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Dortmund - Nach der Niederlage gegen Bayern verblüfft Lucien Favre mit einer trotzigen Aussage. Der BVB-Trainer kündigt ein Gespräch an. Emre Can verwundert seine Bank-Rolle.

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Und wieder geht der BVB leer aus.

Nach der 0:1-Heimpleite gegen die Bayern können sich die Dortmunder die Meisterschaft so gut wie abschminken.

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"Sieben Punkte, sechs Spiele – das ist brutal schwer", sagt Trainer Lucien Favre. Und Mittelfeld-Star Emre Can ergänzte: "Wir müssen realistisch sein. Bayern ist sieben Punkte vor uns. Wenn nichts mehr passiert, wird Bayern leider Meister."

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BVB bleibt wohl ohne Titel

Für den BVB ist nach dem Aus im Pokal und in der Champions League wohl kein Titel mehr drin. Und wieder stellt sich in Dortmund die Frage: Kann Favre einfach keine Titel holen?

Abgesehen vom Supercup-Sieg im Sommer hat der Schweizer in Deutschland noch nichts geholt. (Die Tabelle der Bundesliga)

Bei Sky sagte er auf die Frage trotzig: "Das sagt man hier seit Monaten schon. Ich lese keine Zeitung. Ich weiß, wie es geht und werde darüber in ein paar Wochen sprechen. Ich bleibe ruhig und vertraue in mir."

Matthäus: Dachte, Kovac kommt

Über was will Favre in ein paar Wochen sprechen? Wird er etwa sein vorzeitiges Aus verkünden? Sein Vertrag mit dem BVB läuft eigentlich noch bis 2021. Sky-Experte Lothar Matthäus sagte im Studio: "Ich habe sofort gedacht: Favre geht, Niko Kovac kommt."

Die BVB-Bosse hatten vor der Saison eigentlich den Titel ausgegeben, im Winter machte Hans-Joachim Watzke noch mal deutlich: "Wir werden alles dafür versuchen."

Zwei Mal in dieser Saison stand Favre schon vor dem Aus. Im November nach der 0:4-Klatsche im Hinspiel in München und dem 1:3 in Barcelona sowie im Februar nach dem Pokal-Aus in Bremen (2:3) und dem 3:4 in Leverkusen. Immer wieder zog Favre den Kopf aus der Schlinge.

Favre muss sich Kritik gefallen lassen

Die Kritik der letzten Monate ist aber scheinbar nicht spurlos am 62-Jährigen vorbeigegangen. Auch nach der Bayern-Pleite muss Favre sich solche wieder gefallen lassen. Weil er die absoluten Leistungsträger Emre Can, Jadon Sancho und Axel Witsel, die zuletzt alle angeschlagen waren, auf der Bank ließ.

"Ich hätte anders aufgestellt", sagte Matthäus. "Für mich hat Favre sich vercoacht. Wenn Sancho in der zweiten Halbzeit spielen kann, dann kann er auch von Beginn an auflaufen und in der 60. Minute ausgewechselt werden. Ich kann die Aufstellung nicht nachvollziehen." (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

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Favre wehrte sich: "Das ist jetzt einfach zu sagen nach dem Spiel", sagte der Trainer. "Man hat gesehen, dass Can ein paar Tage braucht. Er hat nur ein Training mit der Mannschaft gemacht. Er hat nur in Wolfsburg gespielt, weil Hummels raus musste."

Und zu Sancho: "Ich kenne Jadon. Wir müssen aufpassen, dass er sich nicht wieder verletzt. Er kann mehr als eine Halbzeit spielen. Aber 90 Minuten wird schwer."

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Can von Bank-Platz überrascht

Can selbst war über sein Fehlen in der Startelf jedenfalls überrascht. "Ich habe gehofft, dass ich von Anfang an spielen. Aber der Trainer hat eben so aufgestellt. Die Mannschaft hat das gut gemacht die letzten Wochen, ich war angeschlagen. Wenn wir gewonnen hätten, würden wir darüber nicht sprechen. Jetzt können wir natürlich darüber diskutieren."

Hat sich Favre in einem wichtigen Spiel erneut verzockt? Es wäre nicht das erste Mal in dieser Saison. Beim 3:4 in Leverkusen rückte Favre von seinem Dreierketten-System ab und spielte mit Viererkette – der Systemwechsel ging in die Hose. Beim 2:3 im Pokal in Bremen kam Kritik auf, weil er Stürmer Erling Haaland anfangs draußen ließ.

Favre abschließend: "Ich denke, dass wir gut gespielt haben. Besser als gegen Wolfsburg und Schalke. Es ist schade, dass wir nicht mindestens einen Punkt geholt haben."

Auch der eine Punkt wäre für den BVB und Favre wohl zu wenig gewesen.