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Mainz - Werder Bremen verspielt in Mainz nach gutem Beginn die nächste Chance im Abstiegskampf und hat nach der Pleite den Klassenerhalt nicht mehr in der eigenen Hand.

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Werder Bremen hat den Klassenerhalt nicht mehr selbst in der Hand.

Beim FSV Mainz 05 setzte es nach gutem Beginn der Truppe von Trainer Florian Kohfeldt eine 1:3-Niederlage, weil parallel Fortuna Düsseldorf allerdings nicht gegen den FC Augsburg gewann, haben die Bremer am letzten Spieltag noch eine kleine Chance auf das Wunder. Allerdings brauchen sie einen Sieg gegen Köln und Schützenhilfe von Union Berlin gegen Düsseldorf. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

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"Aktuell ist da viel Leere. Wir hatten die große Chance, heute im Abstiegskampf noch einmal alles zu unseren Gunsten zu drehen und haben diese verpasst. Es ist natürlich noch möglich, aber es wird sehr schwer. Wir sind es allem in diesem Verein schuldig, ab übermorgen alles zu probieren. Es ist sehr, sehr, sehr enttäuschend", sagte einsichtlich mitgenommener Kohefeldt bei Sky.

Der CHECK24 Doppelpass mit Oliver Bierhoff am Sonntag ab 11 Uhr im TV auf SPORT1

Mainz schafft Klassenerhalt

Dabei hatte Werder in den ersten 20 Minuten richtig gut gespielt und gute Chancen erarbeitet. Mit dem unnötigen 0:1 nach einer Standardsituation kippte die Partie. Die Bremer kämpften zwar auch nach dem 0:2 weiter, blieben aber nach dem Anschlusstreffer zu harmlos im Abschluss. (Spielplan und Ergebnisse)

Die Mainzer verwandelten indes durch Robin Quaison (25.), Jean-Paul Boetius (30.) und Edimilson Fernandes (85.) ihren ersten "Matchball" zum Klassenerhalt. Yuya Osakos Anschlusstreffer (58.) war zu wenig für die Hanseaten, weshalb Werders 1900. Bundesligaspiel am Samstag für längere Zeit das letzte sein könnte.

"Ich kann heute kein Spiel bewerten, es ging um alles, wir hatten genug Chancen, hatten genug Möglichkeiten, die Gegentore zu verteidigen, aber wir haben es wieder nicht geschafft. Ich werde jetzt in einer Woche keine Lösung finden, das taktisch zu ändern. Das ist keine Frage von Taktik, bei den ersten beiden Toren musst du einfach nur hingehen. Es ist ja nicht so, dass es heute unmöglich war, hier zu gewinnen. Es tut mir weh für den Verein" wetterte Kohfeldt.

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Super-Solo von Latza

Zwei Punkte beträgt der Rückstand auf Fortuna Düsseldorf auf Relegationsplatz 16 - gewinnen die Rheinländer am Samstag parallel bei Union Berlin, ist Bremens zweiter Absturz in die 2. Liga nach 1980 bittere Realität. Erstmals seit der Saison 1998/99 könnte sogar die Tordifferenz über den Abstieg entscheiden. (Die Tabelle der Bundesliga)

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An der riesigen Bedeutung des Spiels in Mainz hatte Kohfeldt im Vorfeld keinen Zweifel gelassen. "Es geht in der Tat um alles. Es zählt nur ein Sieg", sagte der 37-Jährige. Und seine Spieler begriffen den Ernst der Lage. Die Norddeutschen begannen enorm bissig, die Ersatzspieler auf der Tribüne feierten jede gelungene Aktion mit Höllenlärm. Erst parierte Mainz-Keeper Florian Müller glänzend gegen Joshua Sargent (4.), nur drei Minuten später verpasste Leonardo Bittencourt die Werder-Führung äußerst knapp.

Da aber auch die Mainzer nach der ersten Druckphase der Gäste mutig nach vorne spielten, entwickelte sich eine Partie von enorm hoher Intensität. Erst hatten Jean-Philippe Mateta (11.) und Boetius (18.) das 1:0 auf dem Fuß, kurz darauf traf Quaison im Getümmel nach einem Freistoß mit seinem 13. Saisontor mitten ins Bremer Herz. Und es kam nur fünf Minuten später noch dicker: Mit einem traumhaften Solo ließ FSV-Kapitän Danny Latza mehrere Gegenspieler aussteigen und legte den Ball per Hacke perfekt für Boetius auf, der von der Strafraumkante vollendete.

Viele Chancen für Werder und die 05er

Die Mainzer, die zuvor alle drei Geister-Heimspiele ohne eigenes Tor verloren hatten, spielten sich in einen wahren Rausch. Bei einer Doppelchance der 05er verhinderte der starke Werder-Torwart Jiri Pavlenka (36.) in seinem 100. Bundesliga-Spiel in größter Not gar das 0:3.

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Das Spiel der Norddeutschen wurde immer fehlerbehafteter, die Pause kam zur rechten Zeit. Mit frischem Mut startete Werder in die zweite Hälfte: Der eingewechselte Niclas Füllkrug (53.) kam nach starker Ballannahme frei vor dem Mainzer Tor zum Abschluss, Müller entschärfte den zu unplatzierten Schuss aber.

Mainz stand gegen druckvolle Bremer zu tief und wurde durch Osako bestraft, erst danach wurden die Gastgeber wieder aktiver. Der bärenstarke Pavlenka hielt Bremen aber zunächst im Spiel, es folgte eine hitzige Schlussphase, aber auch Altstar Claudio Pizarro konnte das Ruder für Werder nicht mehr rumreißen. "Niemand hat in der Kabine etwas gesagt. Es war Stille. Es ist sehr enttäuschend, aber es ist noch nichts verloren. Wir haben noch ein Spiel, wir glauben noch immer daran", sagte Niklas Moisander bei Sky.

Die weiteren Ergebnisse des 33. Spieltages

Bayern München - SC Freiburg 3:1
RB Leipzig - Borussia Dortmund 0:2
TSG Hoffenheim - Union Berlin 4:0
Fortuna Düsseldorf - FC Augsburg 1:1
Hertha BSC - Bayer Leverkusen 2:0
Schalke 04 - VfL Wolfsburg 1:4
1. FC Köln - Eintracht Frankfurt 1:1
SC Paderborn - Borussia Mönchengladbach 1:3

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)