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Lucas Hernández ist angeschlagen und wackelt für das Spiel in Leverkusen. Seine statistischen Werte stimmen für seinen Durchbruch beim FC Bayern optimistisch.

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"Es geht doch", war man gewillt zu sagen, als Lucas Hernández nach dem Pausenpfiff am Samstagabend in die Kabine verschwand.

45 Minuten hatte der Franzose an der Seite von David Alaba eine ordentliche Leistung gegen Fortuna Düsseldorf gezeigt, die mit Kenan Karaman und Steven Skrzybski allerdings für wenig Gefahr gesorgt hatten.

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Stark am Mann und in der Luft zog es ihn ab und an zwar verfrüht aus der Viererkette. Aber dennoch: Hernández und Alaba harmonierten in der Innenverteidigung, dabei gilt Hansi Flick nicht unbedingt als Verfechter zweier Linksfüße in der Abwehrzentrale.

Hernández angeschlagen raus

90 Minuten wurden es für den 24-jährigen Rekordtransfer der Bundesliga (Ablöse: 80 Millionen Euro) allerdings nicht, denn Flick wechselte ihn aufgrund von Adduktoren-Problemen vorsichtshalber aus.

"Ich bin zufrieden. Die Mannschaft hat ihn auch gut integriert", fasste Flick die 45-Minuten-Leistung des französischen Weltmeisters kurz und knapp zusammen.

Nach zwei freien Tagen konnte Hernández am Dienstagvormittag nur individuell, und nicht mit der Mannschaft trainieren. Ohnehin spricht vieles dafür, dass Jérôme Boateng, der gegen die Fortuna geschont wurde, am Samstag im Topspiel gegen Bayern 04 Leverkusen wieder in die Startelf zurückkehren wird, weil sich der Weltmeister von 2014 zuletzt in starker Form präsentierte.  

Nur Süle hat bessere Zweikampfwerte

Beim FC Bayern hofft man dennoch auf den Durchbruch des Franzosen, spätestens in der kommenden Saison. Bislang hat sich der Hernández-Einkauf, auch aufgrund schwerer Verletzungen (u.a. Innenbandriss im Sprunggelenk), noch nicht ausgezahlt.

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Was er allerdings zu leisten im Stande ist, zeigte er in Ansätzen gegen Düsseldorf. Mehrmals überspielte er mit scharfen Pässen mehrere Linien und zeigte sich zweikampfstark und spritzig.

Wie gut ist er also wirklich?

In puncto Zweikampfquote weist Hernández in dieser Saison mit 67 Prozent, im Vergleich zu seiner Zeit bei Atlético Madrid (66 Prozent), ähnliche Werte auf. Damit ist er der zweitbeste Bayern-Zweikämpfer in der Innenverteidigung – hinter Niklas Süle (73 Prozent). Alaba (57 Prozent) und Boateng (56 Prozent) folgen dahinter.

Knapp 100 Ballaktionen pro Spiel

Hernandez weist 2019/20 unter allen FCB-Innenverteidigern die höchste Siegquote (82 Prozent) auf. Ebenfalls Bestwert (zusammen mit Boateng) sind die 0,9 Gegentore pro Spiel.

Besonders auffällig: Bei den Bayern hat er pro Partie durchschnittlich 98 Ballaktionen, bei Madrid waren es nur 59. Allerdings muss bei dieser Statistik berücksichtigt werden, dass die Münchner in der Regel deutlich mehr Ballbesitz haben als die Spanier.

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In München liegt er mit einer Passgenauigkeit von 88 Prozent zudem über seinem Wert aus Madrid (81 Prozent). Süle, Boateng und Alaba bringen allerdings noch mehr Pässe an den Mann.

"Luci", wie er von Mitspieler Thomas Müller und Flick genannt wird, hat auf dem Weg zum Stammplatz noch viel Arbeit vor sich.

Dafür hat er aber scheinbar alle Voraussetzungen, sofern er dauerhaft fit bleibt.