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Dortmund - Eigentlich waren die Weichen auf Abschied gestellt, nun verlängert Michael Zorc seinen Vertrag bei Borussia Dortmund doch noch. Dafür gibt es gute Gründe.

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Sein Plan war eigentlich klar: Die Saison 2020/2021 möglichst erfolgreich - am liebsten mit dem ersehnten Meistertitel - beenden und sich dann zur Ruhe setzen.

Es war ein offenes Geheimnis, dass Michael Zorc seinen 2021 auslaufenden Vertrag beim BVB nicht verlängern wollte. Auch wenn er selbst das nie offiziell bestätigt hatte.

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Nach SPORT1-Informationen waren intern beim BVB aber alle über das Vorhaben eingeweiht. Sein Nachfolger stand schon in den Startlöchern: Ex-Profi und -Kapitän Sebastian Kehl, der seit zwei Jahren als Lizenzspielerchef bei der Borussia arbeitet, sollte es werden. 

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Doch nun kommt es überraschenderweise anders. Der BVB gab am Mittwochnachmittag die vorzeitige Vertragsverlängerung des erfolgreichen Sportdirektors bis zum 30. Juni 2022 bekannt. Grund dafür ist nach SPORT1-Informationen die anhaltende Corona-Krise. Zu ungewiss ist die nie da gewesene Situation aktuell. Die Klub-Bosse um den Vorstandsvorsitzenden Hans-Joachim Watzke waren sich einig: Dem unerfahrenen Kehl möchte man diese knifflige Aufgabe zum Start in das neue Amt keineswegs antun.

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"Ich habe Michael Zorc vor einigen Wochen persönlich darum gebeten, ein weiteres Jahr dranzuhängen. Wir alle beim BVB sind glücklich und dankbar, dass er unserem Wunsch entsprochen hat", sagte Geschäftsführer Watzke. "Michael ist ein echter Borusse und als solcher bereit, in einer für uns alle herausfordernden Phase, in der Planungen schwierig und Entwicklungen schwer vorhersehbar sind, weiter in der sportlichen Verantwortung zu stehen. Diese Kontinuität tut uns gut." 

Zorc lehnte Angebote aus England ab

Zorc sprach angesichts der Corona-Pandemie von einer Zeit, "die geprägt sein wird von großen Herausforderungen. Es ist für mich selbstverständlich, dass ich in einer solchen Phase an Bord meines Vereins bleibe und meinen Beitrag leiste, um Borussia Dortmund gemeinsam bestmöglich aufzustellen."

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Keiner kennt die Automatismen in der hitzigen und teilweise undurchsichtigen Branche so gut wie Zorc. Seit 1998 arbeitet der 57-Jährige nun schon als Sportdirektor beim BVB und formte den einstigen Krisen-Klub zusammen mit Watzke zur zweiten Kraft in Deutschland.

Mit ihm holten die Schwarzgelben drei Meisterschaften und zwei Pokalsiege. In den vergangenen 22 Jahren - eine Ewigkeit in diesem schnelllebigen Geschäft - summiert sich das Gesamtvolumen aus Einnahmen und Ausgaben für Spielertransfers auf knapp 1,7 Milliarden Euro.

Mit seinem riesigen Stab an Scouts holte Zorc immer wieder Talente für wenig Geld und verkaufte sie gewinnbringend. Für seine Arbeit wird Zorc im In- und Ausland geschätzt. Der Dortmunder Macher schlug in der Vergangenheit mehrere Angebote aus - unter anderem aus der Premier League.

BVB macht mit Favre weiter

1978 kam Zorc vom TuS Eving-Lindenhorst in die Jugend des BVB, wurde Profi und Rekordspieler. Auf 463 Bundesligaspiele als aktiver Fußballer blickt der gebürtige Dortmunder zurück.

Demnächst soll auch der Vertrag von Kehl entsprechend angepasst werden. Watzke kündigte an, "schon bald auch mit Sebastian Kehl über eine Ausdehnung der Zusammenarbeit sprechen" zu wollen.

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Kontinuität wird es nach jetzigem Stand auch auf dem Trainerposten geben. Die Dortmunder wollen auch in die nächste Saison mit Lucien Favre gehen. Das berichtete SPORT1 bereits nach der bitteren 0:1-Pleite gegen Bayern Ende Mai. Damals sagte Zorc im Interview: "Wir führen sicher keine Trainerdebatte. Die gibt es auch nicht. Wir haben in der Rückrunde mit Lucien Favre hervorragende Leistungen gezeigt, haben auch gestern ein sehr ordentliches Spiel gemacht."

An der Meinung hat sich nichts geändert. Der beeindruckende 2:0-Sieg zuletzt in Leipzig hat die Bosse noch einmal in ihrer Meinung bekräftigt, mit Favre, der den besten Punkteschnitt aller Dortmunder Trainer aufweist, weiterzumachen. Auch mangels attraktiver Kandidaten auf dem Markt bekräftigt der BVB "Ja" zum Schweizer.