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München - Der Transfersommer rückt näher, doch wen soll der FC Bayern München verpflichten? SPORT1-Chefreporter Florian Plettenberg hat eine eindeutige Empfehlung dazu.

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Wer sollte kommen, wer könnte gehen?

Manuel Neuer hat seinen Vertrag beim FC Bayern bis 2023 verlängert. Das gab der Verein am Mittwochnachmittag bekannt. Neuers Abgang stand auch nie wirklich zur Debatte, denn die weitere Zukunft mit dem Kapitän ergibt Sinn: Neuer ist immer noch Weltklasse, topfit und längst zum Aushängeschild gereift.

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Alexander Nübel verpflichtet zu haben, ist richtig. Bayern bemühte sich um ihn, als Neuer wackelte - und Nübel brillierte. Der Noch-Schalker kommt ablösefrei, auch deshalb ist das Risiko überschaubar.

Bitter ist Nübels Verpflichtung jedoch für Sven Ulreich: Die Vorzeige-Nummer-Zwei will eigentlich bleiben, die Rolle als dritter Mann wird er aber nicht akzeptieren. Logisch, dass sein Berater den Markt sondiert. Christian Früchtl wiederum sollte sich mindestens in die Zweite Liga verleihen lassen - als klare Nummer eins.

Hakimi wäre Bayern-like

Für die Viererkette wünscht sich Hansi Flick einen Rechtsverteidiger. Für mich die einzige Position, auf der in der Defensive nachgerüstet werden könnte, aber nicht müsste. Benjamin Pavard spielt auf dieser Position bisweilen passabel bis sehr gut, aber noch nicht Weltklasse und bevorzugt eigentlich die Innenverteidigung.

Ein ebenbürtiger Konkurrent könnte ihn daher pushen. Sergiño Dest (Ajax Amsterdam) hat viel Potenzial, wäre aber ein Experiment - wie Eigengewächs Leon Dajaku. Warum also nicht auf den 19-Jährigen setzen und ihn zum Defensiv-Mann umfunktionieren?

Interessant wäre Lukas Klostermann (RB Leipzig) gewesen, der als Rechtsverteidiger in der Nationalmannschaft überzeugt, bei RB aber verlängert hat. Die Premium-Lösung wäre Achraf Hakimi von Borussia Dortmund, ein Spieler der Kategorie Bayern-like.

Hernández-Personalie spannend

Im Sommer einen Innenverteidiger zu verpflichten, erscheint überflüssig. Zumindest unter der Voraussetzung, dass aus dem aktuellen Kader niemand mehr verkauft wird.

David Alaba zögert mit seiner Vertragsverlängerung, wird aber höchstwahrscheinlich bleiben, sofern sich auf ein für beide Seiten angemessenes Salär geeinigt werden kann. Jérôme Boateng erlebt derzeit seinen zweiten Frühling und könnte bei einem passenden Angebot erhobenen Hauptes wechseln. Sein Gehalt ist aber fürstlich, zudem wäre für den 31-Jährigen eine Ablöse fällig. Was auch bedeutet: Für potenzielle Abnehmer wäre es eine teure, aber derzeit lohnende Investition. Der Ex-Nationalspieler forciert einen Wechsel ins Ausland.

Am spannendsten erscheint die Personalie Lucas Hernández. Als Linksverteidiger hat er bei der WM 2018 überzeugt, in der Innenverteidigung bei den Bayern bislang nur selten - auch wenn er für seine Verletzungen nichts kann. Bleibt Alaba, wird es schwer für Hernández, denn zwei Linksfüße in der Innenverteidigung kommen für Flick kaum infrage und Alphonso Davies gehört links ohnehin die Zukunft. Gäbe es für Hernández ein Angebot jenseits der 60 Millionen Euro, würde ich über einen Verkauf nachdenken. Geht Alaba jedoch tatsächlich, ist die Bayern-Bahn für den Franzosen frei.

Robin Koch (SC Freiburg), Dayot Upamecano (RB Leipzig) und Ozan Kabak (Schalke 04) sind übrigens hochinteressante Innenverteidiger-Kandidaten in der Bundesliga.

Havertz heißester Poker des Sommers

Im zentralen Mittelfeld sind die Bayern international sehr gut besetzt. Corentin Tolisso hat nach seiner langen Verletzung nie zu alter Stärke zurückfinden können, so dass sein Verkauf im Sommer wahrscheinlich ist – wie auch der von Triple-Baske Javi Martínez. Michaël Cuisance sollte sich verleihen lassen.

Der spannendste Poker ist allerdings der um Kai Havertz: Er will weg, die Bayern sind dran. Flick will ihn - Real Madrid, Barcelona, Manchester United und Chelsea aber auch. Problem nur: Wer soll diesen Sommer bereit sein, die kolportierten 100-Millionen-Euro Ablöse zu zahlen?

Müsste ich einen Tipp abgeben, würde ich sagen: Havertz bleibt noch ein Jahr in Leverkusen, aber spätestens dann müssen die Bayern zuschlagen. Denn ein Verein, der den Anspruch hat, die besten deutschen Spieler um sich zu scharen, darf sich so einen Hochkaräter nicht entgehen lassen.

Bloß was passiert, wenn Bayern auf einen Havertz-Wechsel 2021 zockt und ein europäischer Konkurrent in ein paar Wochen doch das Portemonnaie öffnet? Jetzt also doch mitbieten, warten oder gänzlich verzichten? Der Poker um Havertz wird deshalb zum heißesten des Sommers.

Havertz und Sané plus Perisic

Meine Bayern-Empfehlung lautet: Holt Havertz und Sané!

Sanés Berater Damir Smoljan hat glaubhaft versichert, dass sein Schützling nach seinem Kreuzbandanriss topfit zurückkehren wird. Eine Ablöse im Bereich von 50 bis 65 Millionen Euro sind angemessen. Sané wird die Bayern und die Bundesliga bereichern.

Neben den beiden deutschen Nationalspielern ist zudem die feste Verpflichtung von Ivan Perisic sinnvoll. Der Kroate ist routiniert und hat sich als guter Backup auf den Außenbahnen erwiesen. Die kolportierten 20 Millionen Euro Wunsch-Ablöse von Inter Mailand wären allerdings ein stolzer Preis. Fraglich, ob Bayern das bezahlt. Kauft man Perisic nicht und käme Havertz, könnte Thomas Müller notfalls außen aushelfen.

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Coutinho nur als Schnäppchen

Und Philippe Coutinho? Noch ist über seine Zukunft keine Entscheidung gefallen. Die Kaufoption in Höhe von 120 Millionen Euro werden die Münchner nicht ziehen. Aber was passiert, wenn der FC Barcelona aus der Not heraus einen Preis um die 50 Millionen Euro ausruft?

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Auch in diesem Fall sollten die Bayern ihn nicht verpflichten, sondern in Havertz investieren. Entscheidet sich der 20-Jährige aber für einen Wechsel ins Ausland und wird der Brasilianer zum Schnäppchen, hat sich Coutinho eine zweite Chance verdient.

Im Sturm braucht es neben Robert Lewandowski noch keinen Ersatz. Der Klub will nach jahrelanger Durststrecke endlich wieder einen Spieler aus den eigenen Reihen entwickeln.

Joshua Zirkzee bietet sich dafür prima an. Doch auch Fiete Arp sollte man nicht abschreiben, zumal der frühere Weltklasse-Stürmer Miro Klose in den Trainerstab aufrücken wird und beide Talente formen kann. Nicht zuletzt würden die Bayern dadurch Geld sparen – für Havertz und Sané.