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Dortmund - Am Samstag steigt das Revierderby zwischen Schalke und dem BVB vor leeren Rängen. Sportliche und personelle Situation beider Teams vor dem Match unterscheiden sich stark.

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Es wird ein Derby der Gegensätze – und zwar in gleich mehrfacher Hinsicht. Am Samstag bittet Borussia Dortmund den FC Schalke 04 im heimischen Signal Iduna Park zum heißen Tanz. (Bundesliga: Borussia Dortmund - Schalke 04, Samstag 15.30 Uhr im LIVETICKER)

"Wir freuen uns auf das Derby, weil es das Spiel schlechthin ist in der Saison", erklärte Schalke-Sportvorstand Jochen Schneider. "Es ist schwer zu sagen, wie die Spiele in dieser Saison werden, ob es kuriose Ergebnisse geben wird oder nicht. Das ist alles hypothetisch."

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Klar ist jedenfalls: Das erste Geister-Revierderby der Bundesliga-Geschichte wird von seinen Gegensätzen bestimmt. Die Zuschauer, die in einem von Emotionen bestimmten Derby stets ein wesentlicher Bestandteil sind, werden aufgrund der Coronapandemie zwangsläufig fehlen. Doch nicht nur das, auch mit Blick auf die sportliche Situation gibt es gravierende Unterschiede zwischen den Pott-Klubs.

Reus und Zagadou fallen beim BVB aus

Auf der einen Seite haben die Dortmunder acht der vergangenen neun Ligaspiele für sich entschieden und sind damit auf Tuchfühlung (vier Punkte Abstand) zu Spitzenreiter FC Bayern München. Auf der anderen Seite sind die kriselnden Schalker, die nur eines der vergangenen neun Ligaspiele (fünf Remis) gewinnen konnten. Sportlich trennten beide Pott-Klubs vor der Coronakrise Welten.

Während bei den kriselnden Schalkern allerdings peu à peu die Verletzte zurückkehren, humpelt der BVB gehörig ins Geister-Derby!

Gleich mehrere BVB-Profis sind für das Wochenende fraglich. Definitiv ausfallen werden Marco Reus und Dan-Axel Zagadou. Reus zog sich vor mehr als drei Monaten eine ominöse Adduktorenverletzung zu. Für Samstag wird der Mittelfeld-Star "leider noch kein Thema" sein, wie Lizenzspielerchef Sebastian Kehl kürzlich bestätigte.

Nach SPORT1-Informationen macht Reus zurzeit noch immer Individualtraining, konnte noch nicht mit dem Team üben.  Er peilt dennoch eine zeitnahe Rückkehr noch im Mai an. "Ich liege gut im Rehaplan, ich bin im Soll", sagte der 30-Jährige kürzlich gegenüber RTL.

Zagadou fällt ebenfalls sicher aus. Der 20 Jahre alte Abwehrspieler erholt sich gerade noch von einer Außenbandverletzung im linken Knie.

Witsel und Can haben muskuläre Probleme

Kehl sprach überdies von "ein paar angeschlagenen Spielern", bei denen man noch die nächsten Tage abwarten müsse. Dazu gehören Axel Witsel und Emre Can. Beide Mittelfeldspieler mussten in der vergangenen Woche das Training wegen muskulärer Probleme abbrechen.

Auf SPORT1-Nachfrage wollte der Klub, der sich seit Samstagabend im Teamhotel L‘Arivée in Quarantäne befindet, allerdings keine Wasserstandsmeldung abgeben. Es wird allerdings ein Wettrennen gegen die Zeit.

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Zuletzt bildeten Witsel und Can das Herz und damit Prunkstück des BVB-Mittelfelds. Die beiden ergänzten sich gut und sorgten für defensive Stabilität. Fällt die Stamm-Sechs wirklich aus, stünden Julian Brandt und der wiedergenesene Thomas Delaney bereit.

Delaney ist nach schwieriger Sprunggelenksverletzung und Knieproblemen wieder voll belastbar. Allerdings: Sein letztes Pflichtspiel machte der Däne am 26. Oktober 2019 - im Hinspiel auf Schalke (0:0).

Fragezeichen stehen auch hinter den Einsätzen von Jadon Sancho (nach Muskelproblemen noch nicht bei 100 Prozent) und Manuel Akanji. Letzterer ist vom Verein aus privaten Gründen freigestellt. Der Schweizer erwartet Nachwuchs. Laut Kicker traten zudem Mario Götze, Marcel Schmelzer und Achraf Hakimi zuletzt im Training etwas kürzer.

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Feiert Schalkes Kabak sein Comeback? 

Deutlich entspannter sieht die Personallage dagegen auf Schalke aus. Die Königsblauen befinden sich seit Sonntag im Quarantäne-Camp im auf dem Vereinsgelände gelegenen Marriot-Hotel.

Definitiv ausfallen für Samstag werden die Langzeitverletzten Benjamin Stambouli (Fuß) und Omar Mascarell (Adduktoren) "Bei ihnen wird es noch etwas dauern", sagte Sportvorstand Schneider. Innenverteidiger Ozan Kabak sei nach seinem Lendenwirbelbruch, den er sich vor mehr als zwei Monaten in Köln (0:3) zugezogen hatte, "auf einem richtig guten Weg" und könnte vielleicht sein Comeback feiern.

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Definitiv matchfit sind wieder Suat Serdar (Zehenbruch), Daniel Caligiuri (Bänderriss) und Salif Sané (Meniskusriss). "Es war für mich wohltuend zu sehen, dass lange Zeit verletzt ausgefallene Spieler beim Training wieder mitmischen", sagte Schneider.