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München - Der FC Bayern müht sich gegen Gladbach zum Sieg, aber gesprochen wird vor allem über die Transfer-Aussagen von Thomas Müller. Die Verantwortlichen reagieren.

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Gezeichnet von anstrengenden Wochen hat sich der FC Bayern gegen Borussia Mönchengladbach zu einem 2:1-Heimerfolg gequält und kann am kommenden Dienstag mit einem Sieg beim SV Werder Bremen den 30. Meistertitel perfekt machen.

Die vergangenen zehn Bundesliga-Spiele haben die Münchner nun gewonnen, seit 22 Pflichtspielen ist man sogar ungeschlagen. Allerdings wurde am Samstagabend überwiegend über Thomas Müller gesprochen, der aufgrund einer Gelbsperre nicht mal mitwirken konnte, dessen Aussagen vom Mittwoch allerdings für mächtig Ärger im Bayern-Kosmos gesorgt haben - und noch immer nachhallen.

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Mit seinen Transfer-Aussagen habe sich Müller "etwas verdribbelt", sagte Hasan Salihamidzic bereits vor Anpfiff gegen die Fohlenelf bei Sky.

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Salihamidzic rügt Müller

Der Sportdirektor brachte zum Ausdruck, dass es ihm missfiel, dass der Ur-Bayer wenige Tage zuvor gesagt hatte: "Es ist ein bisschen paradox, wenn man immer über Neuzugänge spricht und gleichzeitig Gehälter eingespart werden." Salihamidzic erklärte, dass er bereits am Donnerstag das Gespräch mit Müller gesucht habe, um ihm zu sagen, "dass das nicht korrekt war".

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Die Müller-Debatte sorgt für Zündstoff!

Salihamidzic muss damit gerechnet haben, dass ihm am Samstag eine Müller-Frage gestellt wird. Dementsprechend platziert und vorbereitet dürfte sein Konter gewesen sein.

Müller-Aussagen, die auch mal kritisch oder spitzfindig sind, können den Bayern wehtun. Seine Stimme wird gehört, denn spricht Müller seine Gedanken aus, kann man davon ausgehen, dass auch seine Mannschaftsrats-Kollegen wie Manuel Neuer davon wissen und er ein Thema anspricht, welches zumindest in Führungsspieler-Kreisen debattiert wird.  

Gehaltsverzicht offenbar ein Thema in der Bayern-Kabine

Soll heißen, dass das Thema Gehaltsverzicht versus Millionen-Transfers in der Kabine anscheinend polarisiert. Kapitän Neuer nahm nach Abpfiff Stellung zu Müllers Aussagen, sagte verklausuliert: "Ich denke, dass die Verantwortlichen sich auch ihre Gedanken drüber machen." Und weiter: "Hasan vertritt den Verein und ist verantwortlich, den Kader für die nächste Saison zu planen. Deshalb gibt es da zwei Perspektiven."

Beim FC Bayern hatten sich Spieler, Vorstand und der Aufsichtsrat im April dazu bereit erklärt, fortan auf 20 Prozent ihrer Brutto-Bezüge zu verzichten. Unlängst erklärte Präsident Herbert Hainer in der Bild am Sonntag, dass die Mannschaft sogar bis Saisonende auf ein Fünftel des Gehalts verzichten werde.

Stört sich Müller daran, dass der Gehaltsverzicht möglicherweise nicht notwendig gewesen ist, da man in der Lage ist, Millionen-Transfers zu tätigen? Die Antwort darauf kennt er nur selbst.

Flick kündigt Transfers an

Hansi Flick jedenfalls stellte klar, dass sich die Münchner in der kommenden Transferphase definitiv verstärken werden. Kritik an seinem Routinier übte er jedoch nicht. "Das ist Thomas' Aussage. Ich werde keinem Spieler verbieten, irgendwas zu sagen. Es wird aber auch dieses Jahr bei uns Transfers geben, dazu braucht man nicht noch mehr sagen. Das sind Dinge, die man so stehen lassen kann."

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Wenige Minuten zuvor hatte der Bayern-Cheftrainer bei Sky erklärt: "Es ist völlig in Ordnung, wenn die Spieler sich über so etwas unterhalten. Aber letztendlich muss alles auch weitergehen. Dass wir unseren Mitarbeitern auch Solidarität anbieten, das ist unsere Aufgabe und das können wir. Alles andere ist eine Sache, die Thomas jetzt so gesagt hat. Ich kann nur sagen, es wird Transfers geben - auch wenn wir auf Gehalt verzichten. Wir haben ja auch Abgänge, dementsprechend werden auch Zugänge kommen."

Dilemma für Salihamidzic

Salihamidzic ist für die Kaderplanung beim FC Bayern maßgeblich verantwortlich und befindet sich in schwierigen Verhandlungen mit Manchester City, um Leroy Sané nach München zu lotsen. Ebenso mischt man im Poker um Kai Havertz mit.  

Von Salihamidzic wird einerseits erwartet, die Entwicklung der Mannschaft für höchste Ansprüche voranzutreiben. Andererseits muss er die Kontroverse zwischen notwendigen Millionen-Transfers und dem Gehaltsverzicht beim FC Bayern lösen.

Beides passt für Müller jedenfalls nicht zusammen. Allerdings muss auch gesagt sein, dass der 30-Jährige erst kürzlich seinen ohnehin schon gut dotierten Bayern-Vertrag bis 2023 verlängert hat.