Niklas Süle feiert sein Kader-Comeback nach seiner Knieverletzung
Niklas Süle arbeitet an seinem Comeback nach seiner Knieverletzung © Getty Images
Lesedauer: 3 Minuten

München - Niklas Süle hat durch die Coronakrise Zeit gewonnen. Der Bayern-Verteidiger erklärt seinen Plan, zu einem der weltbesten Innenverteidiger zu werden.

Anzeige

Für Niklas Süle hat die Coronakrise einen Vorteil – er kann sein Comeback nach seinem Kreuzbandriss in Ruhe und ohne Druck einer möglichen EM-Teilnahme voranbringen.

"Die Situation ist schwierig, diese Pandemie hat für uns alle ungeahnte Ausmaße angenommen. Aber ich würde lügen, wenn ich nicht zugeben würde, dass ich wichtige Zeit in der Reha gewonnen habe", sagte der Innenverteidiger im Mitgliedermagazin 51 des FC Bayern.

Anzeige

Er sei sich "zwar sicher, dass ich auch beim normalen Zeitplan bei der EM gespielt hätte, aber so wurde das Zeitfenster größer."

Süle gibt zu: Gab harte Tage

Dass es für Süle bereits der zweite Kreuzbandriss im linken Knie ist, sieht der 24-Jährige nicht als Nachteil.

"Ich wusste, was auf mich zukommt und dass ich alles schon einmal bewältigt habe. Ich war schon immer ein positiver Typ. Und dass ich gleich am ersten Tag von Professor Fink in Innsbruck operiert wurde, war wichtig für die Psyche", erklärte Süle.

Er beschreibt sich als "positiven Typen", gibt aber zu: "Natürlich hatte ich auch Tage in der Reha, an denen ich am liebsten daheim im Bett liegengeblieben wäre. Vor allem dann, wenn es gerade keine sichtbaren Fortschritte gab."

Doch dann "habe mich immer wieder motiviert und weitergemacht – auch dank unserer Physios und Fitnesstrainer."

Meistgelesene Artikel

Süle: So habe ich Hummels und Boateng verdrängt

Süle zeigt sich angriffslustig: "Ich bin hundertprozentig der Meinung, dass ich nach der Reha gestärkt wieder zurückkomme. Ich werde zwar meine Zeit brauchen, aber ich zweifle nicht."

Dieses Selbstvertrauen habe ihn auch in seiner Anfangszeit in München geholfen, als er sich relativ schnell in den Duellen mit Mats Hummels und Jérôme Boateng einen Platz in der Innenverteidigung erkämpft hat.

Jetzt das aktuelle Trikot des FC Bayern bestellen - hier geht's zum Shop! | ANZEIGE

"Damals habe ich ja auch nicht bei null angefangen. Obwohl ich wusste, wer vor mir ist, hatte ich mir zugetraut, Druck zu machen", schildert Süle, dessen Ansprüche sich verändert haben.

"Ich sehe mich nicht mehr als Talent. Ich werde im Herbst 25, mein Ziel ist es jetzt, Führungsspieler zu sein", meint Süle, schränkt aber ein: "Ein Kapitänstyp, wie es Manuel Neuer und Thomas Müller sind oder wie es Joshua Kimmich sicherlich mal sein wird, bin ich eher nicht. Aber ich möchte mit Leistung vorneweg gehen und mit meiner Körpersprache der Mannschaft helfen."

Süles Zeitplan für die Weltspitze

Langfristig möchte Süle der beste Innenverteidiger der Welt werden.

"Virgil van Dijk ging mit 27 nach Liverpool und hat dort den Schritt zum besten Abwehrspieler der Welt gemacht. Er ist jetzt mit knapp 30 ganz oben", sagt Süle: "Als Innenverteidiger hast du ab Mitte 20 die beste Phase. Man hat die nötige Erfahrung und Abgeklärtheit, ist gleichzeitig körperlich topfit."

Süles Zeitplan: "Ich möchte in den nächsten zwei, drei Jahren den nächsten großen Schritt machen. Und wenn die Leute dann sagen, ich gehöre zu den Besten der Welt, freue ich mich. Das ist mein Ziel"

Diesen Schritt will er beim FC Bayern machen. Denn dort habe er "alle Möglichkeiten".

Süle kündigt an: "Ich werde hart an mir arbeiten, dann habe ich es ganz allein in der Hand, ob ich einer der besten Innenverteidiger der Welt werde oder nicht."