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München - Marcel Reif beleuchtet in seiner SPORT1-Kolumne die Transferpolitik des FC Bayern. Auch die Trainerdiskussionen beim BVB und auf Schalke kommen auf den Tisch.

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Hallo Fußball-Freunde,

der FC Bayern braucht einen Rechtsverteidiger. Corentin Tolisso wird wahrscheinlich gehen, Javi Martínez sollte man nach Bilbao ziehen lassen - auch für kleineres Geld, weil man ihm das schuldig ist. Bei Jérôme Boateng muss man klären, ob das eine Option für die nächsten zwei, drei Jahre ist oder nicht. 

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Bei Kai Havertz werden sie sicherlich alles dafür tun, dass er in München landet, bevor ein anderer Klub ihn bekommt. Ich könnte mir vorstellen, dass sie sich mit Leverkusen einigen, und Havertz noch ein Jahr bleibt, wenn Bayer Champions League spielt. Und dass er danach nach München geht.

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Ganz andere Probleme hat derzeit der BVB. Ein Klub sollte sich erkundigen, bevor er einen Trainer holt. In Dortmund haben sie Lucien Favre geholt, aber sicher nicht als erste Wahl. Von überall hörst du, dass er ein super Ausbilder ist, aber auch eigenwillig. Er arbeitet akribisch und hat sich in dieser Saison taktisch bewegt. Aber er wird niemals der große Motivator sein wie die Klubikone Jürgen Klopp.

BVB gegen Bayern "zu jung, zu dünn, zu weich"

Beim Champions-League-Aus in Paris hat der Mannschaft die Einstellung gefehlt. Favre macht die Sanchos und Haalands besser, sie lernen viel bei ihm. Er hat sogar Hakimi fast zu einem richtigen Verteidiger entwickelt.

Aber sind Sie dann ein Meisterkandidat? Nachdem wie sich die Bayern unter Flick entwickelt haben, hast du aber (noch) keine Chance gehabt. Du bist nicht zerpflückt worden, du hast ein sehr vernünftiges Spiel abgeliefert. In diesem Spiel kann man Favre nichts vorwerfen.

Die jungen Spieler waren in diesem Finalspiel gegen die Bayern zu jung, zu dünn, zu klein.

Als BVB musst du dir ein hohes Ziel setzen. Mit dem Kader werden sie sich fragen: 'Was können wir machen, damit wir in der Lage sind, die Bayern zu attackieren?' Momentan sind sie noch nicht soweit, um gegen solche Gegner in Topform dauerhaft zu bestehen.

Darum muss Schalke an Wagner festhalten

Auf Schalke hätten sie diese Sorgen gerne. Was kann Trainer David Wagner mit diesem Kader erreichen? Er ist natürlich mit verantwortlich für die Zusammenstellung und sie haben ja auch eine sehr erfolgreiche Hinrunde gespielt. Nur, Schalke ist immer überhitzt und die Erwartungen driften schnell ab ins Surreale.

Ich glaube, dass sie nicht so gut sind wie in der Hinrunde, aber auch nicht so schlecht wie sie jetzt spielen. Gerade kommt eins zum anderen. Hinten die Torwartfehler, in der Mitte keine Ideen und vorne schießen sie keine Tore. Ich finde es bemerkenswert, dass der Klub sagt, sie glauben an diesen Trainer und wir stärken ihn jetzt. Andernfalls hast du schnell eine Trainerdiskussion. Absteigen werden sie nicht mehr, aber sie werden über die Bücher müssen, mit Realitätssinn.

Das Festhalten am Trainer ist alternativlos, aus wirtschaftlichen und sportlichen Gründen. Der Wagner kommt ja nicht unter dem Baum hervor, sondern hat gezeigt, dass er Dinge kann. Irgendwann musst du eine Linie mal durchhalten und nicht schon wieder durchwechseln. Es hat sich viel geändert drumherum, nur die Qualität des Kaders ist gleich geblieben. Das ist im Moment ein Team, das Mittelmaß ist, aber so viel kostet wie eine Champions-League-Mannschaft. Nachzufragen bei Werder Bremen, was passiert, wenn du dann mal international abgehängt wirst.

Bis demnächst,
Euer Marcel Reif

Marcel Reif ist nach rund 1.500 kommentierten Spielen eine Reporter-Legende. Für seine Arbeit erhielt Reif unter anderem den "Grimme Preis", den "Deutschen Fernsehpreis" und den "Bayerischen Fernsehpreis". Seit Sommer 2016 begleitet Marcel Reif als Experte den CHECK24 Doppelpass auf SPORT1.