Kai Havertz trifft mit Bayer Leverkusen auf den FC Bayern
Kai Havertz erzielte in der Rückrunde schon acht Bundesligatore © Getty Images
Lesedauer: 4 Minuten

Mönchengladbach - Bayer Leverkusen gewinnt dank Kai Havertz das Verfolgerduell in Mönchengladbach. Ein umstrittener Elfmeter bringt Leverkusen auf die Siegerstraße.

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Die Gladbacher hatten noch Redebedarf.

Borussias Co-Trainer Alexander Zickler und Torhüter Yann Sommer suchten nach der 1:3 (0:1)-Niederlage im Verfolgerduell gegen Bayer Leverkusen das Gespräch mit Schiedsrichter Sören Storks. (Spielplan und Ergebnisse)

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Schon während der Partie sorgte eine Entscheidung Storks' für Diskussionen: Nico Elvedi brachte Karim Bellarabi per Grätsche zu Fall (58.), nachdem Bellarabi am Tor vorbeigeschossen hatte. Schiedsrichter Storks entschied auf Strafstoß und blieb auch nach der Betrachtung der Videobilder bei seiner Entscheidung.

Der CHECK24 Doppelpass mit André Schubert und Stefan Effenberg am Sonntag ab 11 Uhr im TV auf SPORT1

"Ich denke, dass man da schon als Elfer geben kann, man muss aber nicht", sagte Gladbachs Stefan Lainer bei Sky und verwies auf eine ähnliche Szene unmittelbar vorher im Leverkusener Strafraum als Aleksandar Dragovic Marcus Thuram zu Boden gezogen hatte: "Deswegen ist dann die Unruhe entstanden. Aber im Endeffekt ist das alles nur Gelaber. Es wurde so entschieden und wir haben es nicht mehr geschafft, das Spiel zu drehen. Dann müssen wir das leider so hinnehmen."

Gladbachs Trainer Marco Rose meinte: "Nach dem 1:1 hatten wir die Chance auf das 2:1, als Thuram gestört wird. Im direkten Gegenzug gab es dann den Elfmeter. Das war in der Summe ein bisschen der Knackpunkt. Der Elfmeter war regeltechnisch in Ordnung, aber man kann sicher darüber diskutieren."

Havertz weicht Frage zu seiner Zukunft aus

Der erneut starke Kai Havertz machte mit seinem Doppelpack (7., 58./Foulelfmeter) den Unterschied. Acht seiner jetzt zehn Saisontore markierte der Nationalspieler nach der Winterpause. Sven Bender (81.) beseitigte die letzten Zweifel am Leverkusener Sieg. Thuram (52.) hatte zwischenzeitlich ausgeglichen. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

"Es war ein Topspiel, in dem wir alles raushauen mussten. Der Sieg war verdient", bekannte Havertz, der allerdings zu seiner Zukunft nichts Konkretes sagen wollte: "Ich äußere mich nach solchen Spielen nicht dazu. Ich werde am Ende der Saison meine Entscheidung treffen, bis dahin haben wir noch einige Spiele. Ich möchte natürlich immer Champions League spielen, das ist mein Ziel. Deshalb bin ich Leverkusen dankbar." Ein wenig klang das nach Abschied, denn der Jungstar wird trotz Coronakrise von etlichen Klubs umworben.

Während Leverkusen dank des achten Siegs im zehnten Rückrundenspiel auf Platz drei kletterte, rutschte Gladbach auf Platz vier ab. (Die Tabelle der Bundesliga)

Havertz schockt Gladbach früh

In der temporeichen Begegnung überzeugte das Team von Trainer Peter Bosz vor allem offensiv mit schnellem, druckvollem Spiel, Gladbach lief vor allem vor der Pause nur hinterher - so auch gleich zu Beginn, als Havertz nach Zuspiel von Karim Bellarabi flach ins lange Eck traf. Gladbach-Coach Rose hatte vor dem Spiel noch vor den "außergewöhnlichen Qualitäten" des Nationalspielers gewarnt - vergeblich.

Die Bundesliga-Highlights am Sonntag ab 9.30 Uhr in Bundesliga Pur im TV auf SPORT1

Havertz blieb auch in der Folge brandgefährlich, Gegenspieler Rami Bensebaini bekam den 20-Jährigen kaum in den Griff. Das Bild blieb daher gleich: Während Gladbach kein Durchkommen fand und zudem Breel Embolo nach einem Zweikampf mit Havertz früh auswechseln musste, ließ Bayer munter den Ball zirkulieren.

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Entsprechend angefressen wirkte Rose, der erstmals in der Bundesliga eine unveränderte Elf auf den Rasen geschickt hatte. Sein Gegenüber Bosz ließ dagegen das 17 Jahre alte Toptalent Florian Wirtz diesmal auf der Bank, am Spielfluss änderte das aber nicht viel. Kurz vor der Pause traf Havertz die Latte (45.), beim Nachschuss von Demirbay rettete Elvedi spektakulär mit der Fußspitze.

Pappkameraden auf den Rängen

Gladbach kam zwar gut aus der Pause, als Thuram mit einer Direktabnahme sein achtes Saisontor erzielte. Doch der Ausgleich hielt nicht lange: Schiedsrichter Storks wertete einen Einsatz von Elvedi gegen Bellarabi nach Ansicht der TV-Bilder als elfmeterreif, Havertz traf mit etwas Glück vom Punkt zum 2:1.

Für einen Hauch von Bundesliga-Atmosphäre sorgten die exakt 12.993 lebensgroßen Fan-Pappfiguren auf den Tribünen, darunter auch sechs Bayer-Fans im Gästeblock. "Stumme Mienen. Für Borussia, gegen Geisterspiele" war auf einem Spruchband zu lesen, zudem "Pappen-Mahnmal. Fußball ohne Fans ist nichts". Auch Borussias Mannschaft und Trainer, der aktuelle Vorstand, das Meisterteam von 1970 und sogar SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hatten bei der Aktion mitgemacht.