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Paderborn - Borussia Dortmund findet nach der Niederlage gegen Bayern zurück in die Spur. Beim SC Paderborn tut sich der BVB aber lange Zeit schwer.

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Späte Torflut nach zähem Kraftakt!

Borussia Dortmund hat nach der Niederlage gegen FC Bayern zurück in die Erfolgsspur gefunden - beim 6:1 (0:0)-Sieg beim SC Paderborn aber lange Zeit mehr Mühe als erwartet. (Service: SPIELPLAN der Bundesliga)

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"Im Großen und Ganze können wir zufrieden sein, weil wir wissen, dass Paderborn ein sehr unangenehmer Gegner sein kann", sagte BVB-Torhüter Roman Bürki bei Sky: "Wir geben alles, um jedes Spiel zu gewinnen. Alles andere liegt leider nicht mehr in unserer Hand."

Angesprochen auf eine Rest-Hoffnung auf den Titel sagte BVB-Coach Lucien Favre: "Das wird brutal schwer für uns." Wie üblich legte der Schweizer nur den Fokus auf die kommende Partie: "Das nächste Spiel ist gegen Berlin, sie sind sehr gut momentan, wir müssen uns sehr gut vorbereiten."

Der BVB festigte damit Platz zwei vor Borussia Mönchengladbach, für Schlusslicht Paderborn rückt der Abstieg bei weiterhin acht Punkten Rückstand auf den Relegationsrang immer näher. (Service: TABELLE der Bundesliga)

Sancho trifft und setzt Zeichen gegen Rassismus

Nach einer torlosen ersten Halbzeit erlösten Thorgan Hazard (54.) und Jadon Sancho (57.) mit einem schnellen Doppelschlag die Dortmunder. (LIVETICKER zum Nachlesen)

"Wir haben nur ein wenig die Bewegung der Flügelspieler geändert und weiter mit Intensität gespielt. Und am Ende ist es ein 6:1!", erklärte Favre seine minimalen Änderungen in der Halbzeitpause. In der Kabine habe er nach den zähen ersten 45 Minuten "fast nichts" gesagt: "Nur einen Satz: Wir müssen weiter so (spielen, Anm.d.Red.), weil wir gut gepresst haben und wir haben die anderen müde gemacht, sie werden nicht mit diesem Tempo bis zum Schluss spielen."

Sancho zog nach seinem Tor sein Trikot aus, zeigte die Worte "Justice for George Floyd" auf dem Shirt darunter und setzte damit ein Zeichen gegen Rassismus und Polizeigewalt in den USA. Floyd war am vergangenen Montag in Minneapolis bei einem Polizeieinsatz zu Tode gekommen. Die Tat löste Proteste in vielen US-Städten aus, es kam zu schweren Krawallen. 

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Paderborn verkürzt nach strittigem Handelfmeter

Uwe Hünemeier verkürzte per Handelfmeter (72.), Emre Can hatte sich zuvor in einen Paderborner Torschuss geworfen und den Ball aus kurzer Distanz an den angelegten Arm bekommen. Trotz Protesten der Dortmunder blieb Schiedsrichter Daniel Siebert bei seiner Entscheidung.

Die Dortmunder wackelten nach dem Paderborner Anschlusstreffer aber nur kurz: Zwei Minuten später stellte Sancho mit seinem zweiten Tor des Tages (74.) den alten Zwei-Tore-Vorsprung wieder her.

Achraf Hakimi (85.), Joker Marcel Schmelzer (89.) und erneut Sancho (90.+1) sorgten in der Schlussphase gar noch für ein Schützenfest.

BVB tut sich schwer - Paderborn setzt Nadelstiche

Darauf deutete zunächst wenig hin. Paderborn stellte die BVB-Stars gut zu und nervte besonders Julian Brandt und den in die Startelf gerückten Sancho. Einige Vorstöße über den flinken Linksaußen Gerrit Holtmann brachten sogar die ersten Gelegenheiten für Christopher Antwi-Adjei (11./13.). 

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Der Dortmunder Abwehrchef Mats Hummels forderte seine Mitspieler lautstark zu mehr Engagement auf: Schließlich hatte das peinliche 3:3 im Hinspiel (nach 0:3) seinen Trainer Lucien Favre, um den es in der vergangenen Woche wieder viele Diskussionen gab, beinahe den Job gekostet. Raphael Guerreiro hätte nach einem BVB-Konter etwas mehr Gelassenheit bringen können, doch Jamilu Collins bekam einen Fuß dazwischen (25.). Torjäger Erling Haaland fehlte wegen Kniebeschwerden, dadurch fehlte vorne häufig Gedankenschnelligkeit.

Immerhin kontrollierte der hohe Favorit das Spiel nun mit mehr Breite im Aufbau und schnellen Pässen in die Tiefe. Paderborn kam kaum noch ins Pressing, die Entlastung ließ nach, Brandt hatte viel Platz. Er wirkte jedoch schlapp, auch bei seiner Großchance (45.). Es war kein Dortmunder Dauerdruck, eher ein zähes Verschieben des Geschehens Richtung SCP-Tor ohne Konsequenz. 

Andererseits hätte Paderborn mit höherer Präzision und einem Hauch mehr Klasse auch zustechen können, beispielsweise kurz nach der Pause (48.). Sekunden später rettete Torhüter Leopold Zingerle spektakulär gegen Achraf Hakimi, ehe Hazard - nach einer weiteren vergebenen Riesenchance - endlich traf. Die BVB-Blockade war gelöst, was sich umgehend auch in der Körpersprache zeigte.