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Bayern-Präsident Herbert Hainer will in Zukunft jährlich einen Top-Star nach München lotsen. Zudem spricht er über die Vertragsverhandlungen mit Manuel Neuer.

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Präsident Herbert Hainer von Rekordmeister Bayern München hat die Verpflichtung eines Topstars in Aussicht gestellt.

Man werde versuchen, "nach Möglichkeit und Bedarf Jahr für Jahr einen internationalen Star zu holen", sagte Hainer im Interview mit dem kicker: "Das werden wir schaffen."

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Zuletzt hatte Sportdirektor Hasan Salihamidzic angekündigt, einen "internationalen Star" nach München holen zu wollen. Laut Hainer sei das Ziel der Bayern, "immer eine Mannschaft zu haben, die die Champions League gewinnen kann", sagte er. 

Der 65-Jährige betonte zudem die finanzielle Kontinuität sowie das sportliche Konzept der Münchner: "Wir sind einer der sportlich erfolgreichsten und wirtschaftlich stabilsten Vereine der Welt, keiner verbindet Sport und Wirtschaft so effizient wie wir."

Raffzahn? Hainer verteidigt Neuer

Dass so mancher Bayern-Fan Manuel Neuer wegen dessen angeblicher Gehaltsvorstellung als Raffzahn verurteilt, versteht Hainer nicht. "Das sehe ich bei Manuel nicht, ich habe ihn nie so erlebt. Und ich glaube nicht, dass es vermessen ist, wenn jemand seine Vorstellung vorträgt", sagte Hainer.

Der Bayern-Kapitän hatte sich in der Diskussion über seine Vertragsgespräche in einem Bild-Interview "irritiert" darüber gezeigt, dass bestimmte Gesprächsinhalte an die Öffentlichkeit gelangt sind.

Neuers Ansehen hat Hainers Meinung nach durch die öffentliche Debatte rund um die Vertragsverhandlungen aber keinen Schaden genommen: "Sollte Manuel dieses Gefühl gehabt haben, kann ich nur betonen, dass aus der Klubführung keiner beabsichtigt hat, ihn zu beschädigen."

Das Ziel des FC Bayern bei Neuer, dessen Vertrag 2021 läuft, ist laut Hainer eindeutig: "Wir wollen ihn weiter an uns binden."

Hainer: Krise als Chance, "um es besser zu machen"

In Zeiten der Coronakrise hoffe Hainer zudem auf ein Umdenken in der Gesellschaft sowie im Fußball. Er sehe in der Krise "die Chance, über Auswüchse im Fußball nachzudenken und über sie zu diskutieren, um es in Zukunft besser zu machen".

Ein Punkt wäre der Markt, der laut Hainer auch im Fußball vieles regle, was auch gut sei. "Aber bis zu einer gewissen Grenze. Es muss Leitplanken der sozialen und gesellschaftlichen Verantwortung geben. Dafür stehe ich", sagte der frühere adidas-Chef.

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Hainer sieht beim Umdenken des Fußballs auch den deutschen Rekordmeister in der Pflicht: "Wir vom FC Bayern haben uns fest vorgenommen, dazu Anstöße zu geben in Zusammenarbeit mit der DFL und den Verbänden."

Hainer zeichnet düsteres Szenario

Einer Lockerung der 50+1-Regel nicht zuletzt aufgrund der Coronakrise steht Hainer aufgeschlossen gegenüber. "50+1 hat bestimmten Vereinen nicht geholfen. Aber ich bin der Meinung, dass man es den Vereinen selbst überlassen sollte, wie viele Anteile sie abgeben", sagte er im Interview mit der ZDF-Sportreportage: "Man kann das in die Eigenverantwortung der Vereine geben.

Die 50+1-Regel verhindert im deutschen Fußball, dass Investoren mehr als die Hälfte der Anteile eines Klubs übernehmen. Zuletzt hatte Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke davor gewarnt, dass ein Saisonabbruch "zur großen Stunde der 50+1-Kritiker, die dann alles versuchen werden, um den deutschen Fußball auch nach angelsächsischem Vorbild zu organisieren" werden könnte.

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Die Coronakrise ist laut Hainer eine "sehr herausfordernde Situation für die gesamte Liga". Der Spitzenfußball habe "nur ein Produkt, und das dürfen wir im Moment nicht zeigen". Deswegen sei es unumgänglich, "wieder anzufangen zu spielen. Und wir müssen eben, wenn es nicht anders geht, Geisterspiele machen."

Hainers Fazit lautet: "Wenn wir nicht zum Spielen kommen, wird es diese Liga so nicht mehr geben."