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Gelsenkirchen - Ralf Fährmann, der eigentlich bis zum Saisonende an SK Brann Bergen verliehen ist, meldet sich überraschend im S04-Training zurück. SPORT1 über die Hintergründe.

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Ralf Fährmann ist zurück auf Schalke! Seit Ostermontag trainiert der 31-jährige Torhüter, eigentlich bis zum Saisonende an Norwegens Erstligisten SK Brann Bergen verliehen, wieder mit seinen alten Kollegen.

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Fährmann hält sich auf Schalke fit

Wie geht das? Der Keeper hat die Erlaubnis seines derzeitigen Vereins erhalten und darf quasi als Trainingsgast ausschließlich an den Übungen von Schalke 04 teilnehmen. Dazu muss lediglich eine gültige deutsche Versicherung (die er ohnehin hat) vorliegen.

"Für uns war sofort völlig klar, dass wir dieses Vorhaben gern unterstützen", sagt Schalke-Coach David Wagner. "Zunächst einmal freue ich mich sehr, Ralle jetzt auch im tagtäglichen Miteinander kennenzulernen. Wir wollen ihn in die bestmögliche physische Verfassung bringen, sollte er bis zum 30. Juni noch einmal in Norwegen zum Einsatz kommen können. Darüber hinaus ist Ralle ein Top-Charakter, der uns sportlich und menschlich in unserem Trainingsalltag gut tun wird."

Weil weiterhin nicht absehbar ist, wann in Norwegen wieder Fußball gespielt werden darf, hält sich Fährmann nun also auf Schalke fit. Ab dem 1. Juli steht "Ralle" ohnehin wieder beim Pott-Klub unter Vertrag.

Fährmann blickt auf eine achtmonatige Odyssee zurück. In der abgelaufenen Saison verlor der Routinier seinen Stammplatz an Alexander Nübel.

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Über Norwich und Bergen zurück auf Schalke

Anfang Juli verlängerte er vorzeitig seinen Vertrag mit "Königsblau" bis 2023 und ließ sich kurzerhand an Premier-League-Aufsteiger Norwich City verleihen. Nach SPORT1-Informationen übernahmen die Engländer das volle Gehalt von Fährmann, das dem Vernehmen nach bei rund fünf Millionen Euro liegen soll, und zahlten zudem eine Leihgebühr in Höhe von 2,5 Millionen Euro.

Bei den Kanarienvögeln war Fährmann eigentlich als Nummer eins eingeplant. Doch Aufstiegskeeper Tim Krul spielte eine fehlerfreie Vorbereitung und überzeugte. Der deutsche Trainer Daniel Farke entschied sich letztlich für den 32-jährigen Niederländer. "Dass es nicht gerade perfekt gelaufen ist, steht außer Frage", sagte Fährmann kürzlich gegenüber transfermarkt.de.

Zwischenzeitlich ergab sich dann aber doch die große Chance für den gebürtigen Chemnitzer. Am 28. September wurde er für den verletzten Krul beim 0:2 gegen Crystal Palace eingewechselt und spielte für 22 Minuten. Es sollte sein einziger Liga-Einsatz für Norwich gewesen sein.

Fährmann verletzte sich an der Leiste und wurde wieder um einige Woche zurückgeworfen. Eigentlich hatte Fährmann in England "so viel Erfahrung wie möglich in der Premier League sammeln" wollen. "Leider", sagt er, "bin ich bei Norwich nicht so richtig glücklich geworden."

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Im Winter trat der ehrgeizige Modellathlet, der insgesamt drei Pflichtspiele für den Tabellenletzten der Premier League gemacht hat, an Norwich heran und bat um eine Leihe zu SK Brann Bergen. In der 280.000-Einwohner-Stadt bezog er ein Appartement in Hafennähe, joggte während der coronabedingten Trainingspause oft um das Hanseviertel Bryggen.

Neustart in Norwegen in der Schwebe

Nach rund vier Wochen brach Fährmann aber auch in Norwegen zunächst seine Zelte ab. Der Grund: Es ist weiterhin unklar, ob in Norwegen bis Ende Juni überhaupt noch professionell Fußball gespielt wird.

So kurios es mit Blick auf die letzten Monate klingen mag: Fährmann könnte plötzlich zu einem Gewinner der Corona-Krise werden, schließlich hat die Pause dafür gesorgt, dass alle Torhüter wieder bei Null anfangen.

Mit Blick auf die Torwartfrage für die neue Saison sagte Sportchef Jochen Schneider Ende Februar im SPORT1-Interview: "Wir bekommen ja einen neuen Torwart, nämlich Ralf Fährmann. Wir freuen uns, er freut sich. Ralf ist ein großartiger Torwart."

Einen Torwart-Kauf im Sommer schloss Schneider aus. Mit Fährmann und Markus Schubert fühle man sich gut aufgestellt.

"Ich möchte eine faire Chance", sagt Fährmann dazu: "Und wenn ich diese erhalte, bin ich so von mir überzeugt, dass ich wieder die Nummer 1 sein kann. Aber es ist auch klar: Ich möchte nichts geschenkt bekommen."