Viele Fans des FC Bayern verzichteten auf die Rückerstattung der Tickets für Geisterspiele
Der Traum der Bundesliga: bald wieder volle Stadien © Getty Images
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Die Bundesliga steht nach mehreren Geisterspielen vor dem Saisonende. Für die kommende Spielzeit hoffen die Vereine auf Zuschauer. Ein Pharmakologe ist skeptisch.

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Für den Pharmakologen Fritz Sörgel sind volle Fußball-Stadien auch in der kommenden Bundesliga-Spielzeit unrealistisch.

"Dass irgendwann in der nächsten Saison wieder 80.000 Zuschauer im Dortmunder Stadion sind, halte ich für nahezu ausgeschlossen. Ich denke, wir müssen mit dem Coronavirus für immer in irgendeiner Form leben", sagte der 69-Jährige im Interview mit dem Tagesspiegel.

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Der Start der neuen Saison kann frühestens am 11. September erfolgen, "dann geht wieder die Grippe- und wohl auch die Coronasaison los. Es dürfte wieder mehr Coronavirus-Fälle geben", befürchtet Sörgel.

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Eine schrittweise Wiederzulassung von Zuschauern, wie von den Klubs und der Deutschen Fußball Liga (DFL) erhofft, hält Sörgel indes für praktikabel. In seiner Heimatstadt Nürnberg etwa, wo das Max-Morlock-Stadion bis zu 50.000 Zuschauer fasst, seien Spiele vor 5000 bis 7500 Fans denkbar. "Dann kann man auch Erfahrungswerte sammeln", so Sörgel.

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Das Problem seien "die Superspreader", die das Virus besonders stark verbreiten: "Die Gefahr, dass sie sich im Stadion befinden, besteht natürlich immer. Und je mehr Leute im Stadion sind, desto größer ist diese Gefahr. Sie ist aber auch schon bei viel weniger als 10.000 Zuschauern da."

Ein großer Ausbruch, wie es ihn etwa in der Fleischfabrik von Schalke-Aufsichtsratschef Clemens Tönnies gab, würde das ganze Projekt nach Ansicht Sörgels bis auf Weiteres zum Erliegen bringen: "Dann würden die Gesellschaft und die Politik keine Zuschauer mehr in den Stadien auf absehbare Zeit dulden."