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Dortmund - Lucien Favre sorgt mit kryptischen Aussagen nach der BVB-Pleite gegen den FC Bayern für Spekulationen um seine Zukunft. Einen Tag später reagiert der Schweizer.

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Mit seinen kryptischen Aussagen nach der vorentscheidenden 0:1-Pleite gegen Bayern München hat Lucien Favre für Wirbel gesorgt.

Auf die Frage, ob der BVB-Trainer nun eine Debatte darüber befürchte, dass er mit den Dortmundern einfach keine Titel gewinnen könne, sagte der Schweizer bei Sky: "Das sagt man hier seit Monaten schon. Ich lese keine Zeitung. Ich weiß, wie es geht, und werde darüber in ein paar Wochen sprechen. Ich bleibe ruhig und vertraue in mir."

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Favre stellt klar: "Denke nicht an Aufgeben"

Und schon brodelte die Gerüchteküche. Gibt Favre etwa in ein paar Wochen seinen Rücktritt bekannt?

Wohl ein sprachliches Problem. Noch am Abend meldete sich Favre bei der Dortmunder Medienabteilung. Er habe sich missverständlich ausgedrückt und wolle seine Sätze klarstellen.

Alles zum Kracher BVB - Bayern und zum 28. Spieltag im CHECK24 Doppelpass mit Stefan Reuter und Mike Hanke am Donnerstag, ab 20.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1.

Der 58-Jährige reagierte am Vormittag nach der Trainingseinheit: "An Aufgeben denke ich überhaupt nicht. Gestern waren wir alle enttäuscht, meine Worte im Interview direkt nach dem Spiel scheinen aber vielfach falsch verstanden worden zu sein. Was ich nur auf entsprechende Fragen hatte antworten wollen, war: Jetzt ist nicht die Zeit, um die Saison zu bilanzieren. Warum auch? Wir haben noch sechs Spiele, in denen wir unser Bestes geben müssen - und die wir am liebsten alle gewinnen wollen."

Bei Sky legte er am Mittag nach: "Ich werde weitermachen. Ich habe einen Vertrag. Ich werde diesen Vertrag erfüllen. Es gefällt mir hier", sagte Favre. Auf die Frage, ob er im kommenden Jahr wieder mit dem BVB angreifen wolle, sagte der 62-Jährige: "Ja, sicher."

Keine Favre-Debatte beim BVB

Nach SPORT1-Informationen steht der Schweizer auch nach der bitteren Niederlage gegen Bayern intern nicht zur Debatte. Der Rückhalt der Bosse, die keinen Aufstellungsfehler sahen - unter anderem saßen Emre Can, Axel Witsel und Jadon Sancho angeschlagen auf der Bank - ist noch da.

"Es gibt aktuell überhaupt keinen Anlass für eine Trainerdiskussion", sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke den Zeitungen der Funke Mediengruppe: "Wir spielen eine sehr, sehr gute Rückrunde, hatten vor dem Spiel 27 von 30 Punkten geholt, sind überall gelobt worden."

Favre habe lediglich sagen wollen, "dass wir wie immer am Ende der Saison eine Analyse machen werden", betonte Watzke einen Tag nach der Niederlage gegen die Bayern: "Er wollte nach dem 28. Spieltag kein Fazit vor dem Sky-Mikro ziehen. Einzig und allein darum ging es. Ich habe Lucien Favre in den vergangenen Wochen als sehr fokussiert empfunden. Er machte überhaupt nicht den Eindruck, unter Druck zu stehen."

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Watzke analysiert Bayern-Niederlage

Auch die Leistung der Dortmunder im Signal Iduna Park wollte Watzke nicht zu negativ bewerten.

"Wir haben ein Spiel verloren, in dem wir es sehr ordentlich gemacht haben", analysierte der 60-Jährige, "aber wenn du Bayern München schlagen willst, musst du einen außergewöhnlichen Tag erwischen. Den hatten wir gestern nicht. Lucien Favre lag nichts ferner, als jetzt eine Diskussion loszutreten."

Dementsprechend richtete Favre am Mittwochmorgen auch schon den Blick auf das nächste Spiel in Paderborn (Bundesliga: SC Paderborn - Borussia Dortmund am So. ab 18 Uhr im LIVETICKER). "Schon Sonntag in Paderborn müssen wir wieder eine Top-Leistung schaffen", forderte der BVB-Coach: "Darauf müssen wir uns konzentrieren, auf nichts anderes."