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Dass mehreren Klubs in der Corona-Krise zeitnah die Zahlungsunfähigkeit droht, hält SPORT1-Chefkolumnist Tobias Holtkamp zumindest in Teilen für selbstverschuldet.

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Hallo Bundesliga-Freunde,

Der Grund dafür, warum die Vereine möglichst im Mai schon wieder spielen wollen, liegt auf der Hand: Sie verlieren aktuell viel Geld.

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Die Einnahmen aus den TV-Verträgen, die aktuell ja ausbleiben, da keine Spiele übertragen werden, fehlen vielen Profiklubs an allen Ecken und Kanten. Denn der Kostenapparat, erst recht im Bereich der hohen Spielergehälter, rattert unaufhaltsam weiter.

Das große Problem, das die plötzlich eingetretene Wirtschaftskrise im Fußball entlarvt: Rücklagen haben im funktionierenden Alltag kaum Klubs gebildet. Statt Teile der hohen Einnahmen, zum Beispiel bei großen Transfererlösen, für schlechte Zeiten zurückzulegen, wurde in der Regel jeder Euro direkt wieder ausgegeben.

Spielerberater verdienten immer mehr

Größtenteils für immer höhere Gehälter - sowohl der Spieler, als auch der Verantwortlichen. Ablösesummen und Provisionen für Spielerberater sind in den vergangenen Jahren ebenfalls in die Höhe geschossen.

Die Folgen jetzt könnten dramatisch sein: Schon im Juni, so wird es auf den Geschäftsstellen der Vereine relativ offen spekuliert, könnten mehrere Bundesliga-Teilnehmer - wenn das Karussell weiter still steht - nicht mehr zahlungsfähig sein, darunter auch namhafte Großklubs.

In Zeiten immer größerer TV-Verträge war es vielerorts mittlerweile sogar in Mode gekommen, künftige Fernseheinnnahmen zu verpfänden. Das ist dann der nächste Bumerang, denn auch die Kredite müssen bedient werden.

Bundesligisten wirtschaften nicht nachhaltig

Was die Corona-Krise auf jeden Fall aufdeckt: Viele der Fußball-Unternehmen sind arg auf Kante finanziert. Nachhaltiges Wirtschaften wurde nur an den wenigsten Standorten gelebt, das Argument "Wettbewerb" zog viel zu häufig.

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Wer nun noch die Kurve bekommt, wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit drastische Anpassungen im Alltag erleben: Ausgaben, erst recht im Millionenbereich, kommen wieder deutlich mehr auf den Prüfstand, das letzte Wort haben ausschließlich die Finanzchefs, nicht mehr die Sportverantwortlichen.

Vielleicht, nein, mit ziemlicher Sicherheit hatte die aktuelle Ausnahmesituation, rückblickend, dann auch etwas Gutes.

Tobias Holtkamp, der Autor dieses Textes, war in der Chefredaktion von Sport Bild und Chefredakteur von transfermarkt.de. Heute berät er Sportler und Marken in ihrer inhaltlichen und strategischen Ausrichtung. Für SPORT1 schreibt Holtkamp als Chef-Kolumnist die wöchentliche "Bundesliga-Kolumne".