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Bremen - Die Deutsche Fußball-Liga wird zur Zielscheibe von Kritik. Bremens Bürgermeister bezeichnet den Liga-Verband als gnadenlosen, seelenlosen Machtapparat.

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Unmittelbar vor dem Ende der Bundesliga-Saison sieht sich die Deutsche Fußball-Liga (DFL) erneut scharfer Kritik aus Bremen ausgesetzt.

Bürgermeister Andreas Bovenschulte bezeichnete den Ligaverband im Weserkurier als "seelenlosen Machtapparat". Er habe bereits vor der Krise kein gutes Bild von der DFL gehabt, ergänzte der SPD-Politiker, sein Eindruck habe sich nicht verändert. 

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"Ich glaube, dass viele Leute nun erkannt haben, welch Geistes Kind die DFL ist. Auch was die Gnadenlosigkeit angeht, mit der sie ihre Interessen durchsetzt", sagte der 54-Jährige in dem Interview. Der Verband unter Leitung von Geschäftsführer Christian Seifert sei im Ringen um einen Restart keineswegs demütig aufgetreten, sondern "knallhart", sagte Bovenschulte. 

Zudem sei die DFL-Führung "mit den derzeit einflussreichen Vereinen in Deutschland verbandelt" und bestimme, wo es lang geht. "Und natürlich hat die DFL erhebliche politische Macht, und die setzt sie auch ein", sagte Bremens Bürgermeister: "Nicht unbedingt auf offener Bühne. Aber man sieht es dann am Ergebnis."

Bremen streitet mit DFL und DFB

Bremen liegt seit längerer Zeit unter anderem wegen des Streits um die Übernahme von Polizeikosten mit dem Ligaverband im Clinch. Bovenschulte rechnet aber nicht damit, dass sich die DFL-Verantwortlichen über einen Abstieg von Werder freuen würden. "Ganz ehrlich: Die DFL ist ein seelenloser Machtapparat", sagte Bovenschulte: "Ob Werder in der ersten Liga dabei ist oder nicht, das interessiert die nicht. Da reicht's nicht mal zur Schadenfreude."

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Auch den Deutschen Fußball-Bund (DFB) ging Bovenschulte an. Er kritisierte, dass der Verband im Zuge des Polizeikostenstreits den Bremern ein Länderspiel verweigert habe und das Weserstadion seither mit dem Nationalteam meide. Dies sei eine "willkürliche und ungerechte Strafmaßnahme", die zurückgenommen werden müsse.