Matthias Becker, Thorgan Hazard und Julian Brandt
Matthias Becker, Thorgan Hazard und Julian Brandt © SPORT1-Grafik/Getty Images
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München - Die Bundesliga meistert mit dem "Re-Start" ihre erste Bewährungsprobe, wird aber weiter unter verschärfter Beobachtung stehen. Der SPORT1-Kommentar.

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Bis die Einschaltquoten aus Vanuatu oder Peru für diesen 26. Bundesligaspieltag vorliegen, wird es vermutlich ein bisschen dauern. Wir werden also erst mit Verzögerung erfahren, ob die Annahme von Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge zutrifft, dass die Bundesliga mit ihrem Projekt "Re-Start" weltweit ein "Milliardenpublikum" erreichen könne.

Vielleicht ist diese Aussage Rummenigges auch im Überschwang der Erleichterung gefallen. Der Erleichterung darüber, dass die Bundesliga wirklich alle Widerstände überwunden hat und an diesem Wochenende die Saison fortsetzen konnte. Als erste große Sportliga weltweit.

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Die neue Demut, die viele der Bundesliga-Entscheider angekündigt hatten, ist bei Rummenigge nicht unbedingt rauszuhören. Nach dem ersten Bundesligasamstag seit Beginn der Corona-Schutzmaßnahmen ist die Bundesliga aber dabei, sich eine weitere Chance zu verdienen.

Denn eines ist klar: Durch Zwischenfälle wie den Zahnpasta-Ausflug von Augsburg-Coach Heiko Herrlich oder die doch sehr kuschligen Jubeleinlagen bei Hertha BSC wird die Liga weiter unter verschärfter Beobachtung stehen. Die heikle Zeit ist aber vor allem die außerhalb der Stadien, das haben die Fälle Kalou und Herrlich gezeigt.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, am Sonntag zu Gast im CHECK24 Doppelpass auf SPORT1, hatte nach Herrlichs Trip zum Discounter schon mit der Roten Karte gedroht.

Der CHECK24 Doppelpass mit FC-Bayern-Präsident Herbert Hainer und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder am Sonntag ab 11 Uhr im TV auf SPORT1

Es geht nicht nur um Geld

Was dabei und auch beim Blick auf die Berliner Bussis nicht vergessen werden darf: Der übergroße Teil der Bundesliga- und Zweitligaprofis, der Betreuer und Verantwortlichen, achtete am Samstag und in den letzten Tagen penibel darauf, den Wiederbeginn nicht in Gefahr zu bringen.

Schließlich geht es nicht nur um Geld. Das ist sicherlich die Hauptmotivation dafür, diese Spielzeit unbedingt durchziehen zu wollen. Für die Spieler und für alle, die sich die Geisterspiele eben doch gerne anschauen wollen, geht es um das Spiel, das ihnen Freude bereitet.

"Wir wussten, dass es eigentlich nichts anderes ist als das Spiel, was wir früher als Kinder gespielt haben: Ohne Zuschauer und einfach Spaß haben", erklärte BVB-Keeper Roman Bürki nach dem Derbysieg bei Sky.

Es ist ein Ersatzprogramm

Mein Kollege Patrick Berger, als einer von wenigen Reportern im Signal Iduna Park vor Ort, beschrieb die Atmosphäre auch "wie früher auf dem Bolzplatz".

Das ist nicht dasselbe wie ein Derby vor tosender Kulisse. Es ist ein Ersatzprogramm. Wer bei diesem Ersatzprogramm nicht dabei sein will, sollte das Recht haben, aussetzen zu dürfen, auch als Profi.

Allen anderen sollte aber das Gefühl erlaubt sein, dass ich am Samstagnachmittag hatte: Die Freude, mal wieder ein Fußballspiel sehen zu können.