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RB Leipzig macht laut Jupp Heynckes in den vergangenen Jahren vieles richtig, was sich nun in der Coronakrise besonders zeigt. Zudem fordert er zum Umdenken auf.

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Jupp Heynckes hat in der Coronakrise ein Umdenken im Fußballgeschäft gefordert. "Da meine ich die Ich-AGs oder den Egoismus. Das Miteinander, das Menschliche oder die Solidarität sind zuletzt viel zu kurz gekommen", sagte der frühere Nationalspieler und Erfolgstrainer im Interview mit der Welt am Sonntag und betonte: "Wir müssen wieder viel mehr die Sinne für die Menschen schärfen, denen es nicht so gut geht."

Es gelte nun, einen Weg zurück zu mehr Normalität zu finden, meinte Heynckes (74). "Es muss in Bezug auf die Ablöse oder die Gehälter zurückgerudert werden. Teilweise war das unmoralisch", sagte Heynckes, der in der wirtschaftlich schwierigen Situation großes Lob an den Bundesligisten RB Leipzig richtete.

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"Ich denke, in der Krise merken einige Vereine vielleicht auch, wie wichtig es ist, kaufmännisch klug zu agieren. RB Leipzig hat das über viele Jahre gezeigt", sagte Heynckes.

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Heynckes: "Leipzig ein perfektes Beispiel"

Er wisse, dass das wirtschaftliche Volumen bei den Sachsen durch den Sponsor gegeben sei. Das vorhandene Geld müsse aber von klugen Köpfen mit Know-how auch erst einmal gut und nachhaltig eingesetzt werden. "Das geschieht dort. Da passt alles. Leipzig ist ein perfektes Beispiel dafür, wie wichtig das Personal an den wichtigen Schnittstellen ist", lobte Heynckes.

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Der langjährige Trainer des deutschen Rekordmeisters Bayern München erwartet in Folge der Corona-Pandemie "spannende Zeiten". Er wisse nicht, wie sich die Gesellschaft verändert oder speziell der Fußball.

Eines steht für Heynckes aber fest: "Es wird sicher anders. Das zeigen ja schon die Geisterspiele, wenn es mit der Bundesliga weitergeht. Die Vorstellung, dass es Spiele ohne Interaktion zwischen Zuschauern und Spielern gibt, ohne Freude, Ärger oder Enttäuschung, ist nicht so gut."

Heynckes über Havertz und Sané

Darüber hinaus äußerte sich Heynckes zu einigen deutschen Spielern, die auf dem Transfermarkt aktuell heiß diskutiert werden.

Bei Kai Havertz hat 74-Jährige Zweifel, dass er sich direkt bei einem absoluten Top-Klub durchsetzen kann. Er müsse "von der Physis und der Robustheit noch zulegen", so Heynckes: "Er braucht sicherlich ein bis zwei Jahre, um sich bei einem ganz großen Klub zu integrieren."

Havertz wird ebenso wie Leroy Sané mit dem FC Bayern in Verbindung gebracht. Der Flügelspieler von Manchester City steht laut Heynckes vor entscheidenden Wochen: "Er war gut in Schwung, bevor er sich so schwer verletzt hat. Für mich hat er noch nicht den Durchbruch zu einem absoluten Top-Spieler geschafft. Das ist ein Spieler, denke ich, der gerade am Scheideweg ist. Wird er weiter hart an sich arbeiten, oder wird er weiterhin nur ein ganz außergewöhnliches Talent sein. Er muss bereit dafür sein, den nächsten großen Schritt zu gehen, denn es nutzt nichts, das Talent ab und zu mal aufblitzen zu lassen."

Zudem betonte Heynckes, dass er die kolportierte Ablöse von 100 Millionen Euro für Sané für "nicht gerechtfertigt" hält.