde an mehr Toren beteiligt (16).

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In der Bundesliga-Saison 2019/20 braucht Thiago 590 Minuten für eine Torbeteiligung, Havertz 135. Thiagos Topspeed liegt bei 30,7 km/h, der von Havertz bei 34,9 km/h.

Fazit: Thiagos, der im Verein hoch anerkannt ist, würde mit seinem Abgang ein Loch in das Bayern-Mittelfeld reißen. Rein sportlich betrachtet können ihn Goretzka und Kimmich aktuell und möglicherweise Havertz ab 2021 sportlich ersetzen.