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München - Thiago hat nach seiner Verletzung derzeit wohl keinen Platz mehr im Zentrum des FC Bayern. Wie löst Flick das Problem? Auch Thiagos Zukunft ist immer noch nicht geklärt.

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Wenn es um den FC Bayern geht, ist momentan vor allem von Leon Goretzka, seiner antrainierten Muskelmasse, seinen Abräumerqualitäten und seiner Torgefahr die Rede. 

Der deutsche Nationalspieler hat sich durch seine beeindruckenden Leistungen in der Rückrunde für Trainer Hansi Flick unverzichtbar gemacht. Gleiches gilt für den wiedererstarkten Thomas Müller, der am Wochenende sogar den Assists-Rekord der Bundesliga einstellte. Und Joshua Kimmich (Traumtor im Gipfel gegen den BVB) ist im defensiven Mittelfeld ohnehin gesetzt.

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Doch da gibt es ja noch einen, der zuletzt zum Zuschauen verdammt war: Thiago. Der Spanier hatte drei Spiele wegen einer Leistenzerrung verpasst. Nun ist er wieder fit und muss sich fragen, wo jetzt sein Platz ist. 

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Das Zentrum des FC Bayern funktioniert (zu) gut

Beim 4:2-Sieg bei Bayer Leverkusen war dieser Platz auf der Bank. Erst in der 74. Spielminute, als das Topspiel beim Stand von 4:1 bereits so gut wie entschieden war, kam Thiago für Serge Gnabry aufs Feld. Vor seiner Verletzung war er unter Flick unumstrittener Stammspieler gewesen. 

"Thiago ist immer eine Option. Seine Qualität tut jeder Mannschaft gut. Aber auch Leon und Josh (Joshua Kimmich) haben das zuletzt zusammen sehr gut gemacht. Warten wir ab", hatte Flick vor der Partie in Leverkusen gesagt.

Er hatte schließlich keinen Grund gesehen, das in den letzten Wochen überragend funktionierende Zentrum der Bayern umzustellen. Wird genau das nun Lenker Thiago zum Verhängnis?

Zwar könnte Müller theoretisch auf den rechten Flügel ausweichen, allerdings trumpften gerade gegen Leverkusen Kingsley Coman und Gnabry auf den Außenpositionen auf.

Falls Flick seine Zentrale für das bedeutsame Pokal-Halbfinale gegen Eintracht Frankfurt umbauen sollte, wäre das eine Überraschung. Doch wann kann Thiago überhaupt wieder auf einen Startelf-Einsatz rechnen? (DFB-Pokal: Halbfinale FC Bayern München gegen Eintracht Frankfurt, Mittwoch 20.45 Uhr im LIVETICKER)

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Thiago kommt unter Flick besser zur Geltung

Die einfache Antwort: Am kommenden Samstag gegen Borussia Mönchengladbach. Müller wird fehlen, da er sich die erste Gelbsperre seiner Bundesliga-Karriere eingehandelt hat. Der Platz ist also frei für Thiagos Startelf-Comeback. 

Für den 29-Jährigen ist das eine gute Chance, sich wieder näher an einen Stammplatz heranzuspielen. Eine Chance, die er allerdings auch nutzen sollte, denn seine Zukunft ist immer noch nicht geklärt: Thiagos Vertrag läuft im Sommer 2021 aus. Ob er bleibt, ist noch nicht sicher. 

Ein Grund für einen Verbleib dürfte der Coach sein. Unter Flick kommen Thiagos Stärken wieder besser zur Geltung, als das bei Niko Kovac oder auch Carlo Ancelotti der Fall war. 

Unter Flick war Thiago zunächst zwar kein Stammspieler, das hatte sich aber schnell geändert. Dennoch war der Edeltechniker in seinen mittlerweile fast sieben Jahren in München zumindest öffentlich nie unumstritten. 

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Immer wieder Kritik am Zauberfuß

Einerseits stellt Thiago oftmals Dinge mit dem Ball an, die Fans und Experten verzücken. So wurde er in den vergangenen Jahren von spanischen Medien immer wieder als "Zauberer" oder "Magier" bezeichnet. 

Seine Kritiker aber monieren, dass er den großen Ansprüchen nie vollends gerecht geworden sei und zu selten seine Magie verströmt.

Die häufige Kritik in Deutschland hatte das internationale Sportportal The Athletic einmal zu der Frage veranlasst: "Wann lernt Deutschland, Thiago zu lieben?" 

Thiago zögert mit Vertragsverlängerung

In Spanien kann er sich der Liebe der Fans sicher sein. Vielleicht denkt er auch deswegen tatsächlich über eine Rückkehr in die Heimat, in der Nähe von Barcelona, nach. Das berichtete die Bild.

Nach SPORT1-Informationen liegt Thiago ein unterschriftsreifes Angebot vorliegt - er zögert aber bisher noch, seine Unterschrift darunterzusetzen. 

Schon seit einigen Monaten sollen die Verantwortlichen an der Säbener Straße den Spanier dazu ermutigen, einen Stift in die Hand zu nehmen.

Bislang ohne Erfolg.